| Artist: | Superhero Unit Studios |
| Album: | Superhero Unit |
| Year: | 2025 |
| URL: | http://superherounit.de/ |
| 0:00 | Intro |
| 1:59 | Warum dieser Film? |
| 14:29 | Zusammenfassung in einem Satz |
| 14:48 | Filmbesprechung |
| 1:15:42 | Bedeutung für das Genre |
| 1:29:19 | Gehört der Film in den Kanon? |
| 1:30:58 | Nächste Sendung: Thor – The Dark Kingdom [2013] |
Arne:
Ich glaube fest an dich. Ich glaube daran, dass du so viel Muskeln und so viel Fitness aufbauen können wirst, wie der Protagonist dieses Filmes, den wir jetzt vielleicht mal anfangen zu besprechen.
Christian:
Ich muss dazu sagen, ich fühle mich auch wie der Protagonist dieses Filmes, aber eher so im Mittelteil, weil ich nicht weiß, ob ich noch eine Erkältung gerade ausbreche. Also ich fühle mich ohne Adamantium um die Knochen und leicht angeschlagen, sagen wir es mal so.
Arne:
Okay, ohne Adamantium und ohne Healing Factor logischerweise.
Christian:
Ja, aber auch ohne, also in meinem Fall jetzt ohne Todeswunsch. Also so schlimm ist noch nicht.
Arne:
Okay. Naja, Todeswunsch am besten sowieso nur frei nach Charles Bronson, nicht nach Hugh Jackman. Insofern, hallo Christian, lass uns durchstarten.
Christian:
Hallo Arne, ja lass uns den Weg des Kriegers bestreiten.
Arne:
Oh ja, eine weitere schöne Episode in der beliebten Serie großartige deutsche Titelzusätze slash Übersetzung slash in Brackets Übersetzungen.
Christian:
Das Geile ist ja, ich habe in der Recherche noch mal ein bisschen mich mit den Wolverine-Filmen auseinandergesetzt und in den deutschen Titeln ist das eine Trilogie, wo der Film dreimal Wolverine heißt. Wir haben X-Men Origins Wolverine, das ist glaube ich auch der deutsche Titel, also wir haben Wolverine, Weg des Kriegers und Logan, The Wolverine im Deutschen.
Arne:
Ich wusste gar nicht, dass Logan auch noch so zusätzlich hat.
Christian:
Nicht. Ich finde es halt so geil, dass diese, also eigentlich ein sehr ehrliches Marketing, aber irgendwie auch sehr bezeichnet, dreimal so irgendwie den gleichen Filmtitel zu haben. Also da hängt ein bisschen was drum herum, was die Filme beschreiben soll, aber ja, you get what you get in diesem Fall.
Christian:
Ja, ich weiß gar nicht, wie wir uns diesem Film nähern sollen. Wie bist du denn überhaupt jetzt in diese Sichtung gegangen. Kanntest du den Film überhaupt schon? War das eine Lücke im Vorfeld? Hast du dich auf den Titel gefreut? Was war da so dein, ich sag mal, was waren deine Feelings?
Arne:
Tja, die Feelings waren vorhanden, weil ich den Film schon kannte. Es musste die Zeit gewesen sein, der ist ja 2013 produziert.
Christian:
Auch rausgekommen.
Arne:
Deutschland dann 2014 rausgekommen war. 2013, 2014 irgendwie so. Ich weiß, da habe ich viel Filme geguckt über einen Account, den ich in der Stadtbibliothek hatte.
Christian:
Glücklich.
Arne:
Die auch damals ein sehr, sehr umfangreiches Sortiment an Blu-Rays und DVDs hatten. Und es gab so viele Sachen, die ich sehen wollte, die ich mir über so, Vormerklisten dann auch wirklich reserviert habe, aber ich war halt auch ab und zu mal da und hab so ein bisschen geschmökert und dann hab ich so gesagt, ach komm, Wolverine, so zu dem Zeitpunkt, ich hatte den X-Men Origins, den hatte ich damals auch mal gesehen, den fand ich damals nicht so schlecht wie alle anderen, den finde ich ja erst seit dem Rewatch für unsere Sendung so schlecht wie alle anderen und, dann dachte ich, ach komm hier, der Jackman hat doch den Wolverine eigentlich immer ganz, ganz cool gespielt und die Figur an sich, die taugte mir damals auch schon ganz gut. Das hatte einfach noch damit zu tun, das habe ich ja auch ganz am Anfang von unserem Format hier erzählt, dass ich auch so, also in meinen Kinder- und Jugendtagen mal so, eingedeutschte, seltsame Comic-Releases aus dem Panini-Sortiment gelesen habe, die dann Marvel-Sachen rausgebracht haben und X-Men gehörte damals eben dazu und Wolverine war halt eben auch so die Person von den X-Men, die ich irgendwie immer so wild und cool fand als Kind. Das heißt, ich hatte irgendwie so ein, irgendwas bondete da, sodass diese Figur wieder in einem Film auftauchte. So und, woran ich mich noch erinnern konnte, dass er mich extrem underwhelmt hat, wirklich so in allen Aspekten.
Arne:
Glücklicherweise habe ich ja damals regelmäßig geblockt über Filme. Ich habe mir einfach nochmal durchgelesen, was ich damals über den Film geschrieben habe. Das war jetzt auch so, sage ich mal, eins der weniger am Inhalt des Films orientierten Reviews, sondern vielen eigentlich nur gerantet darüber, was da alles nicht passt. Zumindest habe ich dem entnommen, dass ich im Grunde diese ganze Figurenzeichnung sehr, sehr flach fand. Die Action underwhelmend, das Finale absolut grauenhaft und hinten raus ein großes Why über meinem inneren Auge stand. So und.
Arne:
Vieles davon habe ich so auch wieder empfunden, als ich ihn jetzt wieder geschaut habe. Aber gerade Aspekte, die ich damals vielleicht gar nicht so wirklich wahrgenommen habe, würde ich doch schon als relativ gelungen in dem Film werten. Nur leider entwickelt er sich dann im weiteren Verlauf in eine Richtung, die halt vieles davon wieder kaputt macht. Das kann man so als erste Einschätzung, glaube ich, ganz gut geben. Wie war das denn bei dir? Du hast ja alles an Superhelden, sowieso immer geguckt, ne?
Christian:
Ja, schön wär's. Ich kann mich wirklich nicht mehr dran erinnern. Ich weiß es nicht. Ich glaube, ich hab den irgendwie im Heimkino oder so auch nur geguckt. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Aber also der Film ist für mich im Gedächtnis so unterm Radar, wie er glaube ich auch sich in diese Reihe einordnet. Da werden wir gleich auch noch ein bisschen drauf zu sprechen kommen. Ich konnte mich an den Film tatsächlich auch noch erinnern. So dieses das Gefühl war so in Ordnung und kippt im Finale einfach komplett. Also dieses Gefühl von meine Augen rollen bis in den Hinterkopf, als irgendwie der große Samurai kommt, das hatte ich noch parat. Und ich habe mich nämlich jetzt auch so im Vorfeld gefragt, ob das dem Film gerecht wird, aber, Also wir sitzen jetzt im Jahr 2025, der Film ist zwölf Jahre alt und dazwischen ist ja Logan noch rausgekommen, der große Abgesang Hugh Jackman in der Rolle.
Christian:
In dieser Reihe auch ja das Ende dieser Wolverine Trilogie, das Ende von Logan, von der Figur Wolverine und der überschattet halt auch so viel. Also ich hatte diesen The Wolverine so in Erinnerung als ein Film, der Logan sein wollte, aber noch nicht konnte oder durfte.
Christian:
Also diese Brücke zwischen dem schrottigen X-Men Origins Wolverine und diesem grandiosen Logan. Der, also, weißt du, da ist so ein Weg dazwischen. Du hast noch diesen Franchise, also ja wirklich diesen völlig banalen, egalen X-Men-Origins-Film, der da ja irgendwie auch so ein Unter-Franchise aufmachen sollte und halt wirklich so das Schlimmste auch des Genres irgendwie symbolisiert. Platt, doof, schlechte Effekte, ein völlig egaler Film, aber die Excel-Tabelle hat gesagt, den machen wir jetzt mal. Und dann hast du diesen genialen Logan-Film, wo sich ja die Kritiken überschlagen haben, auch zu Recht, wo Leute zu mir gekommen sind und gesagt haben, ach so, das kann ein Superheldenfilm sein, das wusste ich ja gar nicht. Und wow, auf einem Level wie The Dark Knight. Und oh, das ist ja noch viel besser und übersteigt der Steuer. und bla bla bla bla. Und dazwischen halt dieser Film, der so von vielen vergessen wurde, von wenigen, glaube ich, geguckt wurde, aber nötig war, um von dem einen zum anderen zu kommen. Weil ich sehe hier auch durchaus Potenzial und ich sehe hier durchaus auch die Dinge, die scheitern. Und sozusagen diesen Schritt Richtung Logan, aber dann dieses Zurückziehen auf X-Men Origins Wolverine, auf diesen, Auf diesen Klischees schon mal versuchen, aus Klischees auszubrechen, aber dann doch wieder in diesen Klischees verfallen.
Arne:
Spannend, weil ich habe Logan auch ähnlich grandios empfunden. Aber ich habe wirklich Logan damals gesehen und auch über den ja noch gesprochen. Er taucht ja auch in Jahresabschlusslisten damals auf, die wir auch aufgemacht haben. Ich glaube, da haben wir selbst zusammen drüber gesprochen.
Arne:
Und ich habe nicht einen Gedanken an den The Wolverine oder eben Weg des Kriegers zurückverschwendet, als ich dann Logan gesehen hatte. Und ich glaube, das ist gerade so der Punkt, den ich eben in der Eröffnung meinte, der mir beim ersten Schauen vielleicht entgangen ist oder der rückwirkend durch Logan vielleicht auch noch viel klarer wird, was man eigentlich mit dieser Figur machen wollte, was man eigentlich mit dem Innenleben dieser Figur machen wollte. Und also ich meine, wir kommen jetzt mit unserer Kenntnis von Logan, glaube ich, da viel schneller an den Punkt, dass es auch so klickt und dass man eben so im ersten Akt des Films einfach dieses Gefühl, that guy has seen some shit. So, ne? Das, ich meine, im Grunde macht es die Eröffnung schon total klar, ne? Also bei was für einem grauenhafteren Event könnte man überhaupt in der Weltgeschichte bei sein, als einem der zwei Atombombenabwürfe auf menschliche Ziele, so, ne? Und ich meine, das ist ja auch was, was sie schon in Origins versucht haben, so diesen Weg nachzuzeichnen, dass er eben, also war gefühlt in jedem Krieg der letzten 300 Jahre dabei und hat wirklich alles an Abgründen gesehen. Und ich finde aber trotzdem, also diese Eingangsszene finde ich sehr, sehr imposant und das ist was, also so mit einem Blick, wie ich ihn heute habe, auch darauf, wie man.
Arne:
Charaktere zeichnet, wie man, also was man die erleben lässt in Filmen, um auch ein Gefühl dafür zu erzeugen, was mit denen eigentlich los ist, also so wirklich in so einem historischen Moment und auch, wenn man so die, Glanzleistungen der menschlichen Rasse betrachtet, in so einem absoluten Tiefpunkt wie eben so einem Move eben in einem Sekundenbruchteil, weiß nicht, 50.000 Menschen oder wie viele das damals in Nagasaki waren, einfach auszuradieren durch so einen Krieg-Trim. Das ist schon echt wahnsinnig krass.
Arne:
Da hat eben, das hat gleich ganz anders resoniert und also dieser grumpy, schlecht gelaunte, verzottelte Typ, den man dann in den ersten 20 Minuten sieht, der hat für mich diesmal irgendwie mehr Sinn gemacht. Ich habe da deutlich mehr Nuancen drin auch gesehen als beim damaligen Schauen. Und vor allem damals hat man ja nur diesen Rückbezug gehabt, Gene taucht ja mehrfach auf, was sich ja wohl auf Last Stand, hieß der dritte X-Men, auf Last Stand bezieht, das hatte ich damals auch überhaupt nicht auf dem Schirm. Ich weiß gar, ob ich den damals überhaupt schon mal gesehen hatte, ich glaube nicht, ich glaube die ersten zwei kannte ich, aber den, oder vielleicht vollkommen vergessen einfach, Ich wusste überhaupt nicht, was da mit Gene los war, warum die da eben auftaucht und was da eigentlich der Background ist. Aber diese Rückbezüge, das ist natürlich so, gemessen an dem, was er alles erlebt hat, hast du dann eben diesen einen positiven Faktor, den er in seinem Leben hatte und der dann ja eben quasi durch seine Hand slash Klingel dann auch ihm genommen wurde.
Arne:
Das sitzt schon an sich ganz gut und ich finde das funktioniert so in den ersten, ja wirklich eigentlich in den ersten zwei Akten, wenn man das Ding jetzt so als drei Akter sieht, funktioniert das überraschend gut und das hat mich tatsächlich, positiv überrascht, als ich den jetzt geguckt habe, wobei es viele Dinge gibt die dann, also die finde ich in der Execution dann schlechter, als sie wahrscheinlich auf dem Papier klangen von Action-Szenen über einzelne Momente und so, aber, Also erstmal, dieses Writing, das ist echt nicht schlecht. Jackman ist einfach auch ein guter Darsteller, der die Figur auch verinnerlicht hat, der auch in dem Film hier, das ist mir damals eben auch nicht so aufgefallen, weiß, was er mit der Figur auch machen will. Wie du sagst, es ist im Grunde genommen schon so der zaghafte Versuch, so diesen gebrochenen Typen, den man dann in Logan gesehen hat, also schon relativ stark ausformuliert so auf die Leinwand zu bringen.
Arne:
Also das funktioniert alles ganz gut. Der Film sieht auch am Anfang wirklich gut aus. Das ist ein schöner Kontrast jetzt, weil wir haben ja jetzt auch über Avengers gesprochen und Captain America und Thor und so weiter. Und da geht ja dieser Marvel-Look, dieses flache, vollkommen dröge Visuelle schon sehr stark los. Also das hat man ja auch in der Avengers-Diskussion gesagt. Also im Grunde sieht der Film aus wie eine teure Fernsehepisode. Und hier finde ich also gerade so Set-Design-Ausleuchtung sehr, sehr, sehr gut. So in den ersten, eigentlich das sogar fast bis zum Ende. Obwohl am Ende kommt halt wieder so viel aus dem Computer, dass man schon ein bisschen ins Uncanny Valley fällt, aber also gerade auch so mit diesem Setting, wobei ich das so semi-problematisch finde, weil ich habe mich die ganze Zeit gefragt, hat eigentlich irgendein Japaner in diesem Film mitgeschrieben oder bedienen wir uns da einfach aller Klischees, die wir so über die dortige Gesellschaft haben. Wobei ich auch Kritiken kenne zu dem Film mittlerweile, die eben sagen, dass der sich sehr, sehr gelungen auf auch japanische alte Meister so aus dem Film beruft und da sehr vieles so runter zitiert oder anerkennt hin nickt.
Arne:
Weiß ich nicht, aber zumindest als Setting taugt das alles sehr, sehr gut und gerade so diese japanischen Behausungen, wo dann ja auch später Action-Szenen passieren und so, das sieht schon alles sehr, sehr gut aus. Also ich hatte bei vielen solcher Filme, die noch kommen werden, also die, die ich noch kenne, da ist das dann so, ich so ständig auf die Uhr geschielt habe und dachte, komm, wann sind wir hier endlich durch, aber das ging mir hier jetzt erstmal nicht so, das ging mir dann nur in den letzten 30, 40 Minuten so.
Christian:
Ja, ich versuche den Film nochmal in einem Satz zusammenzufassen. Ich habe sehr viel versucht, mal gucken, ob es mir jetzt geglückt ist. Nach den Ereignissen der vorherigen X-Men-Filme versucht ein müder Logan vor seiner Vergangenheit zu fliehen und sehnt sich nach dem erlösenden Tod.
Christian:
Und mein Plan war, mit dieser Beschreibung sowohl diesen als auch Logan zu beschreiben, weil ich finde, dass die halt so in dieser Grundessenz so ähnlich, sie sind verwandt. So und das meine ich ja mit dieser Theorie. Man hat ja schon versucht, das zu tun, was dann erst bei Logan wirklich aufgegangen ist. Da können wir nachher auch noch ein bisschen drüber sprechen. Habe mich ein bisschen eingelesen so und da gibt es auch so ein paar Indizien, die auch von außen gesagt haben, so das geht hier noch nicht.
Christian:
So wie ihr das vorhabt. Aber man hatte wohl schon so einige Freiheiten. Und James Mangold hat den Film ja gemacht. Hat ja auch davor so einige Western-Erfahrungen gehabt. Und ich meine, das jetzt hier, also Logan Wolverine hier jetzt nach Japan zu versetzen und in so einem Eastern-Setting das Ganze irgendwie aufzuziehen. Diese Sinnsuche, diese Charaktersuche, überhaupt Logan. Also anders als andere Superhelden. Geht es bei Logan und geht es bei der Figur Wolverine ja sehr stark nach Sinnsuche, stärker noch als bei anderen so, wer bin ich eigentlich? Da geht es nie darum, das Kostüm zu finden, in den Sonnenuntergang irgendwie zu schwingen und die Stadt zu retten, sondern da geht es vielmehr um diese Frage, um diese Getriebenheit, wie du ja auch schon gesagt hast. So hat er seine Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte auf dem Buckel, weiß eigentlich gar nicht so richtig, wer ist dieser Gedächtnisverlust, diese Suche nach der eigenen Vergangenheit, aber auch als das geklärt ist, wo geht es eigentlich noch hin.
Christian:
Dann immer diese Sehnsucht, dieses Paradoxe, die unsterbliche Figur. Natürlich sehnt die sich nach einer Endlichkeit und macht sowas auch irgendwie müde, wenn du siehst, wie drumherum die anderen Leute gehen und jede Verbindung, die du eingehst, zum Scheitern verurteilt ist, weil dir stirbt halt quasi zwangsläufig dein Umfeld weg und du bist aber der Einzige, der da irgendwie jedes Mal regenerativ irgendwie wieder hervorgeht und sagt, ich bin da zu verdammt auf ewig und so. Das schwingt hier ja auch alles so ein bisschen mit also die Figur schon mal ganz anders filmisch veranlagt.
Christian:
Als eben andere klassische Superheldinnenfiguren und das macht eben hier, der Film ja auch ihn wieder auf diese Sinnsuche zu schicken, andere Figuren drumherum zu stellen, die ihm vielleicht irgendwie eine Option geben oder die zumindest ja auch das kommentieren denn der unsterbliche Wolverine und der im Sterben liegende, ich weiß gar nicht mehr wie er hieß da sein, ja, Freund, bekannter Begleiter da aus diesem... Genau, aus diesem.
Christian:
Nagasaki-Setting, so aus der eigenen Vergangenheit und so. Immer wieder so ein bisschen mit diesen Gegensätzen. Und ich fand's auch interessant, so, dann sind ja auch so Begriffe gefallen wie Ronin, also der Samurai ohne Meister, der halt auch dazu verdammt ist zu suchen und ja eben kein, ne, kein, kein, wie sagt man, kein Umfeld, der, der, der, ja, auch Solo unterwegs ist, immer wieder auf der Sinnsuche und dazu verdammt ist, aus dieser Rolle halt auch nicht herauszukommen. Das fand ich auch nett, das war frisch, das war irgendwie interessant.
Christian:
Ich musste auch ganz viel darüber nachdenken, so dieses im Genre, diese Solo-Auseinandersetzung, das beginnt jetzt ja auch langsam im Jahr 2013, in dem Moment, wo Teamfilme, Filmuniversen, wo man so Figuren etabliert hat und zusammenwirft, um sie danach wieder alleine irgendwie erzählen zu lassen. Da brauchst du ja auch immer wieder die Gründe, warum sind sie jetzt allein unterwegs und was können sie alleine erleben versus was ist fürs Team vorbehalten. Und das fand ich sehr erfrischend, dass hier auch kein Laserstrahl ins Weltall schießt und sagt, du musst jetzt aber die Welt retten und nur du kannst. Und das war alles sehr klein und sehr persönlich und sehr um diese Figur herum gestrickt, die eigentlich, ja, vielleicht immer noch auf der gleichen Suche ist wie seit ewigen Filmen, aber zumindest irgendwie so charakterbezogen ist, wie es dann eben später Logan ja total erfüllt. Das hat mir alles gefallen.
Arne:
Ja, also unter zwei Aspekten ist das was, wo ich mir auch im Nachgang Gedanken drum gemacht habe, was ich recht gelungen finde. Also zum einen erstmal so unter diesem Superheldenaspekt, da haben wir auch schon viel drüber diskutiert, was ist super, worum geht es eigentlich und gerade X-Men ist ja so, also schon, das ist ja sehr, sehr comichaft einfach im Gesamtsetup mit den ganzen Mutanten und dann eben natürlich der Parabel so auf Ausgrenzung von Andersartigen und so weiter. Da haben wir auch schon viel drüber geredet. Aber es hat eben was sehr Comichaftes. Und ihn da rauszunehmen mit dieser Backstory. Und ich sag jetzt einfach mal, auch wenn es nicht 100% bis ins Letzte gelungen ist, aber diesen Fokus auf Psychologie, auf, naja, auch Ansätzen von, naja, einem gewissen, wenn ich sage PTSD, aber schon einer gewissen Traumatisierung irgendwie.
Arne:
Also da nimmt man das so aus diesem quirkigen, bunten X-Men-Superhelden-Comic-Kontext raus und hat die Möglichkeit, und das ist ja auch das, was du eben gesagt hast, da kamen dann Leute, haben gesagt, bei Logan, ach das kann so sein, hat die Möglichkeit plötzlich ganz andere Storys zu erzählen, ganz andere Schwerpunkte zu setzen. Und damit einhergehend, dass man eben die Frage stellen kann, also dieses Superhelden-Ding, hier geht es eben gar nicht um die ganze Welt, hier geht es um einen reichen Typen, der irgendwie versuchen will, den Tod zu besiegen. Naja, und dann irgendeine komische.
Arne:
US-Doktorin von russischen Ladies gespielt, die irgendwas will, was kein Mensch weiß, was sie eigentlich will. Because of Comics. Ja, because of Comics, das wollte ich sagen. Da kommt dann der Comic-Faktor rein, da brauchen wir halt noch irgend so eine, Irgendwas Villaines, die weiß ich nicht, was macht, aber wo ich darauf hinaus wollte. Und also aus diesem Trauma raus, was ihm ja noch Sinn zum Leben gegeben hat, war ja eben auch diese Liebe zu Jean und diese Beziehung, die ist in die Brüche gegangen, Lebenssinn komplett vor die Hunde, er nur noch so quasi als Ronin durch die Welt gestreift. So, wo man dann eben sagen könnte, Meister im japanischen Samurai-Sinne als auch sinnstiftend für den Samurai und das Sinnstiftende ist ihm ja auch abgegangen, dadurch, dass er sie nicht mehr hatte. Und dann kommt ja irgendwie, als er dann so diese Zustände um den Yashida herum und dessen Sohn, der ja auch irgendwie Dreck am Stecken hat und die zwei Töchter, eine adoptiert, eine leibliche Tochter und alles, was sich da so entspinnt.
Arne:
Da klickt ja bei ihm plötzlich doch so eine gewisse Moral. Und auch wenn, was da an Love Story noch zwischendurch kommt, sich sehr out of place anfühlt, aber zumindest weiß man, wofür es stehen soll. Es gibt so ein gewisses Bonding auch zwischen den Figuren, wo er, naja, irgendwie so wieder einen leichten Impuls kriegt, dass es vielleicht doch noch irgendwas Bewahrenswertes oder Beschützenswertes oder eben Zustände auf der Welt gibt, die nicht in Ordnung sind und gegen die man halt kämpfen muss. Und also auf dieser Ebene finde ich das ganz clever, das auch aus diesem großen Superheldenkontext rauszunehmen, sondern es in eine viel kleinere Geschichte zu erzählen. Und da sind wir eigentlich auch bei meiner großen Kritik, die ich auch schon öfter geäußert habe, warum muss das immer um die ganze Welt und am besten das ganze Universum gehen? Wo sind denn die kleinen Geschichten, wo es mal wirklich um die Figur geht, wo es mal um kleinere Sachen geht? Wie super das dann ist hinten raus, da kann man sich dann sicherlich drum streiten oder darüber diskutieren, das können wir auch noch tun. Aber das ist ein schöner Gegenpol zu diesem ganzen Bunt-Licht-Getöse, was wir da sonst immer kriegen.
Christian:
Voll, voll. Und auch dieses, ja, in den Figuren das Ganze zu verankern. Erzählungen aus Figuren heraus. Ich meine, das gelingt hier ja schon. Du hast auch schon gesagt, klar, der dritte Akt, der fällt halt völlig auseinander, weil das zu stark mit dem bricht, was davor war. Aber auch was du gerade gesagt hast, wenn ich über Logan nachdenke, das ist ja eigentlich, und das macht es dann auch wieder super.
Christian:
Logan denkt, dass er, also Logan ist verletzt, zutiefst verletzt über die Geschichte, über seine Geschichte, über die Vergangenheit. Der hat auch gesehen, zu was der Mensch in der Lage ist im Laufe seiner, ich weiß gar nicht wie alt er war, 100, 200, 150 Jahre, so wie du sagst. Der hat Kriege gesehen, also diese ganze Historie kommt da so mit rein, aber Logan hat sich geschworen...
Christian:
Sozusagen, dass das Trennen von Menschen, das Abtrennen, also keine Verbindung eingehen, sämtliche Verbindungen abtrennen, Isolation, bloß keine Empathie, also diese urmenschliche Sehnsucht nach Nähe, Zuneigung nach anderen, aber eben auch nach dem sozialen Gefüge, nach dem Miteinander, Füreinander. Er, er denkt ja, wenn er das alles ablegt, dann passieren ihm ja auch, dann passiert ihm ja auch nichts Negatives mehr, ne? Also, weil er eben, wie du gesagt hast, Jean Grey durch sein Zutun auch noch und so, alles sehr tragisch, aber selbst ohne das ist er ja dazu verurteilt, immer wieder, ähm, ja, dass ihm, dass ihm das Liebste immer wieder genommen wird, so, und er bleibt halt immer da. Und das sieht man hier in dem Film eigentlich ganz gut, also er rennt da ja durch die, durch die Wälder, so, und, äh, versucht sich ja von allem irgendwie loszusagen, isoliert sich da total, sieht ja auch Barth, Haare, das wird alles immer wilder, also das zeigt der Film ja auch so, das symbolisiert der Film ja eben auch, dass er sich immer mehr sozusagen von dieser menschlichen Seite abkehrt und dann eigentlich so die einzige, ich sag mal.
Christian:
Die einzige Lebensform, mit der er irgendwie noch kommuniziert ist halt dieser Bär, der da im Wald unterwegs ist, so, und selbst die wird ihm halt genommen von irgendwelchen Arschlöchern, so, und er kann halt, das Das wird ja auch kommentiert von der einen Nebenprotagonistin. Das macht ihn dann wieder zum Superhelden, sodass er halt, er kann es halt nicht ablegen. Er kann diese Empathie, die er spürt für sein Umfeld, er kann sich noch so sehr anstrengen, aber das ist ja der Schlüssel. Das macht ihn ja zum Superhelden. Das macht ihn auch zu dem, wer er ist und was er ist. Aber er kämpft halt so sehr dagegen an, aus Selbstschutz, aus Verletzlichkeit. Und das sehen wir dann ja eben auch bei Logan nochmal zugespitzt. So, das ist in dem Moment, wo er da diese Beziehung zu diesem Kind auch eingeht und da bin ich immer sehr gespannt. Also ich werde den jetzt dann das erste Mal als Vater auch sehen. Mal gucken, wie trockene Taschentücher bleiben an der Stelle.
Arne:
So lange ist das ja auch gar nicht hin. Ich dachte, der kam viel später, aber ist ja schon 2017. Es sind nur vier Jahre weiter.
Christian:
Ja gut, aber wir sind jetzt auch im Höhepunkt des Genres.
Arne:
Das heißt trotzdem 25 Filme.
Christian:
Aber deswegen hilft das auch manchmal so ein bisschen analog zu denken, weil genau da schafft er es ja und das ist ja auch das Erlösende nachher dann sozusagen für ihn, diesen Kampf auch nicht mehr zu kämpfen, sondern zuzulassen, dass er, Dinge spürt, Emotionen spürt, Menschsein spürt, sodass das halt der Schlüssel eigentlich ist. Und das, finde ich, macht es dann wieder sehr schön in diesem ganzen Genre, in dieser ganzen Auseinandersetzung zu sagen, hey, du bist nicht nur Superheld, weil du es schaffst irgendwie mit deinen Spinnweben den Laserstrahl und das Alien irgendwie zu besiegen. Okay, ist ein Aspekt, aber vielleicht kannst du uns auch etwas über das Menschsein lehren und vielleicht ist der Moment des, Superheldenseins auch ein ganz kleiner Moment, der die Hand eines Kindes nimmt und sagt, hey, glaub mir, alles wird gut. Das ist genauso ein Superhelden-Move, wie eben zu sagen, hey, wir müssen hier irgendwie die Alien-Invasion ablenken.
Arne:
Wir wissen ja, der superheldigste Move ist, die Katze vom Baum zu retten.
Christian:
Ja, da habe ich keine Widersprüche.
Arne:
Nee, aber sehr schöner Gedanke.
Arne:
Ich war jetzt sowieso nicht auf der Seite, dass ich sagen würde, das ist jetzt aber kein Superhelden-Film hier, das nur ein Heldenfilm. Ich war da noch gar nicht so grün, aber ich finde erstmal den Ansatz total gut. Also diese Dinge, die ja.
Arne:
Kleiner wirken, aber viel universaler sind als das, was wir eben sonst auch so oft da als das Super-Element rausgezogen haben, aus einem Scope eben auch rauszuziehen, der natürlich auch viel kleiner ist, als das wir da sonst oft sehen. Aber aus klein lässt sich ja dann auch intim und nahbarer ableiten und deswegen hinten raus sicherlich, also das habe ich auch gemerkt jetzt beim Schauen, also deutlich fühlbarer als viel von diesem großen Getöse sonst ist, weil überhaupt was fühlbar ist und weil das eben um menschliche Aspekte geht. Und es geht, wie du sagst, schon dabei los, diese ganze grummelige Waldschratfassade, die da eben versucht, sich irgendwo in der Höhle zu isolieren. Es ist ja eben Fassade, die so als irgendwie Coping Mechanismus, so wenn ich mich komplett ausklinke, vielleicht verschwindet die Welt dann ja einfach, nur er hat das Problem, er verschwindet halt nicht. Die Welt dreht sich einfach weiter und er dreht sich mit ihr und muss da irgendwie mit umgehen lernen und das finde ich so als Ansatz ganz schön und da merkt man dann eben auch, wie im Laufe des Films Dinge passieren, die ihnen seine Menschlichkeit wieder auch zutage fördern lassen.
Arne:
Also das hätte ich echt nicht gedacht, dass da doch so ein paar Sachen eben drin sind, die mir sehr gut gefallen.
Christian:
Ja und ich finde das auch im Genre so als Lektion, wir werden uns auch immer mehr glaube ich auch mit diesen filmischen Mechanismen auseinandersetzen.
Christian:
Das macht schon Sinn, dann so einen in Anführungszeichen Solo-Film auch aufzubauen. Also wenn du sagst, rausgenommen von den X-Men, dann zoom aber auch richtig nah ran an diese Figur und lass sie eben nicht jetzt den, also da werden wir mal sehen, wie das danach ist, aber so diese klassischen, so okay, Spider-Man hilft jetzt das ganze Universum zu retten und in seinem eigenen Film hilft er irgendwie die ganze Welt wieder zu retten. Also so macht die Stakes auch viel, viel kleiner und also das ist eine gute Fingerübung, glaube ich, hier diese Charakterstudie eher anzustreben, wenn man das Ganze eben auch von anderen Figuren loslöst. Also ich halte nicht viel von dieser Kritik, aber es hört man ja immer wieder, dass die Leute sagen so, ey, warum kommt denn nicht die ganze Justice League um die Ecke, wenn Batman jetzt mal wieder gegen den Joker so, ne, diese, wenn du sowas aufmachst, musst du erklären, warum der Rest irgendwie nicht in diesen Solofilmen irgendwie auftaucht, wo ich sag, hier hab ich nicht einmal an die anderen X-Men gedacht, weil selbst wenn da irgendjemand rumgeturnt hätte und irgendwelche super Fähigkeiten und aus Wasser Eis macht und aus Feuer, Flammen und so, es wäre halt egal gewesen. Das hätte Logan in dem Moment halt auch nicht helfen können, sein Trauma zu bewältigen. Da hilft auch kein Magneto, der die Löffel durch die Gegend schweben lässt. Das funktioniert halt so nicht.
Christian:
Und genau, deswegen hat mir das irgendwie auch ganz gut gefallen, so als, ich sag mal Gegenentwurf zu diesen klassischen, wir müssen das ganze Universum retten, Dinger, so das, ja, und trotzdem hab ich auch das Gefühl, dass diese ganzen Momente, wo Gene Grey auftaucht, also der Film kann sich nicht so darf sich auch noch nicht so hundertprozentig davon halt lösen, wir brauchen diese, also ich hab so das Gefühl, dass so diese, diese, Also der Film geht vieles so weit, aber eben nicht ganz konsequent und ganz bis zum Ende, sodass da die Studio Notes im Drehbuch irgendwie sehr deutlich zu erkennen sind, zu sagen, hey, das finden wir alles cool, dieser traumatisierte Logan, aber mach noch mal so zwei, drei Szenen dazu, die auch noch an die anderen Filme andocken. Und Charakterschule ist fein, aber den großen Endkampf am Ende. Das darf jetzt nicht irgendwie nur vom Psychologen passieren, Das darf nicht irgendwie das Kammerspiel werden und 20 Minuten Traumabewältigung in zwei Ohrensesseln oder so sein. Da müssen die Fetzen fliegen. Und das sind für mich die Momente, die am deutlichsten rausbrechen. Als der Film dann wieder...
Arne:
Ja, also zum einen ich finde generell was an Action passiert, das ist auch wieder da, wo es eigentlich dieser Figur Wolverine in der Art des Kampfes auch angemessen ist, nämlich dass sich Leute entweder Hand to Hand oder Schwerter gegen ihn oder so dann eben prügeln. Also ich bin sowieso, was Action betrifft, häufig eher ein Anhänger von so kleineren Hand-to-Hand-Sachen als so den großen, lauten Action-Szenen. Ist ja mittlerweile auch bekannt. Und das funktioniert auch relativ gut. Die sind teilweise nicht schlecht choreografiert. Ich kann da folgen, was da passiert. Also die würde ich schon als verhältnismäßig gelungen einstufen, so die Action. Auf der anderen Seite sind dann eben genau diese Studio-Notes-Dinger, wo eben wir machen ja hier einen Superheldenfilm, also zwei Mega-Action-Set-Pieces brauchen wir mindestens. Und guck mal hier, auf dem Zug, das ist doch eine gute Idee. In Japan gibt es doch diese ganz schnellen. Die natürlich mit den 300 kmh, die sie fahren können, auch mitten durch die Stadt fahren.
Christian:
Klar.
Arne:
Lärmschutz existiert dort einfach nicht. Die arbeiten ja hier alle nur, die sind eben Büro. Das hört keiner, wenn da an den Privathäusern die Züge vorbeirauschen. Die ganzen Salarimans. Naja, und das ist dann auch so ein Moment, Und wo ich dann merke, eine Action-Szene, die ganz gut losgeht, soll dann halt immer größer und größer und größer werden und gegipfelt dann in etwas, was mich wieder voll verliert. Naja, aber da weiß man zumindest noch, warum die Szene kommt. Also dieser ganze Anschlag auf die, war es jetzt Hochzeit oder Beerdigung? Das war die Beerdigung von dem von dem Grandpa der dann seinen Tod gefakt hat weil er eigentlich zum Samurai Roboter mit Logan gehen werden wollte as you do wie man.
Christian:
Das halt macht wenn man im Sterben liegt.
Arne:
Ja selbstverständlich, Also das hatte ja schon noch einen Sinn, so dieser ganze Komplott von gekränktem Ego, weil Erbe nicht und Vater, Enkelton, Tochter etc. Das war auch sogar so geschrieben, dass ich verstanden habe, worum es da geht, was ich überhaupt nicht verstanden habe und das leitet dann eigentlich zu den Anfang vom Ende ein, als sie dann nochmal untergetaucht waren und dann doch wieder gekidnappt wurde. Und er dann quasi den Sturm im Finale auf dieses Forschungszentrum da von dem Großvater da startet und dann in dem Ort plötzlich diese Ninjas kommen, wo ich eigentlich immer dachte, die würden quasi für die, wie hieß die denn eigentlich, die er da gerettet hat?
Christian:
Das war Mariko.
Arne:
Genau, für quasi sie beschützen wollen und bekämpft dann aber plötzlich ihn und nicht den Großvater und denkst, hä, was machen die denn da? Also vielleicht hab ich da irgendwas elementar nicht verstanden, aber ich hab mich nur gefragt, was soll das jetzt hier gerade? Also er will sie retten, die Typen wollen sie eigentlich auch retten, also machen sie erstmal ihn platt, das ist jetzt eine super gute Idee, weil man ja auch vorher schon gesehen hat, dass er quasi da irgendwie mal allein gegangen, die Hälfte von diesen Yakuza-Typen aus dem Weg geräumt hat, obwohl er gerade mal verwundbar war also warum machen die das und dann geht es eigentlich mit warum passiert das hier gerade nur noch eine halbe Stunde weiter, ja also da wo dann große Superhelden Action sein soll, da merkt man dann eben da fehlt halt diese Konsequenz dann zu sagen wir machen jetzt hier mal wirklich was kleines und dann reicht das halt auch wenn sich Leute mit Ninja Schwertern und Krallen kloppen und vielleicht mal irgendwie ist eine fußläufige Verfolgungsjahr gibt, da haben die Studio Execs dann irgendwie das Flattern, denke ich mal.
Christian:
Ja, sowas habe ich auch gelesen, also dass die, dass die, Es gab wohl die Idee, den Film auch schon R-Rated zu machen. Das ist ja so vergleichbar mit unserem Ab-18-Stempel. Und das durfte man dann ja bei Logan auch machen. Also Blut zeigen und auch wirklich, ich sag mal, gewaltiger und gewalttätiger zu inszenieren. Das ist hier halt nicht passiert. Ich habe gelesen, dass es eine Schnittfassung gibt. Ich glaube auch ein bisschen Extended, ein bisschen länger, aber eben auch intensiver. Und das ist, glaube ich, aber nur auf der 3D-Blu-Ray irgendwie ins Heimkino gekommen. Also auch so ein bisschen Special Release mäßig.
Christian:
Also das hat das Studio wohl abgelehnt und ich glaube auch irgendwie sowas gelesen zu haben, dass tatsächlich so das Finale auch so ein bisschen auf Studio Kosten sozusagen ging. Also dass das Studio gesagt hat, wir brauchen was anderes. Wir brauchen das. Wir wollen halt ein klassisches Superheldenfinale irgendwie haben und da muss dann Bösewicht und Endkampf und der Adamantium Samurai und sowas alles, wo es dann wirklich mehr in diese Comic-Tropes geht, dass das wohl tatsächlich so vom Studio als Feedback irgendwie kam. Man hat wohl relativ viel, sieht man ja auch, man konnte relativ weit gehen in dem, was man da versucht hat. Also irgendwie, ne, James Mangold, der ja dann auch so, glaube ich, auch nicht durch Zufall dann nochmal bei Logan sozusagen nachgelegt hat. Also das Gefühl hatte ich schon. Hugh Jackman auch recht einflussreich gewesen. Der war wohl großer Fan dieses Comic Runs, der da irgendwie in Japan gespielt hat und so. Und ja.
Christian:
Ja, also das sieht man, das spürt man und das war wohl auch tatsächlich so, dass das Studio da so ein paar Notizen gemacht hat. Und da muss man nämlich auch nochmal wieder dazu sagen, es gab ja vorher auch schon ein paar R-Rated Superheldenfilme, die Blade-Filme waren es beispielsweise, aber es gab bis dahin noch nicht den, ich sag mal, also diesen Mega-Blockbuster dann dabei. Also die Kinokasse hat noch nicht so geklingelt, wenn es irgendwie blutig wurde. Und es gab halt auch nicht, sag ich mal, so die in Anführungszeichen A-Riege an Figuren, denen man das zugestanden hat. So das waren alles eher kleinere Sachen, klar das waren dann auch so Geschichten wie Watchmen oder so, aber es war jetzt nicht.
Christian:
Gerade Wolverine die X-Men, das war ja schon sehr erfolgreich und gerade Wolverine so als ist der Einzige, der da so diese Solo-Filme bekommen hat, so ein bisschen als Kronjuwel auch in diesem, Ensemble und eben auch in Hugh Jackman und so, da hat man eben glaube ich auch noch ein bisschen vorgezögert, 2016 kam Deadpool dann ja raus als R-Rated-Film und hat ja fast eine Milliarde eingespielt auf einem Budget, glaube ich, von, weiß ich gar nicht, 40, 50 Millionen oder so. Also, ne, die Rendite war extrem hoch und der Film hat, glaube ich, erst das Thema breiter aufgestoßen. Dieses, auch Budget runter, fokussier dich mehr, eben nicht die große Super-Duper- Spektakel-Geschichte, aber dann kannst du auch mehr experimentieren, dann hau mal ein R-Rating draus, Joker später hat es ja auch nochmal dann geschafft, über eine Milliarde zu kommen, sodass ich glaube, man war da 2013 einfach noch viel, viel vorsichtiger, was eben die Möglichkeiten für solche Filme angeht. Und das hätte hier dem Film, glaube ich, auch gut getan, wenn man auch ein bisschen, krasser inszenieren könnte. Weil das ist ja auch einer der, das macht bei Logan ja auch Sinn, diese Figur brutaler und auch roher und auch gewalttätiger irgendwie zu zeigen. Das unterstützt ja auch dieses Trauma, aber auch diese Tragik der Figur, dass die halt auch ja immer auf der Kippe irgendwie steht, diese Sehnsucht nach der Unmenschlichkeit quasi und die dann halt in solchen Gewaltausbrüchen auch.
Christian:
Ja sichtbar wird, so wie er auf dieser Kippe steht und eigentlich gar nicht weiß, wer oder was er sein will. Und also hier gab es auch so ein paar Szenen und ein paar Momente, wo ich mir auch gedacht hätte, okay, wenn man die jetzt irgendwie nochmal ein bisschen anders inszeniert, dann dann unterstreicht, dass das äh, Das Dramaturgische, das Erzählerische nochmal viel mehr. Aber durfte halt nicht sein.
Arne:
Ja, also in letzter Instanz wahrscheinlich nicht. Ich habe jetzt im Hintergrund nochmal versucht, was dazu zu finden. Also offiziell gibt es eine Kinoversion und einen Extended Cut von dem Film. Und der Extended Cut ist auf Blu-Ray in Deutschland. Also es ist die Version, die in Deutschland auf Blu-Ray ausgekommen ist. Leider stehen hier in der Auflistung, die ich hier habe, keine Laufzeiten, weil in den Screenshots, die ich sehe, sind so ein paar Sachen bei dem Extended Cut, der eben schon die härtere Version sein sollte, sind so ein paar Sachen bei, wo ich mich ganz klar daran erinnern kann, dass ich die jetzt hier gesehen habe. Schon am Anfang in der Bar, als er da die Typen, die den Bären erlegt haben, stellt und dem dann da diesen Giftpfeil auch in die Hand reinhaut. Da ist wohl in der Kinofassung dieses Close-Up, wie der Pfeil in der Hand drin steckt, gibt es da wohl nicht. Das heißt, da ich das eindeutig im Film gesehen habe, muss das ja schon die härtere Fassung gewesen sein, weil ich ihn auch von Blu-Ray geguckt habe.
Christian:
Ja, guck mal, ich habe die Version auf Disney Plus gesehen. Da habe ich jetzt nicht genau auf die Altersgeschichte geguckt.
Arne:
Die sind beide ab zwölf in Deutschland. Soviel dann zum Thema Härte.
Christian:
Ja, aber ich hatte noch mal was anderes gelesen. Aber vielleicht muss ich da auch noch mal tiefer reingehen.
Arne:
Ah ja, guck, doch.
Christian:
Doch, stimmt, der Extended Cut zwölf Minuten länger, ja, aber ich muss auch nochmal gucken. Ich hätte schwören können, dass dieser Extended Cut irgendwie R-Rating hat in den USA und Das mag sein.
Arne:
Weil wohl auch öfter Fuck gesagt wird und ab zweimal muss es ja R-Rated sein.
Christian:
Stimmt, das ist natürlich völlig korrekt, ja. Thema erledigt, Diskussion beendet, ja.
Arne:
Nee, aber die Laufzeiten stehen auf Wikipedia und die Version, die ich gesehen habe, war definitiv zwei Stunden sechs Minuten, das ist die Kinofassung. Der Extended Cut ist nochmal zwölf Minuten länger, Stunde achtunddreißig. Also dann, ähm, hab ich die Kinofassung gesehen, obwohl ich mich wundere in diesem Schnittbericht, weil gut, ich hab's jetzt nicht gelesen, ich hab ja eben nur einmal durchgescrollt, aber das, was ich da sehe mit diesem in der Hand steckenden Pfeil, ähm, Das ist definitiv auch in der Kino-Fassung so gewesen. Keine Ahnung.
Christian:
Ja, ich sag ja, einfach noch mal ein bisschen, könnte man noch mal ein bisschen weiter recherchieren. Weil, wie gesagt, ich hatte irgendwie auch nur was gesehen, dass diese Extended-Fassung irgendwie, die davon spricht, irgendwie zwölf Minuten länger oder irgendwie sowas, dass die halt auf dieser 3D-Blu-Ray irgendwie, glaube ich, nur drauf ist. Aber ich hab's auch noch nicht mal gemacht. Ich hab sie im Regal stehen, die Blu-Ray. Ich hab auch noch nicht mal drauf geguckt, was ich überhaupt hier rumstehen hab. Ich hab einfach das in den Plus angemacht und habe mich gefreut, dass das, glaube ich, sogar in 4K irgendwie kam. Also, ja, genau. Aber eine Sache, die ich auch noch ansprechen wollte.
Christian:
Ist so dieser Körperkult. Hugh Jackman war sehr froh und sehr stolz und hat gesagt, mit diesem Film hat er es zum ersten Mal, was so das Pumpen und das Aussehen angeht, so war er zum ersten Mal als Wolverine zufrieden, dass er es geschafft hat. Also so mit seinem Körper, so wie ihn jetzt und ich meine, also ich habe den Eindruck, dass man das auch merkt, weil auf jedem Cover ist er oben ohne drauf und ich habe das Gefühl, der Film hat mehrere Gründe gesucht, ihm irgendwie das Shirt auszuziehen und uns zu zeigen, wie durchtrainiert er nun ist und das fand ich halt auch irgendwie interessant, so das ist ja auch ein Aspekt, über den wir auch schon mal öfter gesprochen haben, jetzt auch bei Man of Steel ja so ein bisschen so dieses, habe ich auch das Gefühl, dass das jetzt auch nochmal irgendwie so in der Zeit wichtiger wird, größer wird, auch mehr so ein Marketingfaktor irgendwie wird, diese durchsübertrainierten männlichen Körper irgendwie auch nochmal mehr zur Schau zu stellen. Wie war das so für dich?
Arne:
Ja, ganz klar wahrnehmbar auf jeden Fall.
Arne:
Was ja ganz interessant ist, ich habe vor kurzem gelernt, dass es mittlerweile ja den Begriff des Deadbods gibt.
Arne:
Und dass mittlerweile durch diese verzerrten Social Media Realitäten und da haben wir letztes Mal dann auch schon drüber gesprochen, diesen extrem krassen Substance Abuse, der so völlig normiert ist mittlerweile, dass halt alle Leute denken, dass so wie diese ganz krassen Bodybuilder aussehen mit völlig wulstigen Proportionen und Venen, die überall durch die Haut durchtreten und so, dass man sowas irgendwie natürlich erreichen könnte, ähm, Dass also Schauspieler, die zum Erscheinungsdatum der Filme, wie zum Beispiel Hugh Jackman für X-Men Origins oder Daniel Craig bei dem ersten seiner Bonds Casino Royale, wo es ja auch so ein Strand oder es gab da irgendwie so, als er diesen Film gedreht hatte, gab es so Paparazzi-Shots, wo er an irgendeinem Strand war und dann da in Badehose rumrannte. Und die halbe Welt drehte nur durch, wie krass Hugh Jackman für diesen ersten X-Men-Origins-Film aussah und wie krass Daniel Craig durchtrainiert war. Und wenn du das heute anguckst, dann merkst du halt richtig, wie so die Wahrnehmung durch eben diese Tendenzen, die es da heutzutage gibt, schon wieder so völlig sich weiterentwickelt hat. Die sehen halt wirklich einfach so ein bisschen fit aus, aus heutiger Sicht und hier ist es ja schon so dass er halt total diesen.
Arne:
Bodybuilder on stage look hat, also ich weiß nicht wie dehydriert der diesen Film gedreht haben muss damit halt die Haut schon so über den Muskeln spannt und ich glaube irgendwie was.
Christian:
War das noch so 36 Stunden vor der Szene, das letzte Mal Wasser zu sich genommen, um genau das zu genau diesen Look zu erzielen. Die Körperflüssigkeit so runterdrehen und so, das ist halt crazy.
Arne:
Das wusste ich jetzt nicht, aber ich kenne es halt von diesen ganzen Storys von professionellen Bodybuildern, die ja Entwässerungsmedikamente irgendwie vor den Competitions nehmen und so weiter. Also bis eben auch auf ein so gefährliches Level, dass irgendwann, einfache Körperfunktionen drohen auszusteigen, weil halt einfach nicht mehr genug Flüssigkeit da ist, um Nervenreize zu übermitteln und irgendwie, Mineralstoffe, die eigentlich Boten und Transmitter sind, zu transportieren, so, und, äh, das ist halt schon, also, ne, das ist, das ist genau dieses Ding, wenn man da sich eben so ein bisschen mit beschäftigt, dann weiß man, dass man so halt nicht aussieht, weil man viel trainiert hat, ne, sondern das ist halt das für das, für das geschossene Bild inszenierte Körperbild, ne, so, und, ähm, Deswegen, also es ist natürlich, ist es wirklich krass, wenn man dann so vergleicht, wie einfach diese völlig übertriebenen Körperbilder, die in Comics in den 90ern eben genau so gezeichnet wurden, jetzt halt von echten Menschen so auf die Leinwand gebracht werden. Aber gerade aus der heutigen Sicht, wo das eben alles auch schon so flächendeckend problematisch geworden ist, ist das eher sowas, was ich sehr zähneknirschend wahrnehme. Also ich weiß, dass er irgendwie mal betont hat, er hätte ja nie Steroide genommen für die Vorbereitung. Er würde einfach nur seinen Job und Wolverine lieben und so.
Christian:
Ja, das war auch 2014, da kam der erste Guardians of the Galaxy raus. Das habe ich auch noch, also das habe ich wirklich noch in Erinnerung. Das war Chris Pratt, der ja zuvor, ich weiß nicht, hast du mal Parks and Recreation geguckt? Die Serie, so eine Comedy-Serie, so ein bisschen Office-Ableger auch mit so vermeintliches Doku-Format. Man begleitet da irgendwie so ein Büro, was sich irgendwie so um Parkanlagen da irgendwo in Amerika kümmert, bla bla bla, Comedy-Kram. Da hat Chris Pratt mitgespielt. Das war so sein Durchbruch. Und er war eigentlich der funny, chubby Guy. So, plauze, pummelig, dick, aber der liebenswerte und irgendwie auch so ein Publikumsliebling und so. Und da ist dann irgendwie, ich glaube, so zum Ende der Serie hin ist er, glaube ich, dann irgendwie auch ausgestiegen. Und also war auch wirklich so auf dem Comedy-Level halt wirklich fantastisch auch gespielt alles. Und dann hatte er, ich glaube, da war noch davor Zero Dark Thirty mit hier von, na, wie heißt sie noch?
Arne:
Bigelow.
Christian:
Genau, Catherine Bigelow. Da hat er auch schon mitgespielt, irgendwie ein oder zwei Jahre dann vor den Guardians und dann nach dem Film, mit dem Film gecastet für Guardians. Und das war dann irgendwie, ich weiß nicht, das muss dann sogar noch davor gewesen sein, dass er, glaube ich, dann bei Zero Dark Thirty, der klassische Instagram-Post oben ohne aus dem Gym auch völlig durchtrainiert auf einmal, ne, und das war bei ihm halt so diese krasse Wende, weil der war halt irgendwie gefühlt ein halbes Jahr vorher dieser pummelige, lustige, Comedy-Guy und dann postet der da auf Instagram das Bild aus dem Gym und ist halt so durchtrainiert wie noch gar nichts. Und schreibt halt nur so dazu, ja, lustig, was ein halbes Jahr ohne Bier irgendwie bewirken kann. So nach dem Motto. Mal so nebenbei. Und so wie du gerade gesagt hast, ich finde, das ist halt auch ein Riesen, also das ist halt, das ist so ein Riesenthema eigentlich, weil ich denke mir auch.
Christian:
Es ist so zwiegespalten, weil du hast ja recht, es kommt aus den Comics und dieser Körperkult ist da ja übernommen worden aus dem Comic-Bereich. Und wie du gesagt hast, da gibt es ja auch die wildesten Proportionen und Trends, auch so Anfang der 2000er, das weiß ich auch noch, Jim Lee, wie der sein Superman und sein Batman zeichnet, ist auch nicht von allen irgendwie gemocht und geliebt, weil das so diese fast schon unmenschlichen Wesen einfach auch sind. Und klar, im Comic kannst du zeichnen, wie du willst, aber dass das jetzt so auch in das Genre, in das Filmgenre so übernommen wird, wir hatten das mit Henry Cavill bei Man of Steel, wir sehen das bei Hugh Jackman, um dann sich aber auch so, um das dann aber auch mit dieser Attitüde zu präsentieren von.
Christian:
Naja, ich frühstücke gut, ich hatte schon immer gute Gene und dann auch dieses, ja, dieses Credo, da hast du dann ja auch noch andere Kandidaten, The Rock und wie sie alle heißen, Die auch diesen Lifestyle propagieren und sagen, naja, wenn du was schaffen willst, musst du um drei Uhr nachts aufstehen, zwei Stunden Gym, dann irgendwie dein Joghurt. Also die halt Aspekte unter den Tisch fallen lassen und diese Aspekte sind halt mindestens, das ist mein Job. Also du gehst ins Gym nach Feierabend, nach einem gestressten Tag, ich werde dafür bezahlt. Da fängt es ja schon an und es geht halt so weit, wie du sagst wie sehr hilft man der ganzen Sache auch noch mit Substanzen nach, so darüber wird nicht gesprochen, das ist kein Aspekt, das ist kein Thema, weil dann diese Erzählung in sich zusammenfallen würde, aber es wäre eigentlich viel ehrlicher zu sagen in den Talkshows, ja klar dreimal am Tag wird die Spritze gesetzt und ich war am Set so schwindelig, weil mein Körper null Flüssigkeiten hatte und die Sanitäter stehen jedes Mal bereit, wenn die oben ohne Shots gemacht werden so, weil, und die Versicherung sagt auch, das müssen wir aber doppelt versichern, also, die Unehrlichkeit dahinter, finde ich, ist ja auch schon mal ein Aspekt.
Arne:
Ich meine, wir müssen natürlich auch noch dazu sagen, Wir sind hier in professionellen Hollywood-Kontexten und ich glaube mittlerweile jeder Fitness-Influencer auf TikTok, Insta, YouTube kann Storys darüber erzählen, wie allein das richtige Lighting dich irgendwie aussehen lässt, als ob du irgendwie hyper steroid ultra jacked bist oder eben irgendwie eine leichte Wampe hast, weil du gerade irgendwie falsch stehst, nicht die richtige Pose hast, das Licht aus der falschen Richtung kommt und irgendwie, weiß ich nicht, der Wind irgendwie drei Mal im Kreis gedreht hat. Also all das, was man, und das sind so Welten, da kann man sich wahrscheinlich nur sehr bedingt reindenken, all das, was man auch natürlich an Manipulation und Spin-Möglichkeiten hat, Shots gut aussehen zu lassen, vor allem daraufhin aussehen zu lassen, dass Körper maximale Wirkung haben. Also das geht ja so weit, dass man damit Muskeln akzentuierter aussehen, Haut entsprechend anmalt anmalt und schminkt, die Fugen dazwischen dunkler aussehen lässt und so weiter, was halt alles natürlich diese, unnormal gejackten gejackmanten Bilder entstehen lässt, also keine Ahnung sagen wir mal so, der Mann, da müsste man sich jetzt wirklich mal von den ersten X-Men Filmen wo er halt einfach Muskeln unter einem normalen Körperfett Anteil hatte.
Christian:
Und da war er ja auch relativ kurzfristig irgendwie reingeholt worden. Das war auch nochmal so eine Anekdote, die ich gelesen hatte, dass er ja eigentlich gar nicht vorgesehen war für die Rolle und ich glaube, wenige Wochen vor Drehstart dann halt erst gecastet wurde. Also eben nicht schon drei Jahre vorher daraufhin trainiert hat.
Arne:
Und ich meine, wenn man, professionell betreibt, seinen Körper als sein Kapital ansieht, unglaubliche Willensstärke hat und über 20 Jahre eine Hollywood-Diet plus jeglicher Möglichkeiten, die man hat, um irgendwie on-screen krass auszusehen, dann ist das hier schon auch nochmal eine andere Nummer, als das ein Henry Cavill in Man of Steel ist oder ein mittlerweile Chris Hempfworth in Thor 4 oder so, wo man einfach wirklich das Gefühl hat, da steht ein Bodybuilding-Monster on-screen. Also er ist hier schon, das ist schon deutlich mehr als jemand, der einfach trainiert aussieht, aber es ist noch nicht so dieser Mutations-Bodybuilding-Level.
Arne:
Ja, ja. Also nicht, dass man, so mit krasser Dehydratation und allen Tricks ist sowas vielleicht auch möglich. Das ist noch so die Range, wo ich sagen würde, man kann es ihm glauben, dass er sagt, er hat das alles mit natürlichen Mitteln erreicht oder man kann es ihm halt auch nicht glauben. So einem Henry Cavill oder einem Chris Hemsworth oder was du gerade eben als Anekdote da von Chris Pratt erzählt hast, den würde ich es dann halt nicht mehr glauben. So jemand, der eben in wenigen Monaten eine Muskelmasse aufbaut, die du dir mit guten Genen in fünf Jahren antrainierst eigentlich.
Arne:
Das ist dann halt schon was anderes. Aber man sieht halt auch wieder nur umso mehr, da geht es halt auch drum. Es sind eben Körperkulte und es nimmt eben immer mehr auch, es spiegelt im Grunde genommen ja auch immer mehr die parallele Entwicklung von Gesellschaften wieder. Also der Bodybuilding-Hype 2.0, nachdem es das eine Mal ja schon eigentlich so zu Orni-Zeiten so einen ganz krassen Bodybuilding-Boom gab und dann wurde das irgendwie immer weniger und irgendwann hat man Pumpe auch so als Idioten abgestempelt im Volksmund und dann kamen plötzlich Fitnessstudios wieder und dann so Mitte der Nullerjahre waren ja plötzlich überall Fitnessstudios und plötzlich war überall Bodybuilding und plötzlich waren das doch nicht mehr nur die Idioten, sondern so ein legitimer Sport, Ort, der irgendwie mit extremer Leistung und Selbstbeherrschung und so weiter einhergeht. Naja, und das kann man auch in diesen Filmen so als Entwicklung finde ich sehr gut abzeichnen, wie sich auch Gesellschaftsbilder da wieder entwickelt haben.
Christian:
Guck dir mal, oder denk mal an Christopher Reeve im ersten Superman-Film. Also das war ja auch irgendwie so ein Thema, der hatte irgendwie auch wenige Wochen Zeit, also das der war ja auch so ein Spargeltatz, der irgendwie von den Theaterbühnen kam, der jetzt auf einmal in diese Rolle verfrachtet wurde und gecastet wurde. Und irgendwie da, also ich meine auch irgendwie gelesen zu haben, dass er während der Dreharbeiten irgendwie das erkennbar ist, welche Szenen sozusagen am Ende der Produktion und welche am Anfang, weil er halt zwischendurch noch zugelegt hat an Muskeln. Aber das ist ja auch.
Arne:
Das hast du gelesen, das musst du doch auswendig kennen, Christian.
Christian:
Ja, ich muss meine Studien mal wieder aufnehmen. Ich muss es in Frame by Frame mal wieder analysieren. Aber so diese ...
Christian:
Da kann man vielleicht den Bogen noch ein bisschen größer machen. Also das Verkörpern dieser Figuren, wie du sagst, also der Körperkult nimmt halt immer weiter zu. Und die Frage ist ja auch so ein bisschen, auf welche Kosten? Oder wie viel bringt das dann noch zusätzlich? Also wenn du jetzt auch anfängst, die Figuren irgendwie zu vergleichen. Also ist ein Henry Cavill aufgrund seiner Muskelmasse der automatisch der bessere Superman als ein Christopher Reeve?
Christian:
Wenn du die Figuren, die Personen, die Bilder einfach nebeneinander stellst, wo ich halt sagen würde, nee, also mag ein Aspekt irgendwie sein, also diese körperlichen Aspekte spielen da schon auch mit rein, aber ich glaube auch, dass das jetzt so in dieser Phase, in diesen 2000er, diese 2010er Zeiten halt irgendwie sich auch so gegenseitig hochschaukelt. Also auch die Produktion, das kommt ins Narrativ mehr mit rein, so in die Filmvermarktung mehr mit rein, es kommt mehr, es findet mehr statt auf den Postern, in den Filmen selbst, das ist Teil des Marketings, dass so ein halbes Jahr vorher immer diese Instagram Bodybuilder-Shots irgendwie veröffentlicht werden von Leuten, die sagen, guck mal, was ein halbes Jahr ohne Bier irgendwie schafft, so ungefähr. Und das finde ich, ich finde es interessant, ich finde es bemerkenswert und ich glaube, das ist auch eine Sache, die wir auch in die nächsten Diskussionen irgendwie mitnehmen sollten, so wie sich diese Körperbilder auch verändern und auch immer die Frage stellen, was bringt uns das eigentlich? Also ist das vielleicht auch ein Zeichen für das Genre, dass man sagt, naja, so.
Christian:
Storytechnisch tritt man vielleicht auf der Stelle und versucht in diesem Aspekt der Inszenierung sich abzusetzen von anderen Filmen oder Argumente zu schaffen, die man vielleicht sozusagen in der filmischen Erzählung nicht irgendwie schafft. Schwer zu sagen. Ich habe da jetzt auch nicht irgendwie das super Fazit oder so dazu, aber ich finde es schon auch an Hugh Jackman interessant, weil das ja dann ich weiß gar nicht, war das jetzt, Nee, danach macht er, glaube ich, nur noch einmal Logan oder war das bei so einem Days of Future? Ich meine nämlich, dass da noch so ein Film, also dass da noch so ein, zwei Filme kamen, wo es halt noch krasser wurde, wo es irgendwie noch mehr, noch mehr wurde. Und das irgendwie auch langsam unangenehm wird, finde ich. Für mich einfach so.
Arne:
Also es war jetzt ja auch wieder in diesem Deadpool, wie X vs. Wolverine, keine Ahnung, wie der genau heißt.
Christian:
Und, einfach nur und.
Arne:
Deadpool und Wolverine. Da gab es ja auch die großen Diskussionen, weil er wieder extrem krass aussah. Allerdings, also ich habe dann den Film nicht gesehen. Ich wollte schon sagen, natürlich nicht gesehen, aber das weiß man ja hier, das natürlich muss ich nicht aussprechen.
Christian:
Ich würde sagen, noch nicht gesehen.
Arne:
Ja, ja, we're in for the long term. So, die Fotos, die ich gesehen habe, da ist er halt unendlich definiert, aber die Muskelmasse ist halt nicht so mutationsartig riesig, wie das bei anderen seiner Kollegen ist. Der ist ja auch in seinen 50ern mittlerweile und auch da gab es die Diskussion wieder hat er sich den Körper jetzt hier zusammen gejuiced oder nicht und wie gesagt ich kenne nur Fotos und auf Fotos kannst du halt einfach alles machen, da kommt ja dann auch noch Fotomanipulation und so weiter dazu, aber naja also wir wissen es nicht ich glaube er war dann nur nochmal in, irgendwo war er doch da haben sie doch diesen in einem der Filme quasi am Ende nochmal so eine Basis gestürmt wo die Fanboys alle wuschig wurden weil so Weapon X dort angedeutet war, aber ich bin mir nicht sicher ob er da als Computer Wolverine nur ein Film war War das nicht bei Origins? Nee, nee. Also in einem der X-Men-Filme.
Christian:
Ach so.
Arne:
Kann sein, also entweder Apocalypse oder der davor.
Christian:
Ich weiß das auch nicht mehr. Ich hab die auch alle nicht mehr so...
Arne:
Da gab es so ein Wolverine-Cameo noch am Ende. Oder ich bin grad völlig verrutscht. Ist auch egal. Auf jeden Fall einer der neueren. Deswegen, also ich glaube hier war das schon so, was die Masse betraf. Schon seinen Peak. Können wir irgendwann nochmal uns darauf rückbesinnen, auf die Aussage. Vielleicht nochmal so als finale Einschätzung. Wir sehen da ja im Grunde den Trend aus Comics, 20 Jahre Zeit versetzt in Filmen. Wir kamen bei Comics ja auch aus dem Golden Age, mit verhältnismäßig normalen, nur für damalige Zeit etwas muskulöseren Körpern unter Kostümen. Da wäre das Äquivalent dann nicht 50er Jahre Comics, sondern 70er Jahre Filme, da sind wir genau bei Christopher Reeve und dem ersten Superman Film.
Arne:
So und dann ging das in Comics, zog das dann ja auch nach und nach ein und spätestens in den 80ern hat man plötzlich schon wirklich sehr muskulöse und Bodybuilding artige Typen gehabt, die natürlich auch durch die Bodybuilding Trends und die Trends, die Lou Ferrigno, Arnold und so weiter eben im Mainstream gesetzt haben, dann auch wieder beeinflusst waren und eben man gesehen hatte, so muskulös können Menschen wirklich sein. Also setzen wir natürlich bei den gezeichneten Figuren nochmal ein bisschen die Schippe drauf. Und bei 90er Jahre Comics, da ist so ein Punkt erreicht, wo ich das wirklich schon unangenehm finde, wie vollkommen übertrieben, die, also auch die speziell so diese männlichen Körper gezeichnet sind.
Arne:
Ich hatte ja letztens, weiß nicht, ob ich das überhaupt im Podcast zu ähm, Dark Knight Rises überhaupt angesprochen hatte, dass ich diese.
Arne:
Comics mit Bane da auch gelesen habe und na gut, der ist ja auch irgendwie durch dieses Serum nochmal so quasi mutiert, aber das ist so die Zeit, das ist ja aus den 90ern, und da hast du, also jeder einfache Goon, der irgendwie nur so Handlanger von einem Supervillain ist, sieht halt einfach aus wie so ein Bodybuilder hoch 10, was also vollkommen unmenschlich und die eigentlichen Figuren.
Arne:
Wirken halt wirklich wie so mutierte Fleischberge nur noch. Und also dann, da hast du der Peak erreicht und ich habe so das Gefühl, du musst einfach immer so 20 Jahre nach vorne gehen, dann bist du aus den 90ern dann in den 10ern und da wird das dann halt mit dem, was echte Menschen auf dem Screen vermitteln, dann auch immer grotesker und immer krasser und auch bei 90er Comics kann man sich die Frage stellen, war da inhaltlich nicht eigentlich einiges auserzählt und man hat da sehr auf der Stelle getreten und deswegen finde ich deine These sehr charmant, die du gerade gemacht hast, diese Frage einfach mal zu stellen. Also sind wir hier an einem Punkt, wo also es muss ja nicht mal so sein, dass es eigentlich nichts zu erzählen gibt, aber wir wissen ja, wie deine immer wieder zitierten Anzugträger so ticken und wird vielleicht einfach völlig auf die falschen Pferde gesetzt. Also denkt man eben, Superhelden sind große Explosionen, buntes Licht und muskulöse Menschen, wo eigentlich ein Film wie der hier, auch wenn er nicht rund ist, wenn er irgendwann völlig in sich zusammenfällt, aber mit den Grundaspekten, die er so aufmacht, zeigt, wenn man genau in die andere Richtung geht, da wird es dann eigentlich wieder aus der Sicht von wirklich, filmischer Erzählung und so weiter interessant.
Arne:
Deswegen ist das hier auch wieder so ein seltsamer Zwischenkandidat, wo diese entstehenden Körperbilder schon sehr krass drin sind, wo sie aber, finde ich, sogar noch gerechtfertigter sind als in Filmen, wo ein Tor, der fliegen kann und Gott ist und draufhaut oder ein Superman, die haben ja eben auch über diese Körperlichkeit hinaus extreme Kräfte, die ja auch über irgendwelche kosmischen Gegebenheiten erklärt sind und nicht über deren Muskulösität. Wohingegen Logan, also er ist halt quasi unverwundbar, weil er sofort heilt und er hat das Adamantium-Skelett, Aber gerade weil wir hier viel Hand-to-Hand-Combat und sowas sehen, finde ich, ist dann diese körperliche Appearance von ihm im Grunde sinnvoller und fühlt sich auch glaubhafter und folgerichtiger an, eben so einen muskulösen Körper in diese Rolle zu schmeißen. Also deswegen würde ich sagen, dass es... Nichts, was ich erstmal so mal per se hinterfragen würde, sondern was sogar in der Art und Weise, wie auch hier Action passiert und wie die Figur so funktioniert, noch verhältnismäßig gut begründet ist, so in Brackets jetzt gesetzt.
Christian:
Zwei Sachen, die mir dazu noch eingefallen sind. Zum einen, als du das gerade auch so mit Bodybuilder-Trend irgendwie da so aus den 70er, 80ern oder wann Arnie da auch so auf seinem Höhepunkt war und wie das in die Comics eingezogen ist, da muss man den Bogen ja eigentlich auch schon wieder gleich zu Anfang zurückschlagen, weil die ersten Superman-Comics.
Christian:
Die 38 da erschienen sind, die haben sich ja, also man hat sich ja wirklich damals an diesen Bodybuilding-Pamphleten orientiert. Also die Art, wie man Bewegung und Energie und Kraft und sowas alles gezeichnet hat, das sind ja, also da kann man sich im Netz auch die Bilder anschauen. Das sind eins zu eins Bodybuilder-Posen, die nachgezeichnet wurden für die Cover und für manche Szenen und sowas. Also das ist ja eigentlich seit der Geburtsstunde so des klassischen Superhelden im Comic, ist diese Dualität oder ist dieser Bezug aufeinander irgendwie verankert. Also das wäre, glaube ich, auch nochmal eine richtig gute Forschungsarbeit, einfach mal so die Körperdarstellung vom Comic, also Bodybuilding, Comic und Film mal so zu verzahnen und mal zu gucken, wie sich da die Trends gegenseitig bedingt haben. Weil das kann ich mir schon auch vorstellen, dass da einfach so, wie du sagst, Arnold als Mr. Universe, dieser Bodybuilding-Boom, der ja auch eben diese muskulösen Körper auch in den Mainstream einfach gebracht hat. Also die Bilder dieser Körper waren einfach viel präsenter und wahrscheinlich hat man dann auch damals gesagt, naja, wenn wir jetzt diesen Superman haben, dann muss der auch deutlich, sag ich mal, stärker aussehen auf dem Papier als der echte Mr. Universe, der hier irgendwie durch die Gegend läuft und meint jetzt Filme zu drehen.
Arne:
Ja genau, es wurde immer ein Stückchen draufgeschlagen.
Christian:
Genau, aber eben auch diese Wechselwirkung und wahrscheinlich auch diese gegenseitige, sag ich mal, Inspiration. Also wahrscheinlich guckt auch, oder würde mich nicht wundern, wenn auch dieser Bodybuilding-Bereich natürlich auch durch jetzt diesen filmischen Mainstream wieder beeinflusst ist und sagt, naja, wie können wir diesen Körper nacheifern, wie du sagst, die am Set unter Idealbedingungen und zurecht geschminkt und wie können wir das reproduzieren, um dann wieder im Film wahrscheinlich diesen Zugzwang zu erzeugen. Der sagt, naja, wenn im Alltag und sozusagen im Mainstream von Social Media und anderen Kontexten die Körper jetzt so aussehen, dann müssen unsere Körper im Film aber wieder nochmal anders aussehen. Also, dass da eine ständige, also dass man sich da ständig aufeinander bezieht und versucht abzugrenzen, ist vielleicht auch nochmal eine interessante Sache so, die, die. Bei der ich hoffe, dass das gerade jetzt so in der aktuellen Lage gar nicht mehr so stark ist. Aber da müsste ich auch noch mal ein bisschen drauf schauen. Ich habe das Gefühl, dass dieser Trend so zumindest in den Filmen auch schon wieder ein bisschen vorbei ist. Und ich will jetzt auch wieder andere Helden irgendwie haben, die ja klar irgendwie alle durchtrainiert sind. Aber ein Ant-Man muss jetzt nicht aussehen wie Hendrick Cavill in Superman oder sowas, sondern man kann sich da auch so ein bisschen begnügen.
Arne:
Nee, aber das gehe ich absolut mit. Aber du kannst dann die Frage stellen, Ich befasse mich mit Hollywood im Grunde nicht mehr. Ich kriege immer nur so kleinere mediale Peaks mit, wo Dinge mal so in die Diskussion überschwappen. Aber das, was ich da so mitkriege, wir reden ja nicht explizit über Superheldenfilme, wenn wir diese Körperbilder jetzt betrachten, sondern der absolut gejackte, unnormal aufgepumpte Main Actor ist ja ein generelles Hollywood-Phänomen geworden. Worden und nicht mehr nur noch in Superheldenfilmen vertreten. Also das ist ja das neue Normal. Und also sicherlich muss es da irgendwann auch wieder eine Abkehr von geben. Und ich merke das eben auch. Ich vermisse total, in letzter Zeit gucke ich wirklich sehr viel einfach Filme aus allen Jahrzehnten und bin so gar nicht mehr dran an dem, was so zeitgenössisch passiert. Also viele Kontinente, speziell auch Asien.
Arne:
Viele Epochen viel 80er, 90er wieder dabei oder noch älter und ich merke das dann immer im Kontrast, wie ich in modernen Filmen vermisse, dass man einfach mal normale Menschen in irgendwelchen Geschichten sieht. Dass halt auch, dass ein Film mal gestarrt wird durch so einen Mit-40er, der schon eine Platte kriegt hinten und halt einfach diese Rolle spielt, weil man davon ausgegangen ist, dass er diese Figur cool verkörpern kann und da was rüberbringt und nicht für seinen Körper gecastet ist. Das ist also auch eins der Dinge, die ich elementar kaputt finde im modernen Hollywood, deswegen sowas kann nicht ewig gehen, weil irgendwann ist es dann so wie beim Bodybuilding, dass dann Actor am Set tot umfallen, weil sie halt eben zu dehydriert für die Szene, so wie die Bodybuilder jetzt eben teilweise tot umfallen auf der Bühne, weil sie zu dehydriert für die Show sind und sich einfach körperlich völlig kaputt gemacht haben.
Arne:
Die Fälle häufen sich ja auch, dass mittlerweile auch Real Talk gemacht wird, wie viele Darsteller eben auch schon lebenslange Essstörungen oder eben psychische Themen mitgenommen haben aus diesem vollkommen fälschlicherweise als Method Acting bezeichneten extrem zunehmen, extrem abnehmen in Vorbereitung auf irgendwelche Rollen und dann eben mittlerweile auch extrem Muskeln aufbauen und dann, keine Ahnung, wieder abbauen. So einfach geht das ja eigentlich nicht, aber irgendwie für die nächste Rolle wieder den Speck drüber und für die nächste Rolle den Speck wieder runtertrimmen und so.
Christian:
Christian Bale fliegt mir dazu ein, ne?
Arne:
Ja, der war ja so das absolute Vorzeigeding, aber auch selbst Leute wie Tom Hanks haben ja irgendwie den einen Film so gerade noch chubby eigentlich schon schwerst übergewichtig und den nächsten dann als abgemagerter, gestrandeter auf der Insel, teilweise in einem Film. Solche Transformationen durchgemacht.
Christian:
Ich muss auch gerade noch an Dave Bautista denken, der jetzt seit kurzem irgendwie auch so ganz anders aussieht, also die Muskeln halt abgebaut hat, weil er irgendwie auch gesagt hat, so wie ich aussah, kriege ich nicht die Rollen, die ich jetzt spielen will.
Christian:
Also als durchtrainiertes Muskelpaket kriegst du wahrscheinlich nicht irgendwie die, sag ich jetzt mal, dramaturgisch anspruchsvollen Rollen, die dich irgendwie dem Oscar näher bringen, falls das jetzt so sein Karriereweg ist, den er vorhat. Und gleichzeitig zuletzt, was ich jetzt hier noch so für mich geguckt habe, Black Adam, über den wir ja auch noch sprechen werden, und ich halt die ganze Zeit von dieser Pulsader auf dem Kopf von The Rock irritiert war. Wo ich auch gesagt habe, hättest du mal vor der Szene vielleicht nicht noch die Zehnliegestützen gemacht. Das irritiert mich einfach, weil ich mich die ganze Zeit frage, also dieses Körperbild.
Christian:
Und das meine ich, vielleicht ist das irgendwie auch gerade so Sehgewohnheit oder ich frage mich, ob der Trend halt sich wieder ein bisschen abgeschwächt hat und das dadurch jetzt nochmal irgendwie krasser auffällt. So, ne, aber ja, Körper, Körperbilder, Körperdarstellung, Körperkult, da werden wir glaube ich in ein paar Filmen auch noch irgendwie weiter drüber sprechen. und vielleicht auch auf die einzelnen Figuren gucken. Du hast recht, so ein Wolverine, da macht das noch mal ein bisschen mehr Sinn als jetzt vielleicht bei einem, Iron Man, Tony Stark, der das aufgrund seines Anzugs alles nicht braucht oder eben eines Tors, der als Gott durchs Universum fliegt und da ist eigentlich kackegal, wie viel Muskelmasse da irgendwie ist. Der Zauberhammer ist ja eh entscheidend. Also da kann man das ja alles irgendwie anders nochmal wegerklären. Ja, Fand ich jetzt aber wichtig, auch an dieser Figur und auch in diesem Film das nochmal so ein bisschen aufzumachen.
Arne:
Ja und das ist, wie gesagt, finde ich auch der richtige Punkt, wir haben jetzt sehr lange darüber geredet, aber kam mir jetzt auch erst so während der Diskussion die Erkenntnis, dass eben mit diesem sehr greifbaren, raw, auch Actionansatz, auch Kampfansatz in den Filmen, dass da diese Körperlichkeit nochmal ganz anders eingesetzt ist. Also wenn du jetzt einen Martial-Arts-Film guckst, dann siehst du auch Leute, die extrem durchtrainiert sind, wo man eben sieht, dass die in der Regel Kampfsportler sind, die diese Szenen drehen. Und dann macht das irgendwie Sinn. Und wir hatten ja auch schon bei Iron Man 3 jetzt, glaube ich, letztens nochmal drüber gesprochen, dass seine Superpower eigentlich die Brains sind, die die Technology schaffen, die ihn dann zu dem Superheld machen können. Aber dass seine Superkraft im Grunde die Intelligenz und sein Charakter ist. Und wie du sagst, wenn das Iron Man's U dreimal größer sein müsste, weil da so ein ultimatives Muskelmonster noch drin reinpassen muss, das wäre so ein bisschen seltsam. Das würde diese Figur des Brain Engineers schon wirklich unterwandern, finde ich. Wobei auch selbst ein Robert Downey Jr. glaube ich, mit den Filmen trotzdem irgendwie muskulöser wird. Oder habe ich das jetzt falsch auf dem Schirm?
Christian:
Zumindest beim ersten Iron Man auch durchtrainierter war. Und da gibt es dann halt auch den Six-Pack-Shot und bei, ich muss auch noch an Dr. Strange denken, da gibt es das nämlich irgendwie auch so zwischendurch, wo ich mir dachte, der Gehirnchirurg mit magischen Fähigkeiten und auch der muss ein Six-Pack haben und durchtrainiert sein, das war so Da wird es so richtig albern.
Arne:
Das ist genau das, was ich meine, so dass man in Hollywood keine normalen Menschen mehr zeigen kann, wenn es Rollen sind, die eigentlich normale Menschen erfordern würden.
Christian:
Ja, aber vielleicht ist das auch die perfekte Überleitung, um nochmal so ein bisschen zusammenzufassen, was wir hier so an Bedeutung für das Genre haben.
Christian:
Weil, also, diese ganze Diskussion eigentlich ganz gut da reinpasst, ne, so diese Körperbilder, Körperkult, das ist halt eben auch das Genre und da irgendwie auch nochmal ein bisschen auf die 2010er nochmal genauer zu gucken, finde ich da auch irgendwie ganz sinnvoll, so und, ja, vielleicht ist das auch noch ein ganz guter Moment, um auch nochmal zu betonen, so, dass Hugh Jackman, also wie gut Hugh Jackman auch in dieser Rolle ist, also, ne, Ich habe ja auch schon in der Vergangenheit mal so ein bisschen drüber gesprochen, dass es ja für mich so ein paar Besetzungen gibt in diesem Genre, die einfach so, ja da fehlen mir die Begriffe, aber die in so einer ganz eigenen Liga, also wo diese Verzahnung von Besetzung und Figur so in Perfektion irgendwie aufgeht, wo sich das so gegenseitig irgendwie auch befruchtet. Und natürlich, ne, für mich ist es halt Christopher Reeve als Superman, der diese Doppelrolle so perfekt spielt und wo das, also wo das Casting eigentlich so der Schlüssel zu allem irgendwie ist. Und ich sehe da Hugh Jackman in dieser Rolle eigentlich auch. Also, wir sind jetzt in einer Zeit, wo die X-Men ins MCU irgendwie zwangsläufig wandern und kommen und ich glaube, dass wir, also.
Christian:
Ich bin jetzt nicht mehr so ganz am Puls der Zeit, was diese ganzen Diskussionen angeht, aber ich kann mir niemanden anders in der Rolle vorstellen und das ist halt das Argument, das absolute Argument für Hugh Jackman in dieser Rolle. Es gibt Figuren, ja, da kann man irgendwie Namen ins Spiel bringen und sich was überlegen, aber Hugh Jackman ist Wolverine, um da mal Scrubs zu zitieren. Das ist einfach, ja, das passt so wahnsinnig gut. Mit der Randnotiz, Klammer auf, als damals dieses Casting passiert ist, haben die Fans das völlig auseinandergenommen, weil Hugh Jackman ist viel zu groß und die Statur passt gar nicht zu Wolverine, der ist eher ein bisschen kleiner und breiter und ich glaube, da kommt auch dieses ganze Körperding hier nochmal mit rein. Würde mich nicht wundern, wenn Hugh Jackman da irgendwie auch so ein paar, ich sag mal, verzerrte Wahrnehmung mitgenommen hat, nachdem die Fanboys da raufgehauen haben und gesagt haben, das kann doch niemals Wolverine werden. Aber der hat es halt einfach geschafft. Der ist für mich in so einer Riege wie Christopher Reeve als Superman oder wie Heath Ledger als Joker oder so, wo du sagst, das ist der Goldstandard eigentlich. So, alle, spätestens danach müssen sich alle daran messen und müssen irgendwie daran, also sind so die Messglatte für diese Rolle und für diese Besetzung. Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber für mich ist das Perfektion.
Arne:
Ja, das ist ja auch wirklich jetzt diverse Male getan, sowohl in den Ensemble-Filmen als auch dann eben den Solofilmen und man merkt auch, wie das mit ihm wächst und wie er auch immer tiefer in die Rolle reinrutscht und wie gesagt, über Muskeln hinaus, diesen ganzen Grundcharakter auch immer stärker verkörpert und da habe ich eben auch jetzt beim Schauen, gemerkt, wie sich auch meine Wahrnehmung auf Acting und auch auf Nuancen, die, teilweise angedeutet sind, die man aber auch teilweise über so eine Grundperformance wenn man es einfach spüren kann, dann auch verändert hat über die Zeit. Der weiß genau, was er da tut, weil er teilweise nicht mal was aktiv tun muss, um die Rolle zu sein. So wie er da zurecht gemacht ist, so wie er da agiert vom grumpigen, raubeinigen Logan über den Typen im Kampf, aber auch über die Interaktion mit den anderen X-Men in den wirklichen X-Men-Filmen. Das ist sehr sehr stark mit ihm verknüpft, da hast du recht und wahrscheinlich wenn man so überlegt, welche Darsteller, verkörpern wirklich also welche Darsteller sind sozusagen ihre Superheldenrolle dann ist es auf jeden Fall Top 3, da müsste ich mir mal Gedanken drum machen, wen ich da so am allerstärksten verschmolzen sehe ich meine Downey Jr. Ist auch extrem über den Iron Man mittlerweile definiert.
Arne:
Und Christopher Reeve Das ist vor allem für dich, glaube ich, auch noch mal die absolute Nummer eins. Die habe ich ja alle nicht so oft gesehen und die Entwicklung auch nicht so sehr verfolgt.
Christian:
Aber auch so dieses, also da kommen auch noch mehr Aspekte mit rein, das ist jetzt auch so nochmal gesagt, ich muss auch drüber nachdenken, auch dieses, auch die Möglichkeit haben, also auch einen Status in der Rolle entwickeln. Also ich glaube, so ein Hugh Jackman war auch im Laufe der Zeit und eben jetzt hier, also er hatte Mitspracherecht, weißt du? Es gibt Leute, die kommen irgendwie, also den erlaubt man, du spielst das für einen Film, zwei Filme, drei Filme und dann ist gut. Und ich glaube, dass Hugh Jackman sich einfach auch so einen Status erspielt und erarbeitet hat, den er dann auch, wie du sagst, ein Verständnis für die Figur, ein Verständnis für die Rolle, auch eine Intuition, auch nicht kein Augenzwinkern, kein über den Dingen stehen und das alles irgendwie so kleinreden und kleinmachen, sondern irgendwie so ein Gesamtbild einfach zu werden. So das Thema zu verstehen, sich nicht zu schade zu sein für das alles, trotzdem auch die Quellen auch irgendwie nicht nur zu lesen, sondern zu respektieren, zu lieben. Ich finde, das spielt da alles so mit rein bei ihm und eben dann auch diesen Status sozusagen auch fruchtbar zu nutzen. Ich glaube nämlich schon, dass wenn Hugh Jackman gesagt hätte, ich habe keinen Bock, sowas wie Logan zu machen. Also ich will meine 25 Mille. Ich will am liebsten den halben Tag vorm Greenscreen stehen.
Arne:
Das war's.
Christian:
Lass mich doch in Ruhe. Der Vertrag, was sagt der Vertrag? Ja, dann mache ich das noch. Aber mehr zu wollen und auch diesen Status auch auszuspielen, den man sich da irgendwie erarbeitet hat. Das sehe ich, also das ist für mich irgendwie auch Hugh Jackman in dieser Rolle. Und deswegen also keine Ahnung, wer sowas irgendwie übernehmen sollte und ich glaube, dass Marvel auch sehr bedacht gerade vorgeht. und eben nicht schon ein halbes Jahr nach der Übernahme von Fox die nächsten Namen irgendwie da rauswirft, weißt du so? Und schon mit Casting in der Öffentlichkeit irgendwie rumspielt, sondern ich glaube, das wird eine der schwierigsten Besetzungen. Die Fantastic Four, die kannst du alle drei Jahre neu besetzen und niemand kräht danach. Aber ich glaube, neuer Wolverine ist ähnlich kompliziert wie einen neuen James Bond zu casten. Da haben alle eine Meinung zu.
Arne:
Ich würde sogar noch sagen, dass ein neuer James Bond definitiv einfacher ist als ein neuer Wolverine. Also da sind wir einfach schon dran gewöhnt, dass es da mindestens fünf signifikante Darsteller über 50 Jahre gab und bei Wolverine ist das jetzt tatsächlich auf diese eine Person nach wie vor gebrandet. Also wie war das denn? Gab es in irgendeinem der Filme eine jüngere Version von ihm? Nee, ne?
Christian:
Kann ich mich jetzt nicht erinnern.
Arne:
Als alle jung waren, war er ja auch noch nicht war ja auch nicht jung. Das ist er ja auch schon so gewesen wie jetzt. Ein bisschen älter als der Rest.
Christian:
Die haben bei Deadpool und Wolverine so ein bisschen damit gespielt. Durch die Paralleluniversen. Und da gibt es halt auch den einen oder anderen Gag. Also wen Deadpool in einem Paralleluniversum als Wolverine entdeckt. Um das nur mal ein bisschen anzudeuten. Aber das funktioniert auch nur, weil das der Gag, also weißt du, der Gag funktioniert halt nur, weil Hugh Jackman Wolverine ist. Egal, was du machst. Und da bin ich mal gespannt, wie das so, ob und wie man sich da irgendwie noch versucht von zu lösen oder nicht, aber ja. Also Hugh Jackman gehört auf jeden Fall auf den Mann Rushmore, der Super-Handros.
Arne:
Geh ich mit.
Christian:
Müssen wir auch nochmal ausarbeiten. Das könnte auch nochmal das nächste Forschungsprojekt hier werden, aber genau. Ja, dieses ganze, ich sag mal nicht Spiel, aber so, was wir über dieses R-Rating, über dieses Ab 18, Blut, Gewalt, das, sehe ich hier halt schon so dieser, dieser, ich sag mal, diese laute Wortmeldung, man würde gerne, aber man darf halt nicht. Das spielt hier für mich irgendwie auch ein bisschen mit rein. Also Wolverine schnetzelt sich hier so durch die Gegend, wo ich mir auch denke, wenn man das konsequent inszeniert, dann bist du halt bei Logan auch angekommen.
Arne:
Aber muss man ja irgendwie auch. Also ich meine, wir müssen uns mal überlegen, Superheldenfilme sind ja sehr gut darin, Gewalt nicht als solche darzustellen, Gewalt darüber auch so sehr zu banalisieren, über irgendwelche Gadgets, Items, leichte Verfremdung, Gewalt zu irgendwas Fantastischem, Magischem oder sonst was zu machen. Trotzdem purzeln die Schergen links und rechts aus dem Bild und sind eigentlich mal platt und das ist ja auch einer der Aspekte, der sicherlich auch in meinen Ausführungen in Zukunft nochmal öfter thematisiert werden wird. Und so, jetzt hast du ja einen Typen, dessen Waffen sind nun mal einfach drei ultrascharfe Stahlkrallen pro Hand, mit denen er sich, wie du sagst, durch die Feinde durchschnetzelt. Und das ist, also man muss sich das wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen, wenn man sich das mal so ganz rational und objektiv überlegt, wie unfassbar brutal das eigentlich ist. Das ist so, hast du Bloodborne eigentlich gespielt?
Christian:
Nee.
Arne:
Okay, das ist so, ich habe immer so gedacht, also Bloodborne, Spiel ja auch von From Software, Dark Souls Developer und so weiter, ist aber ja nicht so ein Fantasy-Spiel, sondern eher so Gothic-Horror, der dann später in so Cosmic-Horror übergeht. Und du bist ja ein Hunter, der quasi mit, Hunter bauen sich Waffen, mit denen sie Biest jagen in dieser Stadt. Und die Waffen sind teilweise zum Beispiel so Sägen an Stöckern, mit denen sie einfach so durch diese Mengen von Viechern durchballern. Und da habe ich auch nochmal so mit Fabi, meinem Podcast-Kumpel von Enough Talk, der das auch sehr leidenschaftlich gespielt hat, einfach mal eine Weile drüber sinniert. Wenn man sich das mal wirklich so offgame-mäßig in Filmform mal vorstellt, was für ein unfassbar brutales Gekrossel dabei rauskommen würde. Also so Waffen, die halt einfach so grobe, verrostete Sägen an Stöckern sind und sowas. Und damit hämmert man sich halt durch Gewebe durch. Das kann man halt irgendwie nicht PG-13-mäßig darstellen. Es wird schon fast absurd und ich finde, bei diesen Kämpfen von Wolverine geht das in so eine ähnliche Richtung. Du hast halt einfach drei Mordwerkzeuge pro Hand, mit denen halt ausgeteilt wird.
Christian:
Und alles auch so Close Combat, ne? Also dieses, ich sag mal, dieses gepresste Gesicht von Wolverine, wie der seine beiden Hände und die klingen ja immer in den Brustkorb seiner Gegner rammt. Der ist ja auch dazu verdammt, diesen Tod halt immer aus nächster Nähe mitzuerleben. Der kann ja auch nicht sich irgendwie in die Entfernung stellen und einen Hammer schmeißen und sagen, drei Kilometer weiter passiert da mal irgendwie was und das macht dann irgendwie Dong, sondern das geht schon wortwörtlich sehr nah alles. Eine Sache, eine kleine Sache, die ich noch gesehen habe, ich versuche immer ein bisschen mitzuschreiben, wer denn irgendwie noch woanders irgendwie auftaucht, und ich habe noch gesehen, dass William Lee bei Elektra irgendwie da auch den Bösewichten gespielt hat, ähm, Ich habe den Film mal gesehen, aber ich kann mich an nichts mehr erinnern, deswegen gebe ich das jetzt einfach mal so wieder, was ich gelesen habe. Und Tau Okamoto, die hier die, wie hieß sie denn, die Mariko gespielt hat, die sehen wir dann auch nochmal bei Batman wie Superman. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass sie da noch irgendwie rumgelaufen ist, aber auch das habe ich gelesen. Also ja, und ja klar, Hugh Jackman ist und bleibt Wolverine.
Arne:
Haben wir Elektra nicht mal hier besprochen?
Christian:
Das kann sein, aber ich würde jetzt mal aus dem Bauch heraus sagen, das ist ungefähr 34 Jahre her und ich weiß schon gar nicht mehr, was ich heute Morgen gefrühstückt habe.
Arne:
Das geht mir ja ähnlich, deswegen frage ich ja, haben wir das mal gemacht? Also ich weiß, wir haben auch von diesen Schrottigen in Deutschland, glaube ich, fast nur Direct-to-Video-Superheld-Innen-Filmen, die so ganz früh in den Nullerjahren dann kamen, bevor der Boom losging. Da haben wir mal irgendwelche Double Features gemacht.
Christian:
Wir haben den mit Daredevil zusammen besprochen, tatsächlich in Ausgabe 25 und das war im Mai 2018. Das ist ja auch schon fast sieben Jahre her.
Arne:
Da darf man sich auch unter Umständen nicht mehr an eine, ich weiß nicht mal, wer der Villain da überhaupt war. An Daredevil kann ich mich noch ganz gut erinnern, weil diese Colin Farrell Performance einfach so oft jenseits von everything ist, dass die in Erinnerung geblieben ist, aber...
Christian:
Ich wollte gerade sagen, wir bauen am Mount Rushmore noch irgendwie den Mount Colin an und dann kriegt er da sein eigenes Denkmal.
Arne:
Ich fände es gut.
Christian:
Dann, bevor es hier zum Abschluss kommt, ja, gehört der Film in den Kanon?
Arne:
Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, Gerade so als, naja, ich weiß nicht, ob erster, wir haben ja gerade festgestellt, wir haben eigentlich fast alles schon mal vergessen, was wir hier gemacht haben, aber als einer der ersten, die mal versuchen, das Ding kleiner aufzuziehen und das super vielleicht mal wirklich aus so einer humanistischen Perspektive raus definieren und auch, naja, verknüpfen mit dem Willen zu leben und überhaupt weiter zu existieren. Das ist schon echt ein schöner Spin. Und wir hatten viele kleinere Filme, die zu klein geblieben sind, meiner Meinung nach. Aber der macht das schon passabel.
Christian:
Ja, finde ich auch. Also können wir sehr, sehr gerne mit reinnehmen. Ich finde, das Argument dagegen wäre auch irgendwie zu sagen, na ja, so vielleicht als Fußnote, wenn man, was ich ja meinte, dieses Bindeglied, wenn man vielleicht gesagt, na ja, das lässt ihn rausfallen, weil Logan das in Reinform in Perfektion bringt, was der hier versucht und das ist sozusagen der unfertige Versuch und deshalb, aber ich bin eigentlich auch dafür, dass man den rein nimmt. Ich glaube, diese Frage hatte ich auch, glaube ich, schon in der letzten Sendung gesagt, die werden wir jetzt des Öfteren einfach mit Ja beantworten. Die war am Anfang dieser Diskussion glaube ich nochmal wichtiger, als wir angefangen haben und da auch sehr viele skurrile Sachen noch irgendwie rausgepickt haben und jetzt sind wir ja in sehr ich sag mal, sicheren Fahrwassern was das Genre angeht unterwegs. Deswegen ja, aber sie ist gestellt und sie ist beantwortet.
Christian:
Und in der nächsten Sendung, da bin ich ja mal sehr gespannt, weil du den Superhelden schon des Öfteren gejobbt hast und auch die Besetzung, da können wir ja vielleicht einfach mit der Lupe dann mal so die Bauchmuskeln zählen. Da werden wir nämlich tatsächlich über Thor sprechen. The Dark Kingdom. Der zweite Film.
Arne:
Also eigentlich The Dark World, aber in Deutschland, das war vorhin mein In-Brackets, übersetzen, was ich da ansprach.
Christian:
Gut, dass du sagst, ich habe es schon wieder komplett vergessen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo der wie hieß, aber der zweite Tor, der Tor, über den eigentlich auch niemand mehr reden will. Ich glaube, Marvel am allerwenigsten, weil der damals auch mal so ordentlich nach unten gegangen ist in der MCU-Kurve. Also wir haben jetzt im Jahr 2025, sag ich mal, gehäuft die Lowlights in letzter Zeit abbekommen im MCU. Aber damals 2013 war das auch schon... Eher weiter unten angeordnet.
Arne:
Also kann ich gleich sagen, ich kann mich an einen einzigen Gag aus dem Film noch erinnern. Und den fand ich absolut großartig damals. Das war auch das Einzige, was er in dem Film großartig fand. Aber ich glaube, ich fand diesen Gag so geil, dass ich dem Film auf Bewertungsplattformen wahrscheinlich einen Stern oder zwei Punkte mehr gegeben habe, wie er, ich weiß nicht bei wem, ob das da bei Portmans Figur oder Skarsgars Figur oder auf jeden Fall bei einem Zivilisten in die Wohnung reinkommt. Und dann ist total angepisst wegen irgendwas, was vorher passiert ist, geht an der Garderobe vorbei und will seinen Hammer, so wie man halt seine Jacke an die Garderobe hängen, so im Vorbeigehen so an diese Garderobe hängen und es ist so ein absoluter Deadpan-Moment. Er hält den so hin, hängt ihn an die Schlaufe und natürlich reißt die Garderobe sofort ab und der Hammer fällt auf den Boden, aber keiner merkt so richtig, weil es einfach so nebenbei passiert und ich habe mich vollkommen weggekracht. Mal gucken, ob der Gag die Qualität halten kann. Ansonsten weiß ich, da waren irgendwie runde, bunte Dimensionsportale im Himmel und mehr weiß ich da auch nicht von.
Christian:
Siehst du, die habe ich schon wieder vergessen. Ich kann mich an Natalie Portman erinnern. Ich glaube, der Film spielt mal kurz in London. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das der Film war, den Patty Jenkins hätte machen sollen. Aber das MCU hat sie dann erfolgreich vergrault und hat ja dann dazu geführt, dass sie dann rüber zu DC eine Tür weitergegangen ist und dann Wonder Woman gemacht hat.
Arne:
Tja, erste RegisseurInnen, die im Gespräch waren, da brauchst du gar nicht von anfangen. The Wolverine hätte eigentlich Darren Aronofsky machen sollen. Und der ist dann irgendwann aus dem Projekt gefallen und dann kam es auch erst ein, zwei Jahre später.
Christian:
Ja. Ja, aber das werden wir in der nächsten Sendung mal machen. Ich bin gespannt. Ich habe Thor, weiß ich nicht, wahrscheinlich auch zwölf Jahre nicht gesehen. Ich weiß, dass man bei Endgame versucht hat, den Film nochmal ein bisschen zu retten. Bei Marvel ist man immer sehr, sehr gut gewesen. Diese, sag ich mal, nicht so beliebten Filme dann so nachträglich nochmal ein bisschen mehr ins MCU reinzuholen, damit man die dann bei so einem Rewatch auch definitiv nicht auslassen kann. Aber ja, mal gucken. Mal gucken. Ich habe ein paar Theorien, was diesen Film angeht, deswegen. Mal schauen. Könnte nämlich auch so ein Brückenfilm sein. Mal schauen. Tja.
Arne:
Ja, nachdem Thor The Dark Kingdom, der eigentlich The Dark World heißt, dann durchgestanden ist, dann dürfen wir uns erstmal noch Spider-Man 2 antun. Nee, dann kommt nämlich schon auch direkt, wobei deutschen Titel sind The Return of The First Avenger als nächstes. Und dann dürfen wir erst 2-3-2 erleiden. Gut, das sind ja rosige Aussichten, sage ich mal.
Christian:
Ja.
Arne:
Und auf diesen können wir verbleiben.
Christian:
Das machen wir.
Arne:
Das war sehr erquickend jetzt hier.
Christian:
In diesem Sinne, frohes Pumpen und wir hören uns in der nächsten Ausgabe.
Arne:
Das klingt vernünftig. Bis denn.
Christian:
Ciao.