| Artist: | Superhero Unit Studios |
| Album: | Superhero Unit |
| Year: | 2025 |
| URL: | http://superherounit.de/ |
| 0:00 | Intro |
| 0:59 | Warum dieser Film? |
| 20:01 | SECOND UNIT STUDIOS+ |
| 20:40 | Zusammenfassung in einem Satz |
| 21:53 | Filmbesprechung |
| 1:18:57 | Bedeutung für das Genre |
| 1:29:42 | Gehört der Film in den Kanon? |
| 1:33:06 | Nächste Sendung: Guardians of the Galaxy [2014] |
Arne:
And we are in. We are in.
Christian:
Ist das der Gemütszustand, den du hattest, während du zweieinhalb Stunden The Amazing Spider-Man 2 Rise of Electro über dich hast ergehen lassen?
Arne:
Der Film mit dem catchy Namen. Ja, ich meine, der Ton wird ja nicht in den ersten fünf Minuten, aber in der sechsten bis zehnten Minute genau so gesetzt. Und dann in der, oh Gott, wie lang ist denn das Ding, in der 140. Bis 145. Minute nochmal aufgegriffen.
Christian:
Sehr, sehr spezifisch. Erstmal hallo Arne, einen wunderschönen guten Ding. Ja, Tag Christian.
Arne:
Nabbend, Moin, Mahlzeit, da können sich die Zuhörenden aussuchen, was gerade passt.
Christian:
Und falls wir uns nicht mehr sehen, einen guten Tag, einen guten Abend und eine gute Nacht. Oder so ähnlich.
Arne:
Your friendly neighborhood Spider-Man will come and save you. Yes.
Christian:
Arne, warum machen wir das? Also warum sprechen wir jetzt über diesen Film? Was hast du dir erhofft von The Amazing Spider-Man 2? Wir hatten ein paar Textnachrichten ausgetauscht und du beitest, du hast ihn damals nach fünf Minuten abgebrochen. Erzähl mal, was war da los, damals wie heute?
Arne:
Ich finde das gut, wie du schon so intuitiv die Fähigkeit erlangt hast, so den Film zu mimiken. So wir steigen jetzt so, nichts warm labern, also wir steigen jetzt in so ein Cold Opening ein und gehen jetzt sofort erstmal hier in die Action-Szene, ab ins Flugzeug. Mit Höchstgeschwindigkeit wird hier durchgesprintet.
Christian:
Junge, wir sind für die jungen Leute da draußen, ja, wir müssen das Tempo halten, da hast du keinen Platz für das Tempochen.
Arne:
Dann ist der Podcast jetzt schon zu lang.
Christian:
Genau, da muss der Schnitt kommen, zack, zack, zack, zack.
Arne:
Okay, bam, bam, bam, bam, bam. Was habe ich erwartet? Nix. Warum? Weil ich habe, also damals ja schon, das hatten wir vor ein paar Ausgaben ja schon erörtert, den Amazing Spider-Man 1, als er noch keine Zahl hatte, aber jetzt 1, von Mark Webb, von Sony kann man glaube ich eher sagen, wobei beim ersten kann man schon noch eher sagen von Mark Webb, jetzt muss, beim zweiten muss man sagen von Sony.
Arne:
Den fand ich ja schon nicht sonderlich berauschend und hab dann, auch irgendwie viel gehört, so zweiter Teil, eh kaum Interesse oder kein Interesse dran gehabt und dann überall gehört, ja vollgestopft und funktioniert alles nicht richtig und so weiter und ich weiß nicht warum, ich glaube das war so eine Zeit, da war ich gerade viel in einer Stadtbibliothek unterwegs, die ja dann auch in größeren Städten ziemlich große Filmauswahlen so auf physischen Datenträgern haben und habe irgendwann, ich wollte was anderes, Lions war dann nicht mehr da und dann habe ich einfach diese Blu-Ray so mitgegen gegriffen, so kostet ja nichts. Nach dem Motto, machst du vielleicht doch mal. Und ich habe wirklich, also ich habe das jetzt mal so nachvollzogen, wo meine Erinnerung, wenn man das so nennen könnte, aufgehört hat. Ich glaube, ich habe nicht mehr als 20 Minuten von dem Film geschafft. Also ich glaube so, dieses Cold Opening mit dieser vollkommen belanglosen und interessiert später eigentlich keinen mehr, weil hätte man auch, genauso wie alles andere in dem Film, einfach einmal in einem Satz sagen können und dann hätte man es auch gewusst, Szene mit seinen Eltern. Und dann kommt ja diese Action-Szene da in New York und, Mit dem später dann anscheinend zum Rhino werdenden Typen, der von Paul Giamatti da gespielt ist. Und ich fand das so doof und so out of place.
Arne:
Es droht gerade hier quasi alles zu explodieren, aber wir droppen noch einen und noch einen und noch einen an One-Linern, bevor wir mal irgendwas machen. Und dann Paul Giamatti, der da irgendwie wie ein angepiekstes Schwein am Schreien ist und rumkreischt und mit schlechtem russischen Akzent einfach nur dümmlich wirkt. Ich war so genervt von dem Film, dass ich den einfach nach 15, 20 Minuten abgebrochen habe und dachte, aber gut, da gibt es auf der Watchlist dann doch noch deutlich mehr, wo ich die zwei Stunden, die ich jetzt sparen werde, wenn ich das Ding nicht weiter gucke, dann für nutzen kann. Und insofern war das dann eben auch so meine Meinung dazu. Ich habe dann damals auf Moviepilot kurz ein bisschen gerantet, wie unglaublich schlecht ich diese ersten 20 Minuten fand. Und da entstanden dann tatsächlich, naja, ich will es nicht, Diskussionen draus, aber da ist so ein bisschen der Glaubenskrieg gleich losgegangen, so in den Kommentaren zu meinem, also Antworten zu meinem Kommentar. Ein Kumpel von mir, die ich auch schon ein paar Mal hier erwähnt habe, der passionierter und ausgiebiger, üppiger Comic-Leser war, fing dann gleich an, ja, niemals hätte irgendein Regisseur oder irgendein Filmmacher Spider-Man so gut verstanden wie Mark Webb und der Film war ja, also alles andere außer 10 von 10 würde man zeigen, man hätte ja noch nie einen Comic gelesen.
Arne:
Und ich hab dann gesagt, ja gut, tut mir leid, Kollege, aber ich hab jetzt auch schon von passionierten Comic-Nerds, die wahrscheinlich auch so die Region wie du so irgendwas 20.000 plus Hefte in ihrem Leben gelesen haben, auch schon Podcast gehört, die den Film fürchterlich finden, also das kann jetzt nicht das Argument sein, ähm.
Arne:
Sorry-Kollege, dessen Vorname mit V losgeht, falls du das hier hörst. Du kannst einfach nicht einschätzen, was gute Filme sind. Du bist geblendet, sobald da eine Comic-Figur drin vorkommt, die du geliebt hast. Naja, also so nach dem Motto, Spidey wäre ja derjenige, der immer witzige Sprüche raushaut und so weiter. Und da können wir später auf jeden Fall noch viel drüber reden. Ich habe seitdem ja auch dann das Comic-Lesen wieder begonnen und habe auch, also natürlich nicht hunderte oder tausende von Heften, weil mich haben immer tatsächlich dann auch andere Sachen ein bisschen mehr interessiert als Spider-Man, aber ich habe, glaube ich, schon ein ganz gutes Gefühl, was genau das ist, was er meinte, wie diese Figur halt eben auch ernste Szenen immer mal wieder mit so ein bisschen infantilen Humor aufbricht und so weiter, aber Spider-Man ist halt trotzdem nicht Deadpool. So und das, was wir hier in der Eröffnungsequenz sehen, das ist so Deadpool hoch zwei und nichts davon passt zu den Charakter-Traits, die eigentlich Spider-Man hat. Also es ging eine ganz gute Diskussion los, dann auch zwischen anderen Leuten, die dann also entweder auf den Film ultra draufgehauen haben oder den Film über den grünen Klee gelobt haben.
Arne:
Ja, normalerweise würde ich sagen, die Antwort liegt ja in der Regel irgendwo in der Mitte. Hier liegt die Antwort aber ganz klar bei denen, die voll draufgehauen haben. Dazu später mehr. Also meine Erwartung war gleich null. Ich habe dich schon verflucht, das erste Mal so richtig, dass ich mich auf das Ding hier eingelassen habe. Und ja, das war es eigentlich. Also da war keine Erwartung und dementsprechend wurde sie auch nicht erfüllt. Wie ist es bei dir?
Christian:
Ich habe den damals auch nicht im Kino gesehen, ich habe den das erste Mal auch im Heimkino geguckt, ich habe mir dann die Blu-ray geordert, ein Grund mehr, ist ja Filme, die man noch nicht gesehen hat, dann nochmal eher zu kaufen und ins Regal zu stellen, ich habe mich glaube ich in den ersten 20 Minuten, ich war krank, habe mich eigentlich auf den Film gefreut, endlich den Film zu gucken. Habe den eingelegt, habe mich dann aber zu Hause ausgesperrt und musste einmal mit dem Fahrrad quer durch Kiel fahren, um den Schlüssel meiner damaligen Mitbewohnerin zu bekommen. In dem Zustand, in dem ich eigentlich nicht mehr hätte sitzen dürfen. Und bin dann nach Hause zurückgekommen, glaube ich, irgendwie nach ein, zwei Stunden oder so und habe den Film dann halt weiter geguckt. Und ich kann ja sagen, das war so ziemlich das Spaßigste an dem Tag, also die Fahrt quer durch die Stadt auf der Suche nach meiner Mitbewohnerin, als jetzt diesen Film irgendwie zu schauen und rückblickend.
Arne:
Die Bürerschaft sieht mein Grinsen nicht.
Christian:
Da kommt der Green Goblin in dir durch. Aber es ist halt irgendwie so eine Foltergeschichte bei diesem Film. Aber ich muss sagen, ich habe den jetzt, also damals geguckt, jetzt nochmal geguckt und bevor ich den geguckt habe, so als wir uns vorher auch ausgetauscht hatten, ich hatte den ein bisschen falsch in Erinnerung. Ich hatte den einerseits so in Erinnerung, dass ich dachte, könnte das nicht wieder so ein Kandidat sein, wo die Legende oder der Mythos um diesen Film viel größer geworden ist als das, was im Film eigentlich drinsteckt. Und ja, da werden wir auch noch drüber sprechen, über diesen ganzen legendären Status. Und also, crashed so hard, dass sie halt die Lizenz irgendwie an Marvel zurückgeben mussten. und, ne, also das Ding ist ja ziemlich gefloppt, mit ganz vielen Anführungszeichen, weil immer noch viel Geld verdient, aber.
Christian:
Und das Kalkül ist nicht aufgegangen mit dem Film. Und da dachte ich, na, vielleicht ist das wieder so ein Kandidat, wo der Diskurs den Film so überrollt und überholt hat. Und ich konnte mich nämlich schon auch an gute Momente erinnern und so viele Sachen, die mit Spidey zu tun hatten und so die Bewegungen, diese New York-Geschichten, wenn er da durch die Gegend schwingt, da dachte ich, da waren doch auch noch Momente. Und der fängt doch auch so augenzwinkernd amüsant an mit Paul Giamatti in diesem schrecklichen Rhino-Kostüm und das war doch alles gar nicht so ernst gemeint und vielleicht ist das so ein Kandidat, wo wir irgendwie drauf gucken und danach feststellen, weißt du, eigentlich mit der richtigen Perspektive und alle haben den Film falsch verstanden und wenn man aber jetzt rückblickend, dann weiß man, was es ist und dann kann man ihn auch irgendwie anders wahrnehmen und anders aufnehmen. Aber das Ding ist schon echt eine ziemliche Katastrophe und da gibt es einiges auseinanderzunehmen. Auch gerade, was du gesagt hast, so diese Beobachtung hatte ich auch des Öfteren, dass der Film, wer auch immer das ist, aber dass der Film Spider-Man einfach auch überhaupt nicht versteht. Das hat mich dann auch wieder zu Gedanken gebracht, die wir auch schon mal so ein bisschen hatten und glaube ich auch in dieser Zeit, so Mitte der 2010er, wir kommen jetzt ja auch in so eine Phase im Genre, wo wir...
Christian:
Abseits von vielleicht dem MCU, aber drumherum oft Neuinterpretationen bekommt. Wir sind ja jetzt nicht mehr in der Phase, wo es darum geht, wow, Batman das erste Mal im Kino oder Spider-Man das erste Mal im Kino oder Superman das erste Mal im Kino, sondern wir kommen bei manchen Figuren in so eine Generation von, ah, noch mal im Kino. Und wir haben ja schon etwas Etabliertes und davon bewegen wir uns jetzt weg oder davon wollen wir uns distanzieren oder das wollen wir jetzt neu erfinden oder das wollen wir jetzt übersteigen oder was auch immer. Aber es gibt da schon etwas, womit man sich auseinandersetzen kann und auch muss.
Christian:
Und jetzt kommen da welche und wie du immer so schön sagst, ich habe jetzt auch wieder mehr angefangen, so Comics zu lesen und da gibt es ja immer diese sogenannten Runs, also diese Comics laufen ja unendlich und du hast halt immer diese Phasen oder diese Epochen, wo du halt Zeichner Und irgendwie Autor und die beiden zusammen bilden dann irgendwie und haben dann von sechs Ausgaben bis irgendwie 20 Jahre gefühlt eine Figur, ein Heft, ein Thema und da kann halt Großartiges entstehen oder eben auch Mist und dann wechselt das irgendwie nach einem halben Jahr schon wieder und die nächsten übernehmen.
Christian:
Und so bewegen wir uns ja auch langsam, dass man sich dann schon so austauschen kann, was bist du für ein Batman-Typ? Bist du eher der Burton, bist du eher der Schumacher oder bist du eher der Nolan? So, die Diskussion können wir jetzt im Jahr 2014 mit dem Genre ja schon langsam führen. Batman ist jetzt ein, sag ich mal, sehr überspitztes Beispiel, da geht es halt wirklich, aber bei anderen Helden kommt es auch so langsam. Nach den Richard Donner-Superman-Geschichten kommt so der Zack Snyder, nach Sam Raimi kommt jetzt die Mark-Webb-Epoche bei Spider-Man und gibt es da so Unterschiede, gibt es da auch andere Herangehensweisen, macht das auch was mit der Figur. Und ich glaube, dass wir in diesem Fall eigentlich eher eine ganz andere Flanke besprechen müssen, nämlich anders vielleicht auch als in den Comics, eher so die Studios nochmal so mit reinholen müssten, das Studiokalkül.
Arne:
Das wäre nämlich für mich der nächste große Punkt gewesen. Also erstmal gute Beobachtung so, dass wir hier jetzt langsam so ein Fundus an Comicverfilmungen haben, wo genau das zutrifft, was du gesagt hast. Das ist ja eine Tendenz, die über die Zeit dann eben noch viel stärker kommen wird mit dann auch komplementär relativ bald auch einer ganzen Menge Serien, die das Ganze noch ergänzen.
Arne:
Fortführen, prequelieren und was weiß ich, dass wir dem wie die Comics schon viel, viel länger funktioniert haben, dann auch auf dem Film oder sagen wir mal auf dem audiovisuellen Mediensektor.
Arne:
Immer näher kommen und auch immer mehr aus so einem Fundus schöpfen, wo es eben verschiedene.
Arne:
Naja zumindest erstmal in der Theorie, verschiedene Interpretationen und Ansätze und Verständnisse für eine Figur und so geben sollte. Das stimmt schon. Und ich hatte sofort jetzt auch verzwungen zu sagen, das ist Punkt eins, der jetzt hier schon eine Rolle spielt. Punkt zwei ist, dass wir auch immer stärker in die Studio-Ära rutschen und dass wir jetzt hier in 2014 an einem Punkt sind, wo MCU mit Shared Universe auf jeden Fall schon ganz klarer Benchmark war. Und wo jeder, der irgendwie versucht hat, Superheldenfilme zu machen, anstatt einfach zu sagen, lass uns mal gute Filme machen, irgendwelche Anzugträger, die halt nicht verstehen, was sie da tun und einfach nur denken, ja, Superheldenfilme, die müssen wir jetzt natürlich so wie Marvel machen. Und dann brauchen wir natürlich ein Universum. Und da müssen wir natürlich in einem Film schon den Grundstein für sieben andere legen und hier mal ein bisschen anteasern und da ein bisschen Build-up machen und da dann schon mal richtig Story-Arcs einleiten und hier dann was abbrechen, was dann im nächsten Film weitergeht. Solche Leute dann eben als Triebkraft hinter diesen Filmen haben. Und das ist zum einen, das haben wir bei den letzten Ausgaben ja schon öfter besprochen, ein sehr starker Treiber dafür, dass das letzte bisschen Autorinnen Stimme, nenne ich es mal, aus den Filmen oder Autorinnen.
Arne:
Filmer Stimme, weil also so Mark Webb ja jemand war, der im Indie Sektor auch selbst geschrieben, selbst Regie geführt hat und dann merkst du im ersten, da haben wir auch drüber gesprochen, da sind noch so viele Momente drin, wo man sieht, das war er und dann kommt so große Hau-drauf-Action und Buff und alles geht im Computer-Pixel-Brei unter. Das war dann wahrscheinlich nicht mehr er oder vielleicht sogar schon, aber er hat halt einfach kein Händchen dafür, weil er vorher halt Indie- Rom-Com-Dramedies gemacht hat. Und hier merkst du dann langsam dieser ganze Mist, der immer die Filme einfach nur schlechter macht, ne? Setup für, was weiß ich, Spin-Offs, irgendwelche eigenen Reihen, vermeintliche Arcs, die sich in die nächsten Filme weiterziehen sollen, Figuren, die da reingequetscht sind, damit die irgendwo anders nochmal auftauchen können, Easter Eggs, die irgendwo dann genutzt werden sollen, um eigene Filmreihen zu starten, all das ist da so mit aller Kraft reingequetscht. Und auf der anderen Seite hast du dann eben von diesen, ich nenne sie jetzt mal Mark Webb Momenten, wo ich zumindest so mit dem bisschen, was ich dann aus 500 Days of Summer von ihm so als Gefühl habe, wo ich dann sagen würde, so diese, nennen wir es mal so locker, leichte, bisschen quirkige Charakter Interaction und sowas, da ist halt fast gar nichts mehr von drin. Und im Endeffekt hast du da wirklich...
Arne:
Eine sehr krasse vielleicht, also ich weiß nicht, was da alles noch kommt, dieser ganze Suicide Squad und sonst was Kram, der uns da noch erwartet. Aber für mich bis jetzt die krasseste Form von, da hat man das Gefühl, das Studio ist schon so stark mit übergeordneten Interessen vertretbar, dass es alles, was in so einem Film hätte werden können, im Endeffekt kaputt macht und auch den kreativen Kopf dahinter zu eigentlich so einer Nummer auf der Ersatzbank degradiert, weil wir müssen ja alles reinquetschen, was irgendwie an diesen momentan gelddruckenden Mechanismus von Universe, ist, was dann alle versuchen, aber niemand halt schafft. Außer eben, muss man ja sagen, dann in dem Erfolg Marvel, die halt damit angefangen haben und die als Einzige von Anfang an begriffen haben, dass man das nicht irgendwo mit dem Dampfhammer reinhaut, sondern dass man sowas, man mag für den Film halten, was man möchte, aber dass sowas als Ganzes von vornherein zumindest erstmal groß denkt. Wir haben ja auch schon drüber gesprochen, die haben auch nicht alles bis ins Letzte entwickelt gehabt, ganz im Gegenteil, sondern da ist ja vieles dann quasi auch on the fly entstanden, aber die große Vision, die war wahrscheinlich da, deswegen hat das funktioniert und die haben die ganzen anderen Studios nicht gehabt, die haben dann ihre Filme gehabt und plötzlich fiel auf, verdammt, jetzt brauchen wir Universe und dann, guckt plötzlich ein Ben Affleck in Batman v Superman irgendwelche Clips in E-Mails, die ihm zugeschickt werden.
Christian:
Nein, das war Wonder Woman. Ja, Wonder Woman hat die auf dem Lettik geguckt.
Arne:
Ach ja, genau, stimmt. Ja, genau, das war ja Wonder Woman. Nee, hat nicht Wonder Woman ihm die Clips geschickt? Naja, da werden wir wann anders zukommen. Auch, ja. Und hier wird dann der mit dem Dampfhammer auch noch in den Filmen geprügelte, grüne Kobold, als er dann in Haft ist, quasi einmal in einer Secret Facility langgeführt an einem Kamerashot, wo dann die Doc Ock Suit ist, wo dann die ne, Falcon heißt er nicht, das ist ja der Typ von den Avengers hier, Vulture, die Vulture-Flügel sind, wo dann das Rhino-Suit, was natürlich mit Comic-Rhino überhaupt nichts mehr zu tun hat, aber das sind ja kreative Freiheiten, die sind erstmal nicht schlimm, aber wo zumindest einiges an Setup ist, dann hast du hier die Assistentin vom Oscorp-CEO, die wo Name-Dropping gemacht wird, damit Comic-Nerds wissen, ach ja, das wird ja hier auch noch Figur XY. Irgendwo sollen auch noch für Venom-Spin-Offs hier irgendwelche Grundsteine drin liegen, die ich nicht so mitgekriegt habe. Ich habe irgendwo mal so einen Faden gesehen, wo ich dachte, hä, das sieht doch nach dieser Space-Materie aus, aber naja, also genau all das passiert dann und das, was eigentlich ein Mark Webb können würde, was so ein Film stark machen könnte und wo gerade ja auch mit dieser Chemie zwischen Garfield und Emma Stone und potenziell auch mit einem Dane DeHaan, DeHaan, was weiß ich, wie man den ausspricht.
Christian:
Ich glaube, er ist ein Amerikaner, ich weiß nicht, wo der Name herkommt.
Arne:
Den ich so um 2012, 2013 als die ultimative Hoffnung für das zukünftige Hollywood-Kino so angesehen habe, mit Perks of Being a Wallflower war glaube ich auch bei und verschiedene... Weiß ich nicht. Also auf jeden Fall kam da so ein Haufen Filme raus.
Christian:
Chronicle war ja auch dabei.
Arne:
Ja genau, die so erweiterter Indie-Sektor teilweise mit so ein bisschen Budget schon waren. Wo ich aber dachte, der Junge, das wird auf jeden Fall mal ein ganz großer, weil der hat irgendwie diese seltene Intensität. Also mit all diesen Leuten hätte halt ein Mark Webb sich richtig austoben können, was auch eben Charakterentwicklung, Momente und so weiter betrifft. Aber das wurde alles hier völlig kaputt gemacht.
Christian:
Ich will, was dieses ganze Universums-Dingsbums angeht, da will ich am Ende auch noch mal ein bisschen drauf zusprechen kommen. Ich habe mir da ein paar Sachen auch zu rausgeschrieben.
Christian:
Ich will noch ganz kurz eine kleine Eigenwerbung machen. Der Werbespot in eigener Sache, weil es gibt ein paar Leute, bei denen ich mich noch ganz schnell bedanken will. Denn ihr könnt diesen Podcast unterstützen. Das Ganze geht am besten bei Second Unit Studios Plus. Klickt euch einfach in den Shownotes durch oder guckt mal bei secondunitstudios.plus. Da bekommt ihr auch die Superhero-Unit besser, schneller. Und Bonus-Podcasts gibt es da auch jede Menge. Also klickt euch da gerne mal durch. Lasst ein Abo da und unterstützt den Podcast. Das machen auch Anne, Sebastian, Christian, Rüdiger, Thomas und Markus. Vielen Dank an dieser Stelle.
Arne:
Comment, like, subscribe.
Christian:
Das ganze Programm. Ich habe auch noch den Film in einem Satz zusammengefasst und ich habe mich an dieser Stelle mal mit einem alternativen Titel versucht. Ich weiß nicht, ob du es schon in den Shownotes gelesen hast, ansonsten überrasche ich dich.
Arne:
Ich habe mir nichts gespoilert, ich habe von deinen noch nichts gelesen.
Christian:
Pass auf, also der Film hat ja so im internationalen Bereich diesen Untertitel Rise of Electro. Der hat ja noch diesen Zusatz bekommen. Ich würde ihn auf Deutsch einfach folgendermaßen nennen. The Amazing Spider-Man 2, Scheiß mit Elektro.
Arne:
Ich hatte irgendwie gerade so eine Ahnung, dass das Wort Scheiß kommt. Ich hätte gedacht, du sagst Scheiß auf Elektro, aber.
Christian:
Scheiß auf Elektro würde auch sehr gut gehen.
Arne:
Rise of Elektro, Scheiß auf, das ist dann so von der Syntax auch ungefähr ähnlich.
Christian:
Aber ich finde eigentlich musste das Wort mit da rein, weil es geht ja nicht nur um Elektro, aber.
Arne:
Wie der Film ihn behandelt, würde Scheiß auf Elektro eigentlich auch passen, dass der ultimative Super-Villain dann nach zwei Minuten Endkampf einfach explodiert und dann brauchen wir noch einen neuen Willen und dann gegen Ende noch einen neuen Willen.
Christian:
Aber ich finde, weißt du, das nimmt den Rest des Filmes aus der Verantwortung, als ob es nur ein Elektro legen würde, aber der Rest ist halt auch ziemlich beschissen. Also ich würde sagen, ja, es ist halt alles ziemlicher Müll.
Christian:
Es gibt, glaube ich, zwei Namen, die ich zumindest mal so gleich mit reinziehen würde. Also du hast recht, so in diesem großen Konstrukt, wir müssen auch noch über Sony sprechen und am Ende diese ganzen Pläne, die man damals hatte. Aber ich glaube, dass Kurtzman und Ortsi, die beiden Drehbuchautoren, die da irgendwie so aus einem Entwurf dann so, glaube ich, das konkrete Drehbuch geschrieben haben.
Christian:
Die hatten so Mitte der 2000er ihre Phase, wo sie einfach immer weiter nach oben gescheitert sind. Nachdem sie Star Trek irgendwie verkackt haben, durften sie halt Spider-Man verkacken und das ging dann irgendwie so ein paar Jahre weiter, dass die halt alles, was die angefasst haben, eigentlich nur verkackt haben. Und ich glaube, dass die beiden, Auch so, ja, an diesem Zustand was zu schultern haben. Die werden wahrscheinlich einfach ungefiltert durchgewunken haben, was da so an Grütze vom Studio über die Uhr gekippt wurde. Ich kann mir die Meetings auch vorstellen, alle high, ohne Ende und schmeißen irgendwie Ideen und jeder Anzugträger sagt, ja, ja, ja, klar, supergeil. Und dann machen wir Jamie Foxx als Elektro. Ja, supergeile Idee, dann holen wir auch noch den Green, die Kids lieben diesen Green Goblin, glaube ich, bei dem Spider-Man. Ja, schmeiß rein, komm, mach, mach, mach, mach. Und herausgekommen ist halt einfach dieses Potpourri an Beschissenheit, um es mal so zu nennen. Weil im Kern, würde ich schon mal sagen, ist einfach das Drehbuch oder die Story, der Plot, all das, was an Geschichte in diesem Film passiert und wie es passiert, schon mal ein Riesenproblem.
Christian:
Vielleicht gehen wir da nachher auch noch ein paar Momente irgendwie so durch, Aber ich glaube, dass gerade auch um die Figur Peter Parker und Spider-Man halt eigentlich nur falsche Entscheidungen getroffen wurden. Also wir hatten schon eigentlich einen sehr problematischen Start mit Amazing Spider-Man. Ich erinnere mich auch noch an das Ende. Spider-Man war immer aus großer Kraft voll große Verantwortung und hier Captain Stacy, der Papa von Gwen, die ich eigentlich sehr toll finde und auf dem Sterbebett noch irgendwie gesagt, ja, ja, ich halte mich fern, weil es ist ja alles so gefährlich und ich bin ja der Spider-Man und ich darf ja niemanden in Gefahr bringen und, im selben Film innerhalb von irgendwie zwei Schnitten, quasi den Rückzieher zu machen und die lange Nase zu zeigen und zu sagen, naja, aber ein bisschen irgendwie ein bisschen rummachen kann ich ja trotzdem mit Gwen so ungefähr, ist halt, Also untergräbt halt schon mal den kompletten ersten Film und so sind wir rausgegangen aus dem ersten Film.
Arne:
So gehen wir ja auch direkt wieder rein. Also dann hast du das halt als letzten Ton und denkst dann, okay, war wohl ein bisschen spitzbübisch unterwegs hier und hat den Schwiegerpapa dann wohl nochmal ein bisschen geprellt mit seiner Aussage. Gut, dann wird das was mit Gwen. Dann kommen wir hier an und alles schnischna schnuck. Dann gibt es einmal kurz den Konflikt. Ja, okay, Crimefighting zieht ihn halt hin. Da hat dann Gwen eben die zweite Geige. Szene später heißt es, ja okay, ich habe es deinem Vater versprochen, es geht einfach nicht, wir trennen uns jetzt. So drei Szenen später merken sie, ja okay, wir sind jetzt Freunde so, sind super angezogen, sind halt wieder zusammen.
Christian:
Ich gehe nach England, ich liebe dich aber, aber doch, aber dein Papa und oh mein Gott, ich kann nicht, ich darf nicht, ich will aber.
Arne:
Danke für diese Zusammenfassung. Das ist so ein Beispiel von ultimativer Inkonsequenz, die in diesem Film eben, also ich habe das Gefühl mit allem, was irgendwie sowohl Peter Parker als auch Spider-Man betrifft, dann eben getrieben wird. Und diese Beziehung, da ist ein hinher, hinher, dann hast du ihn als Helden, der auf der einen Seite völlig drauf scheißt, was da um ihn herum gerade passiert, weil da muss ja eben jetzt erstmal ein One-Liner gedroppt werden und ob dann der Truck dann halt eben noch in die Menschenmenge kracht, das nehmen wir halt irgendwie hin, das ist einen coolen Spruch, war es ja wert. In der nächsten Szene, da hast du dann so eine Essenz von Spidey. Die dann schon wieder dem, was er ist, viel näher kommen, wo dann eher dem kleinen Jungen, das habe ich beim Scrollen eben gesehen, das ist ja auch noch als schönes Beispiel aufgeschrieben, vor den Bullys rettet, ihm dann noch sein Windrad fixt und den nach Hause begleitet. Was so total die Essenz von Spider-Man ist, ja eigentlich so der Random Dude, der irgendwie seine Probleme hat, selber gebullied wird und irgendwie, naja, wie die Jungfrau zum Kinde zu diesen Fähigkeiten kommt und plötzlich dann eben aus der Nerd- und Outcast-Perspektive heraus eben dieser Held wird und somit auch immer ein Herz für die Nerds und Outcasts behält. So und das funktioniert dann da ganz wundervoll und auf der anderen Seite ist es dann wieder so.
Arne:
Da trifft er das erste Mal Jamie Foxx Figur, der ja nun also schon grotesk Slapstick artig überzeichnet, als völliger Dulli dargestellt ist. Und also da kaufe ich dann plötzlich nicht, dass das wirklich einfach nur irgendwie so diese witzige Art sein soll, da habe ich das Gefühl, da macht er sich dann offen über diesen Dulli vor ihm lustig, und es passt alles vorne und hinten nicht zusammen.
Christian:
Aber lass uns nochmal kurz, mir ist das ganz wichtig mit diesem Vater, so diese Liebesgeschichte Gwen und da spielt aber der Vater und das Versprechen und irgendwie auch die Warnung vor vor, wie soll man sagen, vor.
Christian:
Also das ist ja so ein bisschen das Zeichen auch für die Gefährlichkeit rund um Spider-Man. Also das war ja auch bei Sam Raimi ja auch so ein bisschen dieses deswegen trägt er die Maske. Er will ja sein Umfeld nicht in Gefahr bringen.
Christian:
Also für mich ist das so bezeichnend, wie sie mit diesem Captain Stacy umgehen, weil wir haben schon gemerkt, bei Amazing Spider-Man war es ein Riesenfehler, nochmal diese Onkel-Ben-Geschichte so stark zu machen. Ja, das ist der Anker, das ist irgendwie der Nullpunkt dieser Figur, aber das haben wir irgendwie zehn Jahre vorher im Kino schon gesehen, also die Nummer kennen wir und der erste Film hat das aber irgendwie nochmal versucht zu rekonstruieren, wir erinnern uns ohne diesen Satz auszusprechen, aber an diesen Satz zu erinnern und Spider-Man ist eine Figur, die halt in Tragödie und Moral so tief verankert ist. Und jetzt versucht man das halt hier über diese Ersatzmomente, über diese Ersatzfigur und über dieses Ersatzkonstrukt wieder reinzuholen oder anders aufzubauen, aber untergräbt es ja eben komplett damit, dass Peter Parker, Spider-Man, wie du sagst, heute so, morgen so damit umgeht. In Form von der Beziehung zu Grenf, in Form dieser, dieser, ne? Also, sie schaffen das halt schon mal gar nicht, diese Figur moralisch irgendwie zu verankern. So, der Nullpunkt ist schon mal schief und schräg und falsch gesetzt. So.
Christian:
Dann, genauso wie du gesagt hast, nächste Schicht. Ja, Spider-Man ist so der, ja, der lockerflockige, wie du sagst, er ist nicht Deadpool, aber, ne, er ist ja eigentlich mehr Kind. Er ist ja eigentlich eher Spider-Boy. Das ist ja auch immer das Tolle an dieser Figur, dass der ja eigentlich sich zum Spider-Man gemacht hat, obwohl er eigentlich Spider-Boy unter der Maske ist und alle denken, oh wow.
Arne:
Zum Beispiel in dem grandiosen Into the Spider-Verse, perfekt passt, dass du, also hast du ja wirklich das Gefühl, dass du gerade so Teenager dann eben da zu diesen Fähigkeiten kommst, mit allem, was dazugehört und mit einer völlig, klaren Konsistenz dieser jungen Person dann eben da auch hinter allen Charaktertraits. Ja, und hier?
Christian:
Ja, und hier versucht man das halt irgendwie mit diesen Sprüchen, die dann aber auch nur isoliert in diesen Momenten irgendwie auftauchen. Also Andrew Garfield ist ja in allem, wie er sich sonst gibt und verhält als Peter Parker, überhaupt nicht das, also überhaupt nicht so, so drauf oder wie du sagst also ich nehme ihm den Teenager auch nicht ab so, der sieht halt aus wie Anfang 20 das ist auch nicht mehr irgendwie der Nerd, der auf dem Schulhof irgendwie dem Schlüpper über den Kopf gestülpt wird von den Bullys, so die Zeiten sind auch.
Arne:
Vorbei im Jahr 2014 so ein bisschen grinsend beim letzten Mal dann auch gesagt, wie dann quasi unser Teenager Paar von den beiden Anfang 30ern damals gespielt wurde Das kauft man halt auch nicht. Also ich meine, Tobey Maguire habe ich das auch nicht wirklich abgekauft, aber ich weiß nicht, die Raimi-Filme, die hatten zumindest irgendwie tonal so eine ganz einheitliche Konsistenz, wo das irgendwie funktioniert hat. Und ich meine auch eine Kirsten Dunst wirkte deutlich älter damals als ein Teenager-Mädel, aber das war irgendwie so, weiß ich nicht, auch so mit Willem Dafoe und selbst in der kleineren super prägnanten und legendären Rolle hier J.K. Simmons als J.J.J., das waren alles so Figuren, die so eine ganz starke Präsenz und Prägnanz auch hatten. Zum einen, weil da markante Schauspieler dafür besetzt waren und zum anderen eben weil das alles in dieser Welt Sinn gemacht hat und da ist es auch egal, ob ein Tobey Maguire und eine Kirsten Dunst nicht mehr wie Teenager wirken irgendwie war das drumrum und deren Leben so gestaltet, dass zumindest diese Teenager-Probleme so glaubhaft verkauft waren und ich habe aber auch hier so das Gefühl.
Arne:
Also die Dialoge und was in den Dialogen so vor sich hin meandert, anders kann man das eigentlich nicht beschreiben, das ist so schlecht teilweise, dass ich mich wirklich frage, ob die gesagt, ach hier kommt, macht mal irgendwie ein bisschen Impro, bis irgendein Gag runterfällt oder so. Also ganz, ganz fürchterlich sind so diverse Dialoge tatsächlich auch dann zwischen Emma Stone und ihm, wo sie dann da in dem Oscorp Headquarter flieht, weil sie nach der Max-Figur da im Rechner gesucht hat. Und dann sind sie, was sagt er irgendwie hier, most cliche hiding place ever so im Maintenance Department und dann soll so der Ball so hin und her gespielt werden, dann noch einen Witz draus zu machen, aber es kommt einfach keiner und sie labern und labern und labern.
Arne:
Oder ganz schlimm, also da habe ich wirklich, ohne Übertreibung, teilweise The Room Vibes gekriegt, wie er mit der Figur dem Harry Osborn, dann, ja, Oscorp Osborn ist der Name, genau.
Arne:
Also anfangs fand ich das irgendwie ganz cool, weil das so wirkte wie.
Arne:
Also das kommt ja alles aus dem Nichts, das war sein bester Freund in der ganzen Kindheit, von dem wir noch nie gehört haben, der ist jetzt plötzlich da und dann wirkt es ja erst so total verhalten und dann als ob so beide das aus Spaß gemacht haben und dann das Eis bricht in diesem Treppenhaus und da hatte ich dann so für eine Minute das Gefühl, okay, das sind richtig coole Charaktermomente, die hier kommen und dann sind sie da unterwegs und labern irgendeine Scheiße. Die ganze Zeit und ich habe mich wirklich gefragt, wer hat das geschrieben? Wer hat das abgenickt? Und stehen dann da und schmeißen diese Steine und ich habe echt gedacht, stell dir den Park und gib dir einen Football in die Hand und dann bist du in einem Film, der eine ganz andere Charakteristik hat, aber die Dialoge passen. Also es war nicht das einzige Mal in dem Film, dass ich The Room Vibes hatte. Später gibt es da auch noch so eine Szene mit so ultraschlechtem Compositing.
Arne:
Wo er und Gwen dann, ich glaube, da auf der Brooklyn Bridge drehen und dann mit so super schlechtem CGI Background quasi die Stadt dahinter ist, was ein Sonnenuntergang sein soll, was aber einfach beige und wie Brei aussieht. Da habe ich nur gedacht, so wie Gianni und Mark auf diesem Dach stehen und sie halt ja auch auf dem Dach mit Greenscreen immer die Stadt in the room dahinter gemacht haben. Und dann führen sie halt auch so einen Nonsens-Dialog da oben und ich hab nur gedacht, oh Mark, I'm so happy that you're my best friend.
Christian:
Ja.
Arne:
Also, oh, nee. Und das ist dann was, wo ich mich frage, haben sie Mark Webb da wirklich, also hat das Knistern, was dann nach dem Film kam, die waren sich ja extrem uneins darüber, wie es weitergehen wollte, weil halt Mark Webb wollte einen charakterzentrierten Film machen, also mit Spidey 3, wo er trauert um Gwen und sich als neuer Mensch erst mal finden muss und so weiter. Und Sony wollte halt irgendwie Franchise-Building machen. Also ob das halt auch schon während dieses Films, es muss ja schon losgegangen sein, weil die halt ultra viel Kram da reingedrückt haben, auf das er offensichtlich keinen Bock hatte. Und auch Andrew Garfield fehlte ja auf irgendwelchen Promo-Veranstaltungen damals und so weiter, angeblich wegen Krankheit. Also ich vermute einfach mal, dass Sony da so mit einem Dampfhammer ihren Scheiß reingedrückt hat und dann wahrscheinlich auch einfach ganze Passagen irgendwie hat schreiben lassen, die vielleicht nicht mal wirklich dann abgenickt waren, so vom Director. Und da kommt dann so ein Dialogmüll bei raus. Und da denke ich mir dann so, das wäre das Einzige, was in dem Film irgendwie noch so ein Anker gewesen ist. Diese Charaktermomente, du hast richtig gute Schauspieler, Garfield hat es drauf, Emma Stone hat es drauf, Dane DeHaan hat es drauf und auch Jamie Fox ist ja ein extrem guter Schauspieler, wenn du den halt nicht irgendwie so ein, wie hast du früher mal gesagt, Quatschkram hier machen lässt. Also, ich bin vollkommen lost, wer hier irgendwas entschieden hat.
Christian:
Weißt du, und ich will, genau da will ich halt auch noch weitermachen. Also, der Kern der Figur ist halt nicht getroffen. Für mich, wie du auch gesagt hast, so, also, die coolen Momente sind wirklich eher... Inszenierung, Special Effects getragene. Ich vermute mal so die VFX-Unit, was wir auch oft bei Marvel irgendwie sehen, wo es ja heißt, ah ja, klar, da kommt der Director. Der kriegt so, weiß ich nicht, 75 Prozent, 50 Prozent des Filmes darf die Person auch directen. Und die andere Hälfte ist die Special Effects-Abteilung, die Second Unit in dem Fall, die dann eben auch eigene Regie hat. Also quasi einen komplett eigenen Film macht. Und ich finde, hier sieht man das halt auch. wenn Spidey mit den coolen Momenten und der Kamera durch New York schwingt. Großartig. Sobald irgendjemand irgendwo den Mund aufmacht, kackt der Film wieder ab. Und das ist für mich auch in diesen Momenten, gerade auch am Anfang diese Action-Geschichte mit Paul Giamatti, wo er da irgendwie die Nuklear-Dingsbums da irgendwie aufhalten muss. Und eben da auch auf Jamie Foxes Figur irgendwie schon trifft. Also für mich war Spider-Man da ein Arschloch. Einfach ein Arschloch. Ein unsympathisches Arschloch. Der war nicht irgendwie der Teenager, der da irgendwie locker flockig, ich hab dann nochmal so ein bisschen wohlwollend gedacht, ah okay, vielleicht ist Peter Parker langsam so ein bisschen high on his own supply, also so ein bisschen zu gerne Spider-Man.
Arne:
Zu gerne. Der Danzende Tobey Maguire, als er dann langsam vom Alien-Gen verhindern wurde.
Christian:
Bisschen zu dick die Hose vielleicht geworden im Laufe der Spider-Man-Tätigkeit. Soll das irgendwie das sein, was ich daraus ziehe? Ist das die Idee dahinter? Aber ging für mich auch nicht so ganz auf. Ich glaube, das war wirklich so, dass Kurtzman und Orts, die da saßen und gesagt haben, ja, so spricht ein Teenager, der zum Spider-Man wird. Das, ne, how do you do, fellow kids? Das Meme mit, na, wie heißt er noch? Ja.
Christian:
Du weißt aber, glaube ich, was ich meine mit hier dem Schauspieler und dem coolen Skateboard und der Kappe rückwärts und genau, die Nummer. So fühlt sich das an. Also Spider-Man ist erstmal schon, also Spider-Man ist ein Arschloch, kann man hier in vielen Punkten festhalten. Und Spider-Man ist halt moralisch nicht geankert. Der hat keinen moralischen Anker, der hat keinen moralischen Kern, der hat nichts, was ihn moralisch, der hat vielleicht irgendwo irgendwas mit Trauma, weil das gehört dazu, aber so. Und dann die nächste, das nächste große Verbrechen in diesem Film. Alles ist vorbestimmt, alles ist Familie. Spider-Man, Spider-Man, weil er der Sohn seines Vaters ist und der ist aber schon mit Oscorp und die genetische Frequenz und das geht nur mit dem Blut und die Spinne hätte auch nicht mit anderen. Ist auch völlig falsch. Die große Quintessenz von Spider-Man schon immer gewesen ist it's a fucking random dude. Irgendein, auch in dem Fall, so damals in den 60ern ging das halt auch nochmal, also irgendein Nerd, ja, diesen Aspekt hat Spider-Man, also gerade in der Gegenwart eigentlich ja auch verloren, weil Nerds gibt's halt so nicht mehr, ja, also Nerds sind nicht mehr die Brille tragen.
Arne:
Nerd ist Mainstream mittlerweile. Und in den ersten Comics, da ist er ja, da ist er einfach das, was so die, Urdefinition von Nerd war, so in einer Highschool sind halt die coolen Typen, die mit den Footballjacken, die Sport machen und er ist halt der Typ mit der Hornbrille, der im Chemistry Lab irgendwie brilliert und vom Lehrer gelobt wird und so weiter.
Christian:
Schachclub statt Football.
Arne:
Ja, ja, genau. Das ist die ersten Spider-Man-Hefte, die dann damals hier, das war Stan Lee, der ihn erfunden hat, geschrieben hatte, die habe ich auch alle mal gelesen. Einfach, das ist schon ganz ulkig, wie einfach dann die Zeiten sich gewandelt haben. Aber nichtsdestotrotz, das ist ja das, was ich eben gesagt hatte, es sollte so der Everyday-Kanal. Nicht der Popular Guy sein, das war ja meine Kritik auch beim ersten Film, dass ich das Gefühl hatte, Andrew Garfield viel zu cool und auch so in seiner Rolle in der Highschool viel zu beliebt, viel zu cool und so weiter. Und dann kommt hier diese Scheiße mit, ich habe die DNA der Spinne mit meinem Blut, es war schon immer vorbestimmt. Das hebelt einfach alles aus, was die Figur ist, das wird so eine komische Neo auserwählten Matrix Nummer, nur du kannst Spider-Man-Wire sein, es war schon immer von deinem Vater, der den Gen-Code designt hat, so gedacht, dass du irgendwann diese Rolle, du wirst die Forschung fahrenbringen, fuck it. Und dafür haben wir nochmal kurz ein unterirdischen komplettes Lab in einer verlassenen U-Bahn-Station gebaut, wo nur du rausfinden kannst, dass wir in super dramatischer Eröffnungsszene fünfmal unterbrochen über Satellite kommen, hochgeladen haben, alles liegt brach. Oh mein Gott, was für ein Mist.
Christian:
Ja, und dann auch so Jabes Bond-mäßig. Weißt du, das ist, also ich habe die Spider-Man-Comics ja auch mal eine Zeit gelesen, aber für mich ging es bei Spider-Man auch nie um die Eltern. Also auch da das Trauma oder die Tragödie war ja nicht, dass die Eltern weg waren. Er hatte doch, also das, was der Film ja auch versucht irgendwie als Punkt stark zu machen, dieses, die Tante und Onkel sind halt die Eltern so, so fucking what? Also die Dramaturgie war nie, dass Mama und Papa weg waren. Was ist mit denen passiert? Oh, die waren Geheimagenten für Oscars.
Arne:
Ja genau, da kommen dann auch die Nerds aus der Versenkung, die jene obskuren Scheiß jemals gelesen haben, aber in Ausgabe so und so damals, 1994, waren die Eltern auch Geheimagenten und das wurde auch geradconnt. Ja, whatever, war vielleicht so, aber hier sehe ich zum einen Anzugträger im Studio sagen, Alter, wie geil war denn die Eröffnung von Dark Knight Rises mit dem Flugzeug. Ey, wir machen jetzt auch hier so eine Flugzeugeöffnung. Das ist ja die geilste Action, mit der ein Film losgehen kann. Und dann wird das um diese Figuren.
Arne:
Und nochmal, was wir im ersten Film sowieso schon gehabt haben, was im Grunde für das, was wir davon wissen müssen, auserzählt ist, nochmal irgendwie so alles, und das ist auch so ein Problem dieses Films, völlig on the nose, guck mal, das sind die Eltern, guck mal, die schmuggeln was raus, guck mal, die laden was hoch, guck mal die. Ich bin ja eigentlich kein Nidpicker, aber sind irgendwie Wissenschaftler, die aber plötzlich einen Eliteagenten einfach irgendwie platt hauen, der sie da im Flugzeug Mulu machen will. Und das ist alles so völlig egal. Also das ist ganz vieles in diesem Film, da hast du so Exposition-Dumps in irgendwelchen bekloppten Also Newscasts, die da laufen oder Gwen Stacy ist immer wieder gut dafür, genau das, was gerade passiert, nochmal auszusprechen, damit es auch wirklich alle mitkriegen. So Exposition dann noch und nöcher und dann wird halt so, also was macht denn ein Cold Opening? Ich meine, das ist ja so dieses alte James-Bond-Prinzip. Du machst das doch, um mit deinen relevanten Figuren in einer Action-Szene in den Film einzusteigen und irgendwie erstmal so die Stakes zu setzen und auch was über die Fähigkeiten und so weiter von der Figur. Was interessieren mich denn diese Eltern in der Eröffnungsszene des Films, dass der da irgendeinen Scheiß-Upload macht, der da Minuten.
Arne:
Stunden später für einen völlig bekackten, retconigen, das hat nichts mit Spider-Man zu tun, Vorbestimmungs-Ark da genutzt wird. Es ist so bekloppt und so völlig an der Sache vorbei entschieden. Können wir aufregen.
Christian:
Und um nach dieser Szene mit dem zweiten Cold Opening anzufangen, der, wie ich finde, durchaus stimmungsvoll anfängt, das Spider-Man-Logo, die Kamera zoomt so ein bisschen zurück und wir sehen das Logo auf dem Kostüm und er fällt gerade auf die Häuser, Schluchten Manhattans zu und der Wind flattert so ein bisschen am Kostüm, das fand ich großartig, das sind halt, weiß ich nicht, zehn Sekunden oder so. Aber auch da so bescheuert, weißt du, der Film fängt irgendwie zweimal an und hört, glaube ich, auch dreimal auf. Und auch da wieder so von außen irgendwie rangeflanscht. Es gab auch irgendwie, das wollte ich gerade nochmal nachgucken, das hatte ich dann nicht mehr geschafft. Es gibt eine Deleted-Scene, wo der leibliche Vater von Peter Parker ihn am Friedhof abfängt, weil der überlebt hat und tatsächlich zu ihm auf dem Friedhof sagt, aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Und diese Szene, weißt du, bei aller Kritik, aber irgendjemand ist nochmal auf die Idee gekommen, diese Szene rauszunehmen. Immerhin das. Immerhin das haben sie uns erspart.
Arne:
Ja gut, bei all dem Overload-Clusterfakt, den dieser Film macht, kam auch irgendjemand auf die Idee, die Szenen, die gedreht waren, mit Mary Jane rauszunehmen.
Christian:
Und ich wette, das waren alles nicht aus guten Gründen, sondern weil irgendwie der Praktikant im Kinosaal ganz hinten irgendwie stand mit dem Klemmbrett und gesagt hat, wir müssen sechs Minuten rausschneiden, damit wir noch 30 Prozent mehr Popcorn verkaufen können. Welche sechs Minuten schneiden wir raus? Und dann hat man gesagt, da wo geredet wird, das mit dem ganzen Gerede, das muss da weg. Aber auch da, weißt du.
Arne:
Dieses Ganze… Aber Gabriel und Stone minutenlang irgendeinen gibberish ramblen lassen.
Christian:
Ja, da stehen die Teens doch drauf. Das sind doch Teens, oder? Das ist doch, die sind doch und so.
Arne:
Und Dubstep, da stehen die auch drauf.
Christian:
Da kommen wir auch noch zu. Also ich will nur einmal so ein bisschen zusammenführen. In meinen Augen höchst problematisch und ich könnte das ja auch auf andere Filme, die wir durchaus hier schon besprochen haben, aber ich muss jetzt nicht hier wieder Fenster aufmachen. Wenn du den Kern deiner Figur nicht kennst und damit auch nicht triffst, dann bist du schon mal im Minus. Dann fängt dein Film schon mal mit Schulden an. Und dieser Film schafft die Schulden nicht abzuzahlen.
Arne:
Wenn du zumindest etwas machen willst und vielleicht nicht ganz fähig bist, das auch in letzter Konsequenz durchzuziehen.
Christian:
Mehr Zeitlupe, ich verstehe schon.
Arne:
Wenn du zumindest etwas tun möchtest und eine Idee hast, dann ist das schon mal mehr wert als das hier.
Christian:
Ja, ja, ja, ja, ja. Wir haben die Diskussion ja schon geführt, deswegen.
Arne:
Wir machen das so Tenet-mäßig. Wir haben uns jahrelang auf die Diskussion hinbewegt und jetzt bewegen wir uns von ihr weg, aber dann doch immer wieder zu ihr zurück.
Christian:
Also über Tenet müssen wir auch nochmal an anderer Stelle sprechen. Das ist auch noch ein Film, den du mir erklären musst. Aber egal. Ja, also wir haben auf jeden Fall in meinen Augen, ich glaube, das siehst du ähnlich, einfach schon Schwierigkeiten und Probleme mit der Figur. Da geht einfach schon eine ganze Menge nicht.
Arne:
Ja, ganz massiv.
Christian:
Ja. Genau, ich versuche gerade irgendwie ein bisschen noch aus meinen Notizen irgendwie schlau zu werden. Ja, wir haben auch das Problem, wie bei vielen dieser Filme zu viel, was du schon gesagt hast, zu viel reingestopft, zu viele Villains irgendwie reingestopft, zu viele Teaser aufgemacht, zu viel in alle Richtungen geguckt. Vielleicht gehen wir hier auch einfach schon mal irgendwie dieses Thema so ein bisschen mal an.
Arne:
Ich würde noch mal kurz einwerfen, wo du gerade bei der zu viel, zu wenig bist. Zu wenig Motivation ist auch einfach ein Riesenthema in diesem ganzen Film. Was eigentlich so emotional die Kernmotivation für jegliches Handeln hier sein sollte, ist diese Nummer mit Gwen für ihn. Und das ist halt vollkommen inkonsistent, wie er sich da verhält und dann verlässt er sie, um dem Vater gerecht zu werden, aber holt sie in der finalen Szene in die Hauptkonfrontation mit einem ganz New York zerstörenden Villain mit rein und sie sagt, my choice! So und alle denken sich, ja das ist mal eine starke Frau, das war im Film drin.
Christian:
Ja, ja, und dann aber irgendwie die nachher genickt auch.
Arne:
Genau, also das laissez-faire. Also wir respektieren das alles. Wenn eine Frau sagt, my choice, no means no, dann müssen wir das respektieren. Also wenn die in den eigenen Tod rennt, als Superheld kannst du da nichts machen. Es wäre ja übergriffig, die zu retten.
Christian:
Ja, ja, das fand ich auch. Gwen Stacy ist auch nochmal ein guter Punkt. Das fand ich auch interessant. Das hatte ich auch nochmal in einem YouTube-Video gesehen, dass halt so dieses, und das passiert ja öfter, Das passiert vor allen Dingen, wenn man nicht weiß, womit man hantiert und warum man das irgendwie macht und was auch irgendwie... Was dahinter steht, wenn man nur mit diesen leeren Symbolen arbeitet. Also Gwen Stacy ist ganz wichtig für Spider-Man, also auch hochkontrovers und auch gerade in der Moderne nochmal ganz viel damit gemacht und ganz viel erzählt, aber es gibt halt eben diese beiden großen Tragiken bei Spider-Man. Es ist natürlich Onkel Ben, der stirbt und Peter konnte halt nichts tun, Spider-Man konnte ihn nicht retten und dann Gwen Stacy, die eben auch sehr, also das ist sehr legendär in den Comics, die halt eben auch stirbt, weil eben Spider-Man sie nicht retten kann, nicht rechtzeitig, nicht richtig rettet. Er macht einen Fehler, es ist seine Schuld und das ist auch so ein Trauma, womit er umgehen muss. So, Klammer auf, auch da wieder das Problem, die Frau als Plotpoint, um den Helden zu beschreiben, zu traumatisieren. Also da gibt es auch ein riesen Konvolut an Problematiken. Das will ich jetzt gar nicht so groß aufmachen, sondern eher dieses Ding von...
Christian:
Das legendäre Comic-Moment, ja, und was ich da auch so gehört habe, so hat vor allen Dingen das Medium nachhaltig beeinflusst, weil es halt eben darum ging, dass die Figur dann eben nicht zwei Ausgaben später wiederkommt, dass man diesen ganzen Redconning-Kram dort mal weggelassen hat und gesagt hat, das ist so und das bleibt so. Und das tut was mit der Figur, das verändert diese Figur nachhaltig.
Arne:
Das hat ja Wucht, das hat ja Tragweite.
Christian:
Redconning ist immer irgendwie passiert, aber so dieses, jetzt hast du aber das, und vor allem hat es die Leute überrascht. Gwen Stacy war Love Interest von Peter Parker, Spider-Man, das ist so, als ob du bei Superman Lois Lane einfach tötest und sie bleibt für immer tot. Das passiert nicht, das machst du halt nicht.
Christian:
Und das Problem ist, wenn du so etwas adaptieren willst.
Christian:
Hast du jetzt immer schon den Wissensvorsprung oder du hast das Wissen aus den Comics. Gwen Stacy ist die Person, die stirbt, weil Peter Parker nicht rechtzeitig und so weiter und so fort. Das verpufft ja schon alles. Also die große Überraschung und die große Wucht, die es in den Comics hatte, kann es im Film gar nicht mehr bekommen, weil wir diesen Referenzpunkt haben. Und was macht Sony? Was machen Kurtzman und Orzee natürlich? Sie übernehmen es einfach eins zu eins, sodass alle mit dem Finger drauf zeigen können und wissen, die schafft es nicht. Die wird diesen Moment nicht überleben, die wird diese Filme nicht überleben, die ist dazu da, damit sie irgendwann stirbt. Und das ist halt super lame. Und das ist halt genau das Problem, wenn du keine Ahnung hast von dem, was du da adaptierst und wie du es adaptierst und warum du gewisse Sachen adaptierst, dann kommt halt eben auch wieder bezeichnenderweise für alles an diesem Film, dann kommt halt diese Krütze dabei raus. Und da sind so viele Sachen, du schmeißt einen Rhino da rein, Paul Giamatti wird total verschwendet in dieser Rolle, in diesem Kostüm und da stimmt halt einfach gar nichts. Also da ist nichts getroffen. Du wirfst ikonische Bilderelemente der Sinister Six, so ein Team an Super-Villains. Das verpufft halt auch komplett, weil es halt auch nur wieder ein Versatzstück auf dem Reißbrett, auf der großen Karte der nächsten Content-Strategy für die nächsten fünf Jahre, powered by Sony, powered by Emotion. Das ist halt Müll.
Arne:
Ja, also was ich ja cool finde bei solchen Filmen, wenn Wenn du zum Beispiel jetzt Kamerafahrten gemacht hättest, wo wir einfach nur durch Oscorp Labs flanieren und dann siehst du so ganz versteckt im Hintergrund plötzlich, dass da diese... Easter Eggs versteckt sind. Das ist cool. Da hältst du dir halt Türen mit offen, aber du forcierst das nicht so wie in einem Film, wo es um den Tod von Gwen Stacy und um den Kampf gegen Elektro und um die Übernahme von Oscorp durch Harry Osborn und durch seine Werdung zum Green Goblin und sein Besiegtwerden als Green Goblin und den Gentleman, der ihn da rekrutieren will. Und dann enden wir auf fünf Minuten Rhino, der keinerlei Relevanz für den Film hatte. Das ist halt, also das ist ja ein Clusterfakt, der dritte Raimi ist auch massiv überladen. Aber da hatte ich das Gefühl, ich verstehe bei jeder Figur, was die eigentlich will, wo die herkommt, warum das da drin ist. Dass das drei Filme in einem sind, ist trotzdem ein Fakt. Aber trotzdem macht das irgendwie Sinn. Und hier...
Arne:
Anstatt diese Easter Eggs einfach zu platzieren, müssen wir das dann schon so konkret ausformulieren am Ende. Und da kommt dann, ich weiß überhaupt nicht, auf welcher Note dieser Film enden soll. Also sowas Signifikantes, wie der Tod von Gwen Stacy, das hast du eben schon richtig gesagt, das war ein Ultra-Event in der Comic-Welt und hat richtig Nachhall gehabt. Das ist halt was anderes als viele andere Comic-Arcs. Also ich lese jetzt zum Beispiel gerade den Batman-Run von Tom King. Der ging 2016 mit diesem DC-Rebirth los.
Arne:
Bin da auch relativ weit drin gerade. Also bin jetzt bei Volume 10, also so 2020 irgendwie angekommen ungefähr. Und da gibt es dann auch so ein paar Momente, wo mir mal wieder so klar geworden ist, Da werden dann Referenzen gemacht auf früheren Tod eines Robins und du fragst dich dann so, wenn du nicht so 100% in der Materie bist, wie viele Robins gab es denn jetzt eigentlich schon und wer war derjenige, der in Jokes on you, Batman, der mit dem quasi, wo auch in Batman wie Superman drauf referenziert wird, dessen Suit noch in der Batcave aufbewahrt wird und wie viele Leute waren eigentlich in der Robin-Rolle und also mindestens zwei sind gestorben, Aber welche das jetzt genau waren, weiß ich auch nicht. Und hat das irgendwie einen Effekt auf Batman ja irgendwie nicht. Der macht einfach weiter. Da bist du richtig lost. Bei dieser Geschichte hier, das ist etwas, was auch erstmal in der Comicwelt ja die Spider-Man-Figur nachhaltig beeinflusst hat. Und das sind so Sachen, wenn du die verstehst, wenn du die sauber reinschreibst, wenn du dem Raum gibst, um auch zu wirken in so einem Film und nicht eine Minute Beerdigung und dann geht es mit irgendeinem anderen Scheiß weiter, dann kann das irgendwie auch...
Arne:
Zu einer wirklich prägnanten Nummer werden. Ich meine, immerhin, das muss man ja sagen, hätten wir die Chance gehabt, zwei ganze Filme lang diese Beziehung zu etablieren und sowas Vernünftigen und Engen und Glaubhaften und Wertvollen zu machen und dann diesen Moment einzuflechten. Das könnte großes Drama sein. Und da verstehe ich auch Mark Webb, dass der sagt, für mich wäre Spider-Man 3 ein Film darüber, wie Peter Parker struggelt, mit dieser Trauer fertig zu werden gewesen. Es gab nie ein Amazing Spider-Man 3, weil Sony wollte halt Sinister Six und Venom und Black Cat und das alles am besten gleich im nächsten Film und Spider-Man sollte da Statist drin sein. Aber wie du schon gesagt hast mit den Drehbuchautoren, wenn du das alles nicht richtig verstehst und dann einfach irgendwas machst, ja, so die Fading-Upwards-Typen, ich musste an Goya denken, als du vorhin von den Drehbuchautoren sprachst.
Arne:
Wobei es ist halt total schwer bei diesen Filmen zu sagen, wem macht man denn jetzt hier einen Vorwurf? Weil du weißt überhaupt nicht, wer da eigentlich was zu sagen hat im Hintergrund. Das ist ja was anderes als ein Autorenfilm, wo jemand sein Skript schreibt und sich um individuelle Mittel kümmert und das Ding irgendwie finanziert kriegt und seinen Film runterdreht und kannst sagen, ja sorry, die Sachen hier, da hättest du dir vielleicht noch ein bisschen länger Gedanken drüber gemacht oder doch mal um den Produzenten drauf gucken lassen oder irgendwen, der das kritisch hinterfragt. Läuft nicht. Bei diesen Filmen, da sind so tausende von Leuten, die irgendwas zu sagen haben, daran beteiligt. Du weißt ja überhaupt nicht, wer da Entscheidungen getroffen hat und ob nicht vielleicht ursprüngliche Skriptversionen drölfzig mal besser waren. Aber da kam dann jemand, der gesagt hat, nee, nee, also in unserer Focus Group hat das jetzt nicht richtig funktioniert. Jetzt brauchen wir hier einen Gag und dann noch einen Villain und hier dies und hier das. Aber allein, dass man das diskutiert, zeigt ja, wie stark einfach diese Studio Intervention hier schon fühlbar ist in so einem Film.
Christian:
Voll und wir müssen das auch nochmal aussprechen. Also es geht hier auch um Sony und Sony ist also auch hier bekannt dafür. Guck dir die James Bond Filme an, die sie gemacht haben. Guck dir den Casino Royale an vor allen Dingen. Ich glaube später wird es ein bisschen weniger, aber also Sony Filme erkennst du gerade irgendwie so in den 2000ern.
Arne:
An Vio-Laptops.
Christian:
An dem eigenen Product Placement. Also ich bin ja schon froh, dass Peter Parker endlich Google benutzen durfte und nicht mehr Bing. Das hat er noch im ersten Film gemacht. Aber hier werden die Sony-Smartphones in die Kamera gehalten und die Sony-Laptops natürlich und irgendwie ich glaube Sony ist auch am Times Square groß irgendwie mit Schildern und Werbung und, also da geht es halt eben, also, man ist mit Glück in diese Spider-Man-Lizenz gestolpert und klammert sich bis heute daran fest, ich erinnere an die Playstation 3, deren Schriftzug in dem Spider-Man-Font von den Sam Raimi-Filmen gehalten war, weil Corporate Synergy, die ersten Grafik-Demos der PS3, der super, wie hieß das noch, Cell Processor mit Alfred Molina als, gescannter Actor und guck mal wie lebensnah und also diesen ganzen Müll haben wir. Und Sony ist halt eben auch.
Christian:
Wichtig zu nennen, also natürlich wird Sony den Autoren gesagt haben, was die wollen und die haben umgesetzt, was man soll und Mark Webb hat eine Kamera in die Richtung gehalten, in die man ihm das gesagt hat, so, keine Frage, aber ich glaube, sie sind da alle irgendwie mitverantwortlich, aber natürlich ist Sony da ganz, ganz wichtig zu nennen und ich habe mal ein bisschen aufgeschrieben, wie, wir leben ja in Zeiten des Multiversums, wie quasi in einem Paralleluniversum die Sache weitergegangen wäre, weil das war schon so angekündigt. Wir sind im Jahr 2014, Amazing Spider-Man 2 kommt bald ins Kino und du kannst ja schon mal den Kalender rausziehen, denn am 10. Juni 2016 kommt der dritte Teil, gefolgt von November 2016, der erste Teil von Sinister Six. das Team-Up-Movie der Super-Villains, die wir teilweise hier schon sehen. Dann für 2017 geplant ein Black Cat-Spin-Off.
Arne:
Das wäre hier die Assistentin von Harry's Dad und dann Harry gewesen.
Christian:
Exakt, deswegen darf sie auch fünfmal im Film was sagen.
Arne:
Und vor allem ihren Namen, damit die Glocken angehen.
Christian:
Genau, dann Ende 2017 wäre noch ein Spider-Man 2099-Film gekommen. Das ist ja auch so ein der Spider-Man aus der Zukunft Ding. Aber keine Sorge, im Jahr 2018 wäre Amazing Spider-Man 4 ins Kino gekommen. Das wusste man schon, bevor der zweite im Kino läuft. Und dann war natürlich geplant, noch einen Vendor-Film zu machen. Sinister Six hätte natürlich auch einen zweiten Teil irgendwann noch bekommen. Und all diese Pläne und Ideen waren schon da. Also man hat sich nach dem ersten Amazing Spider-Man hingesetzt und gesagt, wir bauen jetzt die Content-Strategy fürs nächste Jahrzehnt. Vielen Dank. Und nachdem der erste schon so, naja, lief, war klar, dass es halt nicht mehr aufhören darf und all das ist ja eben nicht passiert, weil der zweite Film, Zahlen müssen nach oben gehen, wir sind auch im Finanzwesen unterwegs, Zahl geht nach oben, Zahl geht nicht nach oben nach dem zweiten Spider-Man-Film und dann ist halt die große Bremse gezogen worden. Und ich erinnere auch noch, das muss, glaube ich, ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, war das 2016, 2017 mit diesem Dark Universe, wo, ich glaube, Universal sich hingestellt hat und gesagt hat, wir machen, bevor der erste Film ins Kino kommt, genau, diese ganzen Monster-Geschichten mit Tom Cruise und die Mumie und wir machen hier auch schon den großen Content-Plan für die nächsten Jahre und die Leute...
Arne:
Alles muss Universe sein.
Christian:
Und die Leute haben nach dem ersten Film gesagt, lass stecken. So ähnlich ist das hier halt auch.
Arne:
Wenn sie schlau sind.
Christian:
So ähnlich ist es hier halt auch. Und was mir auch nochmal aufgefallen ist.
Christian:
Erinnere dich an den ersten Amazing Spider-Man. Der hat ja eigentlich, also der steht ganz klar im Zeichen von The Dark Knight. Der Trend zwischen Sam Raimis Trilogie und dem Erscheinen von The Amazing Spider-Man im Jahr 2012, was ist in der Zeit eigentlich so das große Ding gewesen, es war The Dark Knight. Der erste Film mit einer Milliarde Einspielergebnis, bla bla bla bla bla. Also hat man sich das Ding genommen und hat gesagt, machen wir jetzt auch, wir müssen ja irgendwie einen neuen Spider-Man machen, also machen wir The Dark Spider-Man. So, hat man gemacht, lief im Kino alle so, hm, okay, weiß ich auch nicht. Was ist denn zwischen dem ersten Amazing und dem zweiten Amazing passiert?
Christian:
Die Avengers. Also, komplette Spurwechsel. Wir müssen jetzt auch Avengers, das MCU explodieren. Das, was auch 2008 angefangen ist mit Iron Man, Hulk, wo aber der Fokus ja noch nicht so drauf lag. Das explodiert jetzt. Also wird aus Spider-Man Avengers. Alles irgendwie, ne? Siehst ja hier schon, Team-Up, immer mehr Villains und das Team-Up wird geteasert und wir haben halt nicht die, wir haben nicht das Spider-Man-Team, wir haben aber die Sinister Six, also machen wir ein Team um die Böse. Das ist halt alles so durchschaubar und auch so zynisch, weil es halt immer nur reagiert. Es guckt halt irgendwie links und rechts, wie du sagst, es guckt in die Charts und was geht da ab? Skrillex. Dubstep. Wir machen irgendwas mit Dubstep.
Arne:
Ja, wenn der Villain schon Elektro heißt, ne?
Christian:
Ruf mal Hans Zimmer an, der soll mal Junkie XL, die soll mal was mit Dubstep machen.
Arne:
Oh Mann, also das hab ich ja jetzt noch gar nicht erwähnt. Also erst mal, dann mach ich einen Mini-Exkurs. Was vielleicht manche Zuhörende nicht wissen. Ich habe ja einen nicht unerheblichen Teil meiner Vergangenheit an ursprünglich mal Plattenspielern und dann Traktor und auch auf Bühnen vor abravenden Leuten verbracht. Und das war überwiegend immer Drum und Bass. Und irgendwann, was viele nicht wissen, so 2006, 2007, kam dann aus UK ja dieses neue, super langsame, super basslastige Genre Dubstep. Und wenn ich das Wort Dubstep höre, dann denke ich an die ersten Platten auf Temper, die Scream, Banga, Maler, Horsepower Productions und so weiter so zwischen 2006 und 2008 rausgebracht haben, die, wie der Name schon sagt, vor allem an den jamaikanischen Dub angelehnt waren. Und im Endeffekt einfach eine unendlich alles bassmäßig zerreißende Club-Version, die nicht 140 BPM, sondern tatsächlich nur Halftime 70 hatte, so ungefähr klang.
Arne:
Was einfach so die ultimative, also so Mischung aus Dancefloor-Mucke und Stoner-Mucke war. So das ist Dubstep. Dann passierte einige Jahre später das, was immer überall ausnahmslos passiert, wenn Amis sich etwas krallen. Das wird nur besser. Die waren halt Skrillex oder was weiß ich weiß noch nicht mal mehr irgendwie die Namen, weil das einfach so ein Angriff auf die Gesundheit ist, diese Musik, dass ich mir nicht mal die Namen der Artists gemerkt habe. Aber alles, was man so unter den Deckmantel Brostep nimmt, weil nämlich halt aus den ursprünglich an grünen fünf bis siebenblättrigen Pflanzen wachsende Blüten verrauchenden Audience, die den ursprünglichen Dubstep in dunklen Tarnnetz behangenden Räumen gefeiert hat, dann plötzlich aufgepumpte Jogbros in den USA wurden, die halt quasi ihre Testosteron-schwangeren Pumper-Buddies mit freiem Oberkörper pogend auf den Dancefloors zu irgendeinem quietschigen Schrottsound von Skrillex und Co.
Arne:
Präsentierten. So und das, was hier in dem Film vorkommt, ist natürlich das, was die Allgemeinheit unter dem Begriff Dubstep versteht, aber ist halt einfach nur quietschender Schrott. Dubstep ist was anderes. Das geht jetzt nicht in deine Richtung, sondern das war einfach nur so ein Public Service Announcement. Also hört euch mal sowas wie Scream, Midnight Request Line oder die ersten Releases von Banga und so weiter damals an, das ist Dubstep und Skrillex und diese ganzen anderen Brostep Idioten mit ihrem komischen nervtötenden Quietschschrott, das ist Brostep. Und dieser Film hat natürlich dann in den Szenen, wo Elektro vorkommt, an Elektro angelehnt, einen Bro-Step-Soundtrack und das ist nicht die einzige sehr schlechte Musikentscheidung, die in diesem Film gefällt wird, aber das geilste ist ja noch, dass dieses Bro-Step-Theme von Elektro ja auch manchmal durch so Flüster-Vocals im Hintergrund angereichert ist, die halt, das habe ich extra nochmal nachguckt, die halt so erzählen, was gerade passiert. He's so alone, he's so alone, nobody sees him, nobody sees him, he's angry, he's angry.
Arne:
Oh mein Gott, also das ist wirklich so, ohne Worte, nur noch getoppt von dem letzten Segment mit Jamatti als Rhino, aber ich meine, da sitzen Leute auf. Machen sowas und dann geht das durch Gremien, die alle nicken und sagen, oh geil. Und dann gibt es anscheinend wirklich, wie ich jetzt im Netz, also erstmal im Netz war ich schon wieder baff, weil anscheinend das Publikum Feedback wie so oft gar nicht so schlecht war auf den Film. Also ja, überladen und so, aber Elektro und die Action-Szenen sind ja cool und so weiter. Fuck you. Das ist einfach alles der letzte Dreck. Das ist unfokussiert CGI-Müll, blaues Licht. Elektro sieht aus wie eine Parodie. Ich habe so ein paar Edits gesehen, wo sich halt lustig gemacht wurde und er kontrolliert die Elektrizität so sehr, dass er sogar seine Zahnlücke weggemacht hat damit. Also es ist einfach nur was macht blaues Licht? Ja, es leuchtet blau und Elektro leuchtet auch blau. Danke. War keine Rolle mehr in Avatar Teil 6 frei, dann müssen wir halt den Film hier machen.
Christian:
Diese Zahnlückengeschichte ist für mich so eine Mischung aus Cry for Help und, so, ja, wie sagt man, stillem Widerstand. Ich glaube, die Beteiligten, die das gemacht haben, Die haben geguckt, womit sie durchkommen können. Die wussten von genau dem Gremium. Was ich mir übrigens auch so wie Harrys Vater, den Norman Osborn mit so im Halbschatten, so zombie-mäßig so, wir brauchen neuen Spider-Man, die Quartalszahlen stimmen nicht. Und dann hat man gesagt, okay, wir werden hier quasi gegen unseren Willen mit diesem Scheiß irgendwie, wir müssen ja auch irgendwie unsere Miete bezahlen. Mal gucken, ob es jemand merkt. Mal gucken, ob auch jemand merkt, wie wir, also das habe ich dann auch erst bei YouTube nochmal gesehen, es gibt wirklich, man sieht es bei dieser Verwandlung, mit der Nahaufnahme auf Jamie Foxx, auf diese Zahnlücke, wie die sich halt durch die Blitze zumacht und wo wirklich die Special Effects Abteilung gesagt hat, also wenn wir die Nummer durchkriegen, dann können wir machen, was wir wollen mit diesem Film. Und man hat gemacht, was man wollte, weil man hat es durchbekommen und also furchtbar, absolut furchtbar.
Christian:
Durch die Bank furchtbar alles. Auch das Ende, was du auch gesagt hast, mit dem Rhino am Ende, ich hab's auch wieder komplett vergessen. Ich dachte, das ist der Anfang des Filmes. Den hatte ich als Anfang in Erinnerung. Auch was wir schon gesagt haben, wie in der Tradition des ersten Amazing Spider-Man eigentlich die komplette Spieldauer bis dahin wieder untergraben wird. Also Gwen Stacy stirbt, aber er hat noch nicht mal mehr die Zeit zu trauern. Welchen dritten Teil, lieber Mark Webb, wolltest du denn machen? Weil dein eigener Vorgängerfilm hat doch schon das Thema zugemacht. Da wird nicht mehr getrauert. Das Thema ist vorbei. Wir müssen halt wieder irgendwelche Brotdosen verkaufen. Oder halt Sony-Laptops oder was auch immer dieser Film uns verkaufen will. Ganz, ganz furchtbar. Und ich sehe das halt, weswegen ich, also es ist gut, dass wir über den Film sprechen. Vielleicht kommen wir auch schon gleich irgendwie rüber Richtung Bedeutung für das Genre. Weil ich sehe da ganz wichtige Dinge auch für weitere Genre-Besprechungen. Oder hast du noch was zum Film? Nee, eigentlich nicht.
Arne:
In der Zeit braucht man, glaube ich, nicht erwähnen, dass rein visuell halt auch das 3D-Effekt-Baiting vom anderen Stern und ganz fürchterlich ist. Ich habe jetzt gesehen, du hast so ein paar Szenen am Times Square und so weiter anscheinend noch etwas netter und unterhaltsamer, als ich empfunden. Für mich war das alles von vorn bis hinten irgendwie nur total Ausfall. Aber was ich jetzt zu der Sache mit Gwen Stacy noch sagen wollte abschließend, das Ding ist ja, so traurig das ist, man braucht im Endeffekt auch keine Zeit, auch als empathischer Zuschauer dort mitzutrauern, weil das alles so unverdient ist, auch mit diesem Tod.
Arne:
Klar, irgendwie kommt schon durch, dass die sich sehr gerne mögen und dass da auch Gefühle sind und dass sie irgendwie nicht mit und nicht ohneinander können. Aber das ist alles so tonal, so all over the place vorher, dass du, du bist überhaupt nicht in der Stimmung, dass sowas hittet, wie man heute so schön sagt. Also du, so aus dem Nichts kommt halt dieser Tod dann. Vorher wird halt Materialschlacht gemacht und hinher, hinher und wir dürfen uns mit völlig überzeichneten Parodien wie Dr. Kafka, der zu klassischer Walzermusik, den Elektrofolger, what the fuck, rumschlagen. Und dann bist du schon so disconnected emotional, dass es alles einfach nur egal ist und plötzlich kommt dann the death of Gwen Stacy.
Arne:
So nachdem wir irgendwie den Hauptvillain gerade explodieren lassen haben und auf einmal taucht der nächste auf, der auch so völlig sinnbefreit motiviert ist, so ja mein Vater hat halt 70 Jahre gebraucht, um an unserer Family Disease zu sterben. Oh, ich habe wohl nur noch zwei Wochen mit 20.
Arne:
Dann brauche ich jetzt unbedingt Spider-Mans-Blut. Will er mir nicht geben? Oh, er ist der schlimmste Mensch der Welt. Ich bringe alle um. Okay, ja, fast so gut wie Spider-Man hat sich nicht an meinen Namen erinnert. Jetzt drehe ich mal durch und mache die ganze Stadt platt. Wobei, da kann man ja noch so weit gehen, dass man sagt, dass eben so die Rage von Elektro so ein bisschen auch das Sinnbild ist so für, also insofern vielleicht sogar heute zeitgemäßer als 2014 für die unfokussierte Rage gegen die Gesellschaft der Leute, die sich eben nicht gesehen, nicht gehört fühlen und so weiter. Was ja heute nochmal eine andere Prägnanz bekommt, das ist auch wieder ein sehr interessantes Thema, was man halt voll an die Wand fährt hier, was auch total schade ist, weil also gerade so die Wut des kleinen Mannes in all ihren berechtigten und auch wieder unberechtigten Aspekten ist ja ein total starkes Thema, was man eben auch zu einem Superschurken gerade überhöht in so einem Superhelden-Genre total gut machen könnte. Das leitet vielleicht jetzt zur Genre-Diskussion über. Naja, was ich noch sagen wollte, also dieser Tod kommt so aus dem Nix, da braucht es dann halt auch nur anderthalb Minuten Beerdigung im Film und dann machen wir einfach weiter, weil es egal ist, weil alles vorher egal war, weil es wir zwischen albernstem Klamauk, düsteren, lebensbeendenden, schweren Arks, irgendwelcher quirky Teenager-Dramedy, gefailter Impro-Comedy vor sich hin plappern.
Arne:
Familienmomenten, die sich irgendwie im Endlos-Loop drehen, bis dann nach fünf Minuten klar ist, wer jetzt hier wessen Wäsche wäscht, also das ist alles einfach nur vollkommen ohne klaren roten Faden und dann ist eben auch so ein Comic-Moment, der damals die Welt aufgerüttelt hat, in der filmischen Variante halt völlig egal. Auch wenn natürlich Garfield das dann gut spielt und so weiter, aber da kommt nichts mehr an bei mir.
Christian:
Es sind halt auch drei Filme auf einmal, die da auch eben ständig gegeneinander arbeiten. Also du hast halt den Mark Webb, junge Leute, Rom-Com, Naja, sie sind irgendwie gut zusammen, aber irgendwie auch nicht und kommen sie zusammen oder auch nicht. Sind sie füreinander gut, schlecht, schaffen sie es, schaffen sie es nicht. Und das ist ein Film, da hast du diesen extremen, campy, aufgedrehten Joel Schumacher Spider-Man irgendwie. Also für mich der beste Moment, wirklich der geilste Shot im gesamten Film ist der Moment, ich glaube sogar am Ende. Ist das nicht sogar am Ende? Nee, irgendwo zwischendrin glaube ich. Egal. Spider-Man mit dem Feuerwehrhut und dem Schlauch in der Hand. Ich habe den so gefeiert, weil der, also der ist so blöd. Also für mich, Klammer auf, gut blöd. Und der passt auch gar nicht in diesen Film hinein. Es ist einfach nur ein cooles Bild, weil ...
Christian:
Ja, so ist der Film irgendwie. Also, ich weiß auch nicht. Er nimmt sich halt überhaupt nicht ernst. In dem Moment, finde ich, passt es. Aber der Rest des Filmes, das meine ich halt so. Dann wird es halt so total Rom-Com-y. Dann gibt es noch den wirklich ernsten Familien. Was ist eigentlich Familie? Sind es die Menschen, die dich zur Welt gebracht haben? Oder die Menschen, die dich lieben und sich um dich kümmern und um die du dich kümmerst und das ist ja auch irgendwie da drin, plus Vorbestimmung, Vater, Blut und Bloodline und all den Mist. Und das arbeitet alles komplett gegeneinander. Und deswegen passt der eine Moment nicht auf den anderen Moment. Und deswegen, also plus jeder einzelne dieser Filme funktioniert auch für sich schon mal gar nicht. Die Rom-Com-Geschichte ist Müll, weil das überhaupt nicht aufgeht, wie du sagst. Also die Dialoge sind scheiße, die ganze Geschichte ist Quatsch und sie stirbt da am Ende und weil sie sich selbst dazu entschieden hat und wie du gesagt hast, no means no, but also her death. Also okay.
Arne:
Ich muss wirklich lachen. Ich hab dann echt im Laufe des Films einfach das ist, was ist hier los? Wer hat das gemacht? Das kann noch keiner ernst meinen, was hier gerade so die ganze Zeit passiert.
Christian:
Dieser ganze campy Spider-Man funktioniert für sich halt irgendwie naja auch nur so mittelgut. Und dieses ganze dunkle Familiendrama, bla bla bla geht halt irgendwie auch nicht auf, weil Papa ist James Bond und durch sein Blut bin ich Spider-Man und das interessiert aber auch niemanden, weil das halt auch nachher nicht mehr aufgeht. Er sucht ja auch seinen Vater nachher gar nicht mehr. Die Tasche schmeißt er weg und das Thema ist erledigt.
Arne:
Naja gut, also in jedem dieser Filme läge irgendwie das Potenzial, wenn man sich auf diesen Film fokussiert hätte und das Tonal halt durchgezogen hätte und sich auf das, was diesen einen Film ausmachen würde.
Arne:
Beschränkt hätte, dann hätte da überall was draus werden können. Weil das ist ja gerade das Schöne, du kannst den Rom-Com Spider-Man machen, der in der Liebesbeziehung ist, wo du aber, was sich ja in einigen Szenen ganz nett andeutet, wo du immer so den Konflikt, den ja auch Raimi sehr stark gemacht hat, so das Crime-Fighting, was der Beziehung im Weg steht, was auch für, ne, Fatty geht nur arbeiten, ne, ist nicht gut für die Beziehung, so, das ist ein schönes Motiv, war sicherlich mit jemandem mit einem Händchen dafür, was ich webt dann schon nach dem, was ich dann auch an positiven Dingen jetzt beim Rewatchen des ersten Teils gesehen hatte, auch attestieren würde, dass er das hinkriegt, das wäre halt gut gewesen. Den übertriebenen Camp, den kannst du mit Spider-Man auch machen, dann lass ihn halt One-Liner dreschen, dann dreh überall alles auf elf, dass es dann halt auch egal ist, ob er irgendwie One-Liner drischt, statt den Truck aufzuhalten, weil das sowieso alles komplett drüber ist, okay. Oder du machst halt dieses düstere, in sich gewandte Ding mit alten Freundschaften, die platzen und Wut und Tod und Dunkelheit und Wut auf die Menschheit und enttäuschten, Willens, die sich quasi an Gott und der Welt rächen wollen. Geht alles, aber dann, also ne, alles gleichzeitig geht halt nicht.
Arne:
Das ist dann so der Punkt. Na gut, dann lass uns aber mal vielleicht zum Genre überleiten. Sie haben, glaube ich, schon viel so durch die Blume gesagt, was wir hier für das Genre sehen, nicht sehen.
Christian:
Also ich glaube, diese ganze Studio- Ähm, das kalkulierte Universum, das sehen wir jetzt ja auch dann in den nächsten Jahren noch bei anderen Versuchen eben, besonders auch bei DC, das haben wir jetzt hier bei Sony eben auch und wir sehen es ja bis in die Gegenwart, das ist halt eigentlich auch totaler Quatsch irgendwie, um diese Spider-Man-Lizenz mehr als ein paar Filme irgendwie stricken zu wollen. Das gibt einfach nicht so viel her, aber Sony hat es halt hier versucht und ist halt auch massiv gescheitert. Ich musste ganz oft an den zweiten Iron Man denken, jetzt auch so in dieser Besprechung und vielleicht mit so den Kritikpunkten, die wir irgendwie haben. So mehrere Filme arbeiten gegeneinander und das Komitee, das irgendwie in diesen Film reinquatscht und diese Product Placement oder diese Spin-Offs, die da irgendwie vorbereitet werden sollen, die ziehen den ganzen Film runter. Aber ich glaube, solche Kritikpunkte könnte man eben auch an Iron Man 2 anlegen und während der noch so durchgekommen ist mit der Nummer und halt so einen Schlag auf die Finger bekommen hat, ist halt Amazing Spider-Man 2, also... In die Brüche gegangen, abgestürzt, gegen die Wand gefahren, was auch immer wir da als Metapher nehmen wollen.
Christian:
Weil danach war auch einfach dann Schluss. Also das Ding ist halt so an die Wand gefahren worden, dass eben die Lösung und die Kooperation dann mit Marvel und Spidey kommt zurück ins MCU. Und das ist ja dann auch, ich glaube, schon drei Jahre später, irgendwie zwei Jahre später mit Captain America ja schon passiert. Und dann irgendwie drei Jahre nach dem Amazing Spider-Man 2 kam ja dennoch der Spider-Man Homecoming. Also man hat da auch nicht lange gefackelt, aber über diese Sonder-Deal-Geschichte werden wir denn ja später da auch nochmal sprechen. Aber das ist schon echt bezeichnend. Also bei aller Kritik, die wir jetzt an dem Film auch ansetzen, ich finde das halt irgendwie dann auch sehr gut, dass das eben auch gescheitert ist. Also das ist halt so wichtig fürs Genre, dass halt eigentlich eine sichere Bank wie halt fucking Spider-Man, ja, der halt eben in seinem letzten Film halt irgendwie über zwei Milliarden Dollar eingespielt hat während einer Pandemie.
Christian:
Dass der halt auch scheitern kann, ja, und das ist halt eben, glaube ich, das, was bei Sony bis dahin die Leute eben nicht geschnallt haben, dass diese ganzen Dinge, die eben auch da auf.
Christian:
Drei Türen weiter beim MCU da durch die Decke gehen, das passiert nicht einfach so, weil du irgendwie drei mehr Haken in die Excel-Tabelle setzt, sondern das hat auch so seine Gründe, warum das da so gut funktioniert hat. Und das hat man sich halt nie zu Herzen genommen, das hat man jetzt nicht irgendwie auch gemacht, sondern man wollte nur auch den Erfolg und die Nummer ist gescheitert und das sehen wir. Auch in den späteren Jahren, auch bei anderen Versuchen, auch in dem Superheld-Innen-Genre erneut, dass halt das reine Wollen und das reine Zielen auf etwas nicht reicht, um auch genau dort anzukommen. Und ich finde, dass Amazing Spider-Man 2 da eigentlich noch wichtiger ist als der erste Amazing Spider-Man als Beispiel, als Zeichen, als Symbol für das gesamte Genre. Weil wir haben auf der anderen Seite das sehr erfolgreiche MCU, das immer erfolgreicher wird. Und hier haben wir jetzt den Versuch der Reproduktion. Und es scheitert halt einfach massiv. Also fast mehr scheitern hätte es ja kaum können, außer dass Sony irgendwie die Lizenz an Spider-Man komplett verliert, weil irgendwo ein Vertrag drin steht. Sobald die Zahl runtergeht, ist es vorbei oder so. Keine Ahnung. Das ist schon bezeichnend, finde ich.
Arne:
Gute Beobachtung. Ähm ... Man sieht halt sehr stark, einfach dasselbe machen funktioniert nicht, wenn du nicht verstehst, was da eigentlich gemacht wurde. Und das ist ja der ganz entscheidende Punkt. Und alle wollen irgendwie Universe, Universe, Universe und begreifen aber nicht, das hatte ich ja vorhin schon gesagt, dass das wirklich ein vernünftiger, solider und auch stringenter Masterplan erstmal bestehen muss. Dass du nicht irgendwo einfach Sachen ranflanschen oder reinprügeln kannst. Und das ist glaube ich etwas, was ganz generell Hollywood-Filme betrifft. Es wird ja immer versucht, irgendwelche Erfolgsformeln einfach auch zu fahren. Aber das ist auch was ich kann das immer gar nicht glauben, dass die Leute, die eben über diese Viertelmilliarden Budgets entscheiden und so weiter dass die so wenig verstehen, worum es eigentlich geht.
Arne:
Figuren die nachvollziehbar sind deren Entwicklung, deren Probleme ein Bonden erlauben, sind ja schon drei Viertel der Miete und ich glaube bei dem Film hier eine, ein bisschen weniger reinstopfen und die Figuren mehr das, was sie sein könnten, sein lassen und dann hätte das Ding auch locker seine Milliarde gemacht und nicht irgendwie nur in Häkchen 700 Millionen, wovon, 600 Millionen Produktion und Marketingkosten waren.
Arne:
Also dass es um Figuren geht und deren Nachvollziehbarkeit, deren Interaktion und, wenn du hier eine starke Figur, da eine starke Figur, da eine starke Figur aufbaust in deinem Universum und die dann zusammenbringst, dass das in Häkchen die Magie erzeugt und nicht, weil da irgendwas, was irgendjemand vielleicht aus Comics kennt, gemeinsam über den Screen rennt, sondern du musst das halt etablieren, in vorherigen Filmen, du musst da ein wirklich starkes Gefühl und ein Bonding fürs Publikum erlauben und dann geht das eben und das irgendwie rafft es keiner.
Christian:
Und du musst die Leute auch ihre Filme machen lassen. So ein Mark Webb, der hätte machen können und dürfen, das wäre auch was ganz anderes gewesen.
Arne:
Dann wären die Figuren und die Charaktermomente stark gewesen und dann wäre das Ding vielleicht auch nicht so an die Wand gefahren.
Christian:
Exakt, exakt. Und dann, also, ja, also das ist ja auch das, was ich damals ein bisschen versucht habe, bei Marvel auch zu betonen, auch bei den Avengers zu betonen, Es war ja immer nur bei denen, also bis zum ersten Avengers auf jeden Fall, weil man ja noch gar nicht wusste, ob dieses Experiment überhaupt klappt und das war ja eigentlich auch zum Scheitern verurteilt, aber es war ja, ich sag mal, eine vorsichtige Absicht, die da formuliert wurde. I'm here to talk to you about the Avengers Initiative und nicht hier ist die Content Strategy für Sony Corporation der nächsten 5 Jahre und mach mal den Kalender auf, also buch schon mal am besten jetzt den Premium Sitzplatz im Kino deiner Wahl sondern das ist ja eher so dieses.
Christian:
Wenn ihr alle da draußen wollt dann würden wir gerne mal was versuchen Und genau diesen Modus, den hat halt niemand weiter adaptiert, sondern alle haben gesehen, dass es funktioniert, also muss es funktionieren, also macht man es jetzt genauso. Und das ist halt eben auch so das Ding, was eben ganz besonders bei Sony gefehlt hat, was ich ja vorhin auch meinte, man rennt halt immer nur einem Trend hinterher. Man guckt, wie das Fähnchen gerade weht und dass man dabei im Zickzack sich eben nicht fortbewegt, sondern nicht mal von der Stelle kommt, das hätte halt auch auffallen müssen. So und das ist glaube ich auch, das hat eben auch dazu geführt, dass das so an die Wand gefahren ist, weil man eben auch keine Idee hatte für Spider-Man, muss man dazu sagen. Nach Sam Raimi ist ja keiner gekommen und hat gesagt, ich will da mal was versuchen mit diesem Spider-Man, sondern man hat geguckt, was geht, Dark Knight machen wir jetzt auch. so. Amazing Spider-Man hat ja von Anfang an keine eigene Identität gehabt. Okay, lief jetzt vielleicht nicht so, ja, was läuft denn jetzt gerade? Ah, dieses Avengers-Ding. Gut, machen wir auch. Und das ist halt einfach massiv zum Scheitern verurteilt. Und das, wie gesagt, ich bin sehr froh, dass es dann auch so gescheitert ist und dass wir eben nicht in diesem Paralleluniversum leben und irgendwie.
Christian:
Na gut, Sony hat auch noch ein paar Sachen weiter versucht, da werden wir hoffentlich auch nochmal drüber sprechen, weil so richtig gelernt haben sie es ja auch nicht, aber das ist bei denen auch schwer. Ich habe noch ein paar Namen, die ich kurz erwähnen möchte. Ich bin nämlich fast vom Stuhl gefallen, den Film im Jahr 2025 nämlich geguckt zu haben. Nach dem neuen Superman-Reboot ist mir nämlich der eine Bruder von Gwen Stacy aufgefallen, der eben elf Jahre später als Jimmy Olsen dann recht prominent in dem Film auftauchte. Skylar Gisondo ist das. Da halt noch so für einen Halbsatz irgendwie mit Sprechrolle und halt eben jetzt Jimmy Olsen. Dann ist mir noch aufgefallen, also was ich noch gelesen habe, der Jeff Pinkner hat hier irgendwie, glaube ich, die erste Drehbuchvariante geschrieben. Nachdem, also bevor dann Kurtzman und Orts, die da so keine Ahnung was draus gemacht haben, aber er hat so das erste Drehbuch irgendwie geschrieben. Der ist dann wohl auch noch irgendwie bei dem Venom.
Christian:
Zumindest auch in den Credits erwähnt. Würde mich nicht wundern, wenn der zur gleichen Zeit einfach so ein bisschen die, sag ich mal, ersten Entwürfe irgendwie aufgesetzt hat, die dann so Jahre später noch mal als Venom ins Kino kamen. Wir haben Dane DeHaan, wie schon erwähnt, bei Chronicle auch dabei und wir haben Colm Fiore im ersten Thor-Film gesehen. Der war hier so der Chef von Oscorp, dieser Anzugträger, der Harry da ja so ein bisschen rausgedrängelt hat. Also so ein paar Namen sind mir aufgefallen, die eben auch im weiteren Genre, also in anderen Filmen nochmal aufgetaucht sind oder auftauchen werden.
Christian:
Genau. Ja, jetzt die Frage, also gehört der Film in den Kanon? Ich glaube, wir hatten den ersten Film so ein bisschen rausschmeißen wollen, glaube ich, oder? Trübt mich da meine Erinnerung? Ich weiß es gar nicht mehr so genau.
Arne:
Wir hätten das mal immer aufschreiben sollen, was wir da am Ende so festgelegt haben. Ich weiß es nämlich nicht mehr.
Christian:
Aber für mich gehört dieser Film ganz deutlich in den Kanon. Nicht aufgrund der Qualität, nicht aufgrund des Inhaltes, nicht aufgrund dessen, was wir zweieinhalb Stunden gesehen haben, sondern wofür der auf dieser Meta-Ebene einfach steht. Dieser Warnschuss, wie gesagt, beim zweiten Iron Man, quasi noch mal daneben gegangen und jetzt aber hier voll in schwarz getroffen, wie die Titanic sinkt das komplette Franchise, sinkt die komplette Figur, sinkt dieses komplette Vorhaben. Das noch nicht mal gestartete Universum ist halt schon vom Tisch und das allein kann halt ein beschissener Film leisten. Also es ist halt eben keine selbsterfüllende Prophezeiung, hauptsache ein Superheld auf dem Plakat und es geht immer weiter. Und dafür finde ich den irgendwie schon ganz bezeichnend.
Arne:
Ja, gehe ich mit, habe ich auch nicht viel hinzuzufügen, also ich muss wirklich sagen, es dürfte jetzt klar geworden sein, aber wenn ich mir überlege, was wir hier alles so geguckt haben, da waren ja auch schon diverse Sachen bei, die ich jetzt nicht sonderlich gut fand, aber ich muss echt sagen, ich glaube so aufgrund der Fallhöhe, ist das für mich tatsächlich so das Schlechteste, was wir bis jetzt in dieser ganzen Reihe gesehen haben. Weil klar, Elektra oder Daredevil waren nicht gut. Einen super Shut-up-and-Crime fand ich fürchterlich. Aber das war halt ein kleiner Indie-Film. Das war kein 300-Millionen-Dollar-Film über einen der größten Comic-Helden aller Zeiten. Das war auch kein Marvel-Paramount-Film, wo man erstmal Dinge versucht und man guckt, ob dieses ganze Ding anläuft. Also da bin ich wirklich, ich bin wirklich überrascht im negativsten aller Sinne, wie schlecht das laufen kann, wenn so viel Geld und so viele Menschen da involviert sind.
Arne:
Ja, definitiv kein Highlight. Deine Einschätzung zum Genre teile ich. Also gerade auch, weil eben das Superhelden-Film-Genre ja einfach dann extrem auch über die nächsten Jahre von diesem Shared-Universe-Ding dominiert sein wird, was es an einer Front eben gibt und was immer weiterentwickelt wird und immer weiter die Milliarde, zwei Milliarden und weiß ich nicht, was Einspielergebnisse haben wird. Und alle anderen versuchen sich halt als Copycats und verstehen einfach nicht, warum das funktioniert hat und da haben wir jetzt hier im Grunde das erste wirkliche Beispiel für, also, definitiv Teil des Superhelden-Filmgenre-Kanons und in the worst kind possible.
Christian:
Ja, es ist ein Vertreter, den man noch auf Jahrzehnte studieren kann. Also da ist eine Menge rauszuholen, eine Menge dran zu lernen.
Arne:
Was lernen wir denn für die nächste Episode?
Christian:
Also die nächste Episode, kann ich ja schon mal ankündigen, ist auch ein Meilenstein, der des Genres, denn wir werden zum ersten Mal, wir werden den ersten Flop des MCU besprechen. Also wir werden, also es ist der Film, der ja gar nicht funktionieren kann im MCU, weil wir haben irgendwie einen entsprechenden Baum, der eigentlich nur einen Satz beherrscht. Wir haben einen entsprechenden Waschbären, der mehrere Sätze beherrscht, aber wir haben völlig unbekannte Figuren, also wirklich Figuren, die wirklich niemand kennt.
Christian:
Das kann nichts werden, das muss floppen. Dann auch noch so einen völlig obskuren Regisseur, der eigentlich, wie du gesagt hast, vielleicht auch eher gescheiterte Indie-Produktion vorhatte bisher mit diesem James Gunn. Und der Titel Guardians of the Galaxy hat auch niemand irgendwie was von gehört. Also das muss scheitern, das kann nur scheitern. Marvel ist, also die Erfolgsnummer von Marvel, die ist dann auch endlich mal vorbei. Man kann endlich mal durchatmen und es wird sich zeigen, es wird sich zeigen müssen, dass auch Marvel in der Lage ist, daneben zu greifen. So oder so ähnlich hätte ich den Film wahrscheinlich im Jahr 2014 angekündigt, aber mit dem Wissen von 2025 wird es trotzdem, glaube ich, eine sehr interessante Diskussion zum ersten Guardians of the Galaxy. Ich glaube, du würdest das bis heute noch unterstreichen, was ich so gesagt habe. Du würdest da keinen großen Einwand machen. Deswegen bin ich auf die Diskussion nächstes Mal gespannt. Aber ja, es wird spannend.
Arne:
Schauen mal, manchmal stellen sich ja Filme im Rewatch plötzlich in einem ganz anderen Licht ab.
Christian:
Ich wusste es, also hier zu Hause hat dieser Film um die Guardians of the Galaxy einen sehr hohen Status und es gibt hier eine Person, die sich halt wirklich sehr auf diese Diskussion mit uns freuen wird. Und ich habe schon gesagt, weißt du was, der Arne ist in den letzten Jahren so weich geworden und ganz oft ist bei diesen Diskussionen, die so als Kontroversen angekündigt waren, ein ganz genügsamer Arne ins Gespräch gekommen, der gesagt hat, ach ja und mittlerweile und oh ja. Deswegen bin ich mal sehr gespannt, wie wir das bei der nächsten Sendung machen werden, ob die Fäuste fliegen oder ob wir am Ende doch sagen, nee, nee, wir sind uns mal wieder sehr einig.
Arne:
Ja, das werden wir sehen. Erstmal schöne Diskussion hier, fürchterlicher Film, wie immer trotzdem erquickend sich darüber auszutauschen und hier auch mal ein bisschen drauf zu hauen. Na und dann haust du drauf. Ich sag mal, freue mich aufs nächste Mal auch irgendwie. Guardians war jetzt für mich nicht so wie der hier, sondern einfach so alle so yeah und ich so, hm, joa, wo kommt denn das yeah her? Ja, aber auch nicht so, sondern nur so, um das mal, also meinem derzeit schwer nach Schlaf sich dürstenden Geisteszustand angemessen einfach nur noch in Grundslauten zu artikulieren. Ja, wird bestimmt gut. Ich freue mich drauf. Ich habe gerade mal so im Hintergrund den Kanon durchgescrollt, wann uns eigentlich hier was erwartet und wir müssen auf jeden Fall noch ein paar Episoden durchhalten. Bis das echt anstrengend wird. Also ich würde so sagen, über die Frequenz des Podcasts hatten wir uns ja auch schon mal ein bisschen überlegt, wie das so weitergehen soll. Ich glaube so Mitte nächsten Jahres, da dürften die ersten richtigen Kontroversen an den Start gehen.
Christian:
Kannst du mal so einen Titel nennen, was so kontrovers werden könnte?
Arne:
Ich stelle ein kleines Rätsel. Ich habe den Titel vorhin schon in einem Vergleich genannt.
Christian:
Elektra hatten wir schon, oder?
Arne:
Ja, das war ja kein Vergleich. Ich habe Spidey attestiert ja nicht, eine gewisse andere Person zu sein.
Christian:
Jetzt kommt meine fortschreitende Müdigkeit hinzu.
Arne:
So, dann müssen die Leute gut zugehört haben.
Christian:
Sehr gut.
Arne:
Sonst wird es nicht beantwortbar sein. So, danke fürs Zuhören.
Christian:
Du teaserst nicht nur die nächste, sondern die nächsten Sendungen. Das finde ich hervorragend. In diesem Sinne, ich tauche auch ab in mein Labor unterhalb der Bahnstation und schmeiß die Münze rein. Schneidest da einen Podcast. Und geh ins Bett, genau.
Arne:
Genau. Gut. Haut rein, Leute. Bis bald.
Christian:
Tschüss.