Superhero Unit #62 – Birdman [2014]

Artist: Superhero Unit Studios
Album: Superhero Unit
Year: 2026
URL: http://superherounit.de/

Chapters

0:00 Intro
2:56 Kontext im Genre
12:16 SECOND UNIT STUDIOS+
13:17 Zusammenfassung in einem Satz
14:03 Filmbesprechung
1:15:08 Bedeutung für das Genre
1:21:53 Cast & Crew im weiteren Genre
1:27:16 Nächste Sendung: Avengers: Age of Ultron [2015]

Transcript

Intro

Arne:
[0:00] Lass einfach anfangen und dann wird sich das schon finden. Du musst heute auf jeden Fall den roten Faden vorgeben. Ich werde dazu sowohl meine Mentalkapazität als auch meine relative Unschlüssigkeit, was wir hier eigentlich gerade tun, betrifft zur Sache, wenn ich aufnehmen soll.

Christian:
[0:21] Ja, nimm mal auf.

Arne:
[0:22] Jawohl. Rolling. Exploding.

Christian:
[0:27] Flying. Limp Bizkit mal außen vor. Wir keepen auch rolling, aber ich habe auch schon überlegt, ich glaube, ich werde das Intro einfach mit reinnehmen. Das passt schon. Herzlich willkommen, Arne.

Arne:
[0:40] Hallo, Christian. Was geht ab?

Christian:
[0:43] Ja, der Birdman geht ab, ne?

Arne:
[0:45] Fliegt ab.

Christian:
[0:46] Fliegt ab, ja. Ich habe ja erst mal Happy Birthday, kann man ja eigentlich auch noch sagen.

Arne:
[0:53] Ja, das ist mir auch aufgefallen. Irgendwann jetzt im Januar haben wir Zehnjähriges, ne? Heute vielleicht?

Christian:
[1:01] Jetzt ist die Frage, was heute ist. Heute ist Zeitpunkt der Aufnahme. Heute, heute, ich weiß nicht genau, wann der rauskommt. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme noch nicht. Mein Kalender springt hier irgendwie. Wir haben am 28. Januar, sagt hier mein Kalender, haben wir Zehnjähriges.

Arne:
[1:22] Christus getimed.

Christian:
[1:24] Ich glaube, ja. Ich glaube, dann soll der Podcast sogar rauskommen. Also die Plushörenden können live am Geburtstag quasi das Geschenk erhalten. Alle anderen kriegen den dann wahrscheinlich einen Tag später.

Arne:
[1:35] Fett ein Shoutout an die Plushörenden.

Christian:
[1:40] Aber der Reihe nach.

Arne:
[1:41] Ihr macht das hier möglich.

Christian:
[1:43] Der Reihe nach, der Reihe nach. Also wir haben ein zehnjähriges Superhero-Unit-Jubiläum und ich wollte nämlich gerade so ein bisschen groß wieder ausholen, weil wir haben oder ich habe jetzt ein paar, andere kleinere Schwerpunkte noch so gesetzt in der Diskussion. Also das ein oder andere Kapitel heißt ja auch etwas anders. Aber wir haben ja die ersten zehn Jahre immer wieder diese Frage gestellt, ob der Film, den wir besprechen, in ein Genre gehört. Und jetzt mit dieser Ausgabe ist es für mich das erste Mal eigentlich im Fahrplan gar nicht vorgesehen. Aber dieser Film ist prädestiniert für diese Frage, ob der überhaupt in dieses Genre reingehört. Was uns denn wohl einfällt, diesen Film in diesem Podcast zu besprechen, weil der ja wohl das komplette Gegenteil von dem ist, was dieses Genre ausmacht, was wir hier besprechen wollen. Was fällt uns dann ein? Merkst du, wie ich gerade versuche, den Schnitt zu vermeiden? Ich bin schon voll drin. Ich muss aber Luft holen.

Arne:
[2:35] Schnitt gleich einatmen. Mal gucken, wie weit wir kommen. Aber wenn wir dann halt genauso real sind wie der Film, dann musst du halt einfach 795 versteckte Atmer setzen.

Christian:
[2:46] Wie so ein YouTube-Video, halt immer so diese Schnitte. Aber ja, stimmt. Die müssen so versteckt sein, dass man es da noch nicht merkt.

Arne:
[2:52] Jump-Atmung.

Christian:
[2:53] Genau, Jump-Atmung.

Arne:
[2:55] Genau.

Kontext im Genre

Christian:
[2:56] Ja, ich übernehme einfach mal kurz das Zepter, denn ich würde gerne am Anfang jetzt so ein bisschen in Zukunft versuchen, mehr über den Kontext im Genre zu sprechen. Wir hatten das, glaube ich, auch immer so ein bisschen versucht mit diesen, mit welchen Erwartungen irgendwie der Film und wie, warum wir den besprechen. Aber ich finde irgendwie, dass das vielleicht ganz nett sein könnte, jetzt in Zukunft zu sein.

Christian:
[3:21] Eben weil wir immer tiefer im Genre drin sind, auch immer mehr so in den, ich sag mal, in einem Zenit, in einem Höhepunkt des Genres irgendwie auch unterwegs sind. Da haben wir jetzt hinter den Kulissen auch schon mal wieder mehr drüber gesprochen. Deswegen ist diese Frage, ob die Filme ins Genre gehören, gar nicht mehr so gängig hier im Podcast, glaube ich. Weil wir jetzt wirklich sehr viel Marvel, sehr viel DC, sehr viel Franchises haben und ich fände es irgendwie ganz cool, da so ein bisschen mal so einen größeren Bogen zum Anfang der Diskussion aufzumachen. Und das wollte ich mal kurz bei Birdman machen, indem wir einfach mal kurz zurückreisen in die Zeit, wann der Film irgendwie gedreht wurde, warum der Film und hier passt das eigentlich auch ganz gut, was der Film da eigentlich da verhandelt und weil der Film eben so meta ist, muss eben auch ein bisschen was von draußen mit reinkommen. Also, der Film wurde gedreht, ich bin jetzt nicht weiter zurückgegangen, wann irgendwie noch geschrieben und gemacht wurde, aber wurde zumindest im Frühling 2013 in New York gedreht, kam im Jahr 2014 raus, wenn ich mich recht erinnere. Wir sind auf jeden Fall im Frühling 2013 und auch in New York, das heißt, wir sind so bummelig ein Jahr nach dem Kinostart der Avengers.

Christian:
[4:38] Zum Zeitpunkt des Drehs dieses Filmes. Und damit würde ich auch sagen, sind wir eigentlich an so einem ersten Höhepunkt des Genres. Ich gehe auch davon aus, dass der Film...

Christian:
[4:54] Naja, also wir hatten das damals in der Avengers-Sendung ja auch, es gab so ein Momentum Richtung Avengers 1, was dann ja auch an der Kinokasse explodierte und diesen Superheldenfilm ja auch in völlig neue Box-Office-Dimensionen gebracht hat. Haben wir alles schon verpodcastet. Aber ich glaube, dass Birdman auch im Fahrwasser dieser Erfolgswelle erdacht, konzipiert und auf jeden Fall gedreht wurde. Und das werden wir auch noch in der Besprechung, glaube ich, auseinandernehmen, weil der ja auch sehr deutliche Spitzen setzt und Referenzen setzt. Und eine davon ist eigentlich, dass MCU ist Marvel und sind die Avengers und das fand ich schon mal ganz interessant. Der Film kommt, glaube ich, nicht im luftleeren Raum, der fällt nicht einfach zufällig in dieser Zeit ins Kino und vom Himmel, sondern das ist, glaube ich, schon auch so ein bisschen eine Reaktion auf das, was die Avengers ein, zwei Jahre vorgebracht haben.

Arne:
[5:53] Ein bisschen ist gut. Ich würde ihn einfach als vollkommen und absolut und hundertprozentig in dem Sinne reaktionär auf das, was da gerade passiert. Und klar, der Peak war Avengers. Wir wissen jetzt nicht, wie lange da an der Idee und an Drehbüchern und am Konzept und so weiter rumgefeilt wurde. Aber wie sehr der ganze Stuff gerade zu dominieren begann, war ja irgendwie eine Tendenz, die sich schon seit Dark Knight eigentlich abzeichnete. Also so die Pre-Dark Knight-Ära war ja etwas, was eher durch so.

Arne:
[6:30] Auch schon teuer produzierten, aber irgendwie trotzdem nie so mit diesem durchschlagenden Erfolg abgehenden Kram definiert war. Klar, die Raimi-Spidermans, die waren groß, aber wir haben halt zwischendurch auch die Catwomans und Daredevils und Elektras und so weiter dieser Welt gehabt. X-Men-Reihe, verhältnismäßig groß. Also da liefen aber gefühlt so in der ersten Hälfte der Nullerjahre, so bis zum Ende eigentlich weiter, liefen so die Superheldenfilme noch neben anderen größeren Blockbustern im Kino und dieser Takeover, ich glaube der hat sich dann so nach Dark Knight so richtig manifestiert und ich meine wir haben, das hast du ja auch schon oft gesagt in dieser Sendung, wir haben natürlich jetzt mit 10 Jahren plus auf dem Tacho nochmal einen ganz anderen Blick zurück auf das, was da passiert ist. Wir wissen ja, dass das bei weitem noch nicht den Peak erreicht hatte, aber es wirkte halt damals schon so, als ob es im Grunde nichts anderes im Kino mehr gibt als Superheldenfilme. Und insofern...

Arne:
[7:29] Avengers, das passte sicherlich, weil da das erste Mega-Event, was quasi den Sack oder den Sarg zugemacht hat, daneben schon eingetütet war. Ja, sehr schön, dein Augenbrauen zucken, das hören natürlich die Zuhörenden nicht. So und insofern diese ganze Entwicklung und dieser ganze Komplex von billig in Häkchen, billiger, flacher, lauter Action-Unterhaltung versus the real Kunst. Sick. Das ist natürlich so das Grundthema und da war in der Zeit also da hätte es ja schon nichts anderes mehr als Superhelden da zur Aufhängung machen können.

Christian:
[8:19] Weiterer Kontext der innerhalb des Filmes wie außerhalb des Filmes sehr wichtig ist Michael Keaton der die Hauptrolle spielt, und da ist der Film ja auch nicht sonderlich subtil mit der Referenz auf Batman und Und Michael Keaton war zuletzt 1992 als Batman im Kino. Das ist ungefähr 20, 21 Jahre vor dem Dreh. Also liegen dazwischen Batman Returns und dem Dreh von Birdman sind es 21 Jahre ungefähr. Und ich habe auch noch mal ein bisschen nachgeguckt. Man kann durchaus sagen, dass Michael Keaton wie die Rolle.

Christian:
[9:06] Da gibt es im Englischen diesen schönen Begriff Washed Up war, also so ein bisschen von der Bühne gefegt wurde, weil Batman war riesengroß, keine Frage, Anfang der 90er, riesen Ding. Aber danach, gerade so die 2000er, die waren jetzt nicht karrieretechnisch so wohlwollend für Michael Keaton. Weswegen natürlich ja auch diese Rolle hier und eben auch, was ich ja meinte, was wir gleich auch noch mal ordentlich auseinandernehmen sollten, dieser Meta-Kommentar ja eben auch so spitz ist. Also jemand anderes in der Rolle wäre ja gar nicht so augenzwinkernd und so ellbogenstoßend. Verstehst du, was wir hier machen? wie jetzt eben Michael Keaton in dieser Rolle.

Christian:
[9:54] Und über den müssen wir am Ende auch noch mal ein bisschen sprechen, aber das finde ich auch noch mal ganz wichtig, dass, glaube ich, diese beiden Faktoren da eben zusammenkommen. Also Michael Keaton eben auch als Veteran des Superhelden-Genres und vielleicht auch als, wenn wir jetzt mal ganz spitz, finde ich, sind auch als ausgespuckter und ausgelutschter Veteran dieses Genres. Also das ist, glaube ich, auch ganz, ganz wichtig für das, was hier bei Birdman passiert.

Arne:
[10:18] Ja, ich würde da sogar noch ein bisschen weiter gehen. Also mittlerweile kann man natürlich dann auch wieder mit zehn Jahren mehr sagen. Veteranen gibt es da vielleicht schon einige. Aber der erste wirkliche, also vorher, na gut, nee, falsch. Du hast ja noch so einen Typen mit blauem Spandex und rotem Cape. Das war der erste wirkliche Veteran. Aber nachdem, da kam dann auch schon quasi dieser Batman-Film. Oder habe ich jetzt total Notable Performances aus 80ern oder so vergessen? Nee, also eigentlich außer dem guten Superman-Darsteller, dessen Namen mir gerade entfallen ist.

Christian:
[11:00] Der ja auch schon gar nicht mehr 2014 gelebt hat.

Arne:
[11:06] Ist das auf jeden Fall der Erste, der so richtig durchgeschlagen ist und wo man auch, was es heute ja dann eben viel stärker gibt mit Robert Downey Jr. Und so weiter und so weiter, was ja hier im Film auch schon damals wörtlich thematisiert wird.

Christian:
[11:21] Und weit weg von ausgenudelt und durchgelutscht. Also der war absolut auf der Höhe seiner Zeit als Tony Stark und Iron Man.

Arne:
[11:28] Ja, ja klar, aber was ich jetzt sagen wollte, der Satz sollte enden in jemand, der einfach auch als der Schauspieler extrem mit dieser einen Rolle auch assoziiert wird. Also ich weiß nicht, ob das bei Michael Keaton und Batman jetzt so stark war wie bei Etto'Neal und Al Bundy oder so. Also so Menschen, die es quasi als Privatperson gar nicht mehr gibt, sondern die einfach nur noch diese eine Rolle sind. Ich denke mal, so krass war es nicht. Ich meine, Keaton hat ja auch mit Tim Burton vorher andere Filme mit durchschlagendem Erfolg gemacht und so weiter. Aber als Batman war er da schon sehr ikonisch. Und das nimmst du natürlich hier dann, Wenn diese Thematik so gewählt ist wie in diesem Film, nimmst du es natürlich extrem mit rein. Und da ist der Meta-Vibe ab Sekunde eins quasi gegeben.

SECOND UNIT STUDIOS+

Christian:
[12:15] Bevor wir reinspringen, mache ich noch ganz kurz die Eigenwerbung. Du hast es gerade eben auch schon angedeutet. Plus, Second Unit Studios Plus, das macht sehr viele Lampen an und hält besonders mich auch hier motiviert bei der Stange. Ihr könnt diesen Podcast unterstützen, ihr könnt ein kostenpflichtiges Plus-Abo dalassen und ihr bekommt Goodies, wie zum Beispiel diesen Podcast früher und besser und für sehr viele Formate auch noch mit exklusiven weiteren Inhalten. Klickt euch da sehr gerne mal durch, wenn ihr das unterstützen wollt. Ich meine, neues Jahr, neue Vorsätze, kann man gleich mal Independent Podcast unterstützen und dann auch noch zum 10-Jährigen ein Geburtstagsgeschenk dalassen. Das ist dann ja gleich schon die doppelte Unterstützung. Also das machen auch Leute, das machen auch Leute so sehr, dass ich mich bei denen bedanke, nämlich bei Anne, Sebastian, Christian, Rüdiger, Thomas und Markus. Wenn ihr auch namlich erwähnt werden wollt, dann klickt euch da mal durch, da gibt es ein eigenes Abo-Paket und dann ist das auch möglich. Genau, vielen Dank an alle, die es tun.

Zusammenfassung in einem Satz

Christian:
[13:19] Dann habe ich auch noch eine Zusammenfassung, ich war heute sehr kreativ, aufgrund der späten Stunde und auch der etwas mangelnden Gehirnzellen habe ich einfach nur einen, nicht Zweizeiler, sondern einen, ich habe das Gefühl, die funktionieren geschrieben oft besser als gesprochen, da muss ich auch noch dran arbeiten, aber die Zusammenfassung in einem Satz für diesen Film ist einfach nur Birdman Forever.

Arne:
[13:42] Okay.

Christian:
[13:44] Das zündet nicht so gut. Es gibt vielleicht bessere. Aber verstehen Sie, was ich, verstehen Sie? Weil Batman und Batman.

Arne:
[13:51] Ja, ich verstehe das schon. Habe ich auch direkt verstanden. Ach, weißt du, ich weiß einfach nach wie vor, beziehungsweise ich weiß, was ich von diesem Film halte.

Filmbesprechung

Arne:
[14:03] Was ich nicht weiß, ist, warum so viele andere so viel von diesem Film halten.

Christian:
[14:06] Oh, da geht es schon los.

Arne:
[14:08] Aber ich habe mich auch in den letzten Episoden, ich habe mich immer sehr viel in so eher so generelle Kritik am Film verrannt. Das ist ja hier eigentlich nicht zielführend. Also es gibt zwar so ein paar Sachen, die für mich, wo ich finde, was für mich hier filmisch nicht funktioniert oder mich einfach nervt oder mir unfassbar prätentiös vorkommt und so, das, passt bei dem Film schon besser auch in unser Format hier, weil halt im Grunde genommen alles, was der Film macht.

Arne:
[14:42] Da ist der Film die Realebene, der halt auf dieser Metaebene, diese fiktive Ebene verknüpft. So und also ein, Ein Filmemacher, der Arthouse-Kram gedreht hat und anscheinend unendlich genervt ist vom lauten und bunten und flachen Hollywood-Kino.

Arne:
[15:06] Dreht halt irgendwie, und das muss man dann ja eben sagen, mit diesem Film einen vermeintlichen Gegenentwurf, der also und auf allen Seiten Hashtag Ultrakunst eingraviert hat mit One Take und experimentellem Drum Score und ein Metafilm über das Schauspiel und über die Verhältnisse von populär zu echter Kunst und so weiter. Und also es wird quasi dadurch, dass er zeigt, wie ein Mensch von seiner Vergangenheit und dem flachen, bunten Hollywood-Kino genervt ist und als Antwort prätentiöse Ultrakunst machen will, wird in einem Film, der als Reaktion auf das laute Hollywood prätentiöse Ultrakunst macht, thematisiert. Und ja, das hängt halt so sehr zusammen, dass das, was da filmisch nicht, also mir nicht passt und mich einfach extrem nervt, dass das einfach mit dem Inhalt auch verknüpft ist. Deswegen muss ich es hier zumindest schon mal eingangs so erwähnen, dass diese Ebene hier schwer trennbar ist. Was allerdings an Ebene sich für mich nicht so richtig erschließt oder da wirst du mir bestimmt erstmal ganz viel zu erklären können. Ich meine, wir machen das Ding hier in der Superhero Unit und allein schon, weil das Superhelden-Genre in diesem Film so stark thematisiert wird und dann nur natürlich diese, ich weiß nicht was das ist.

Arne:
[16:33] Diese teilweise surrealen, teilweise fantastischen, teilweise fragwürdig, ob in seinem Kopf passierenden oder realen Dinge. ...Dinge hast, die irgendwie mit dieser alten Superheldenfigur verknüpft sind, hast du natürlich Motive und so weiter des Ganzen drin... Als Metakommentar auf das Genre, als Abarbeiten am Genre, als Mittelfinger in Richtung Big Budget Hollywood, als Abkotzen eines wie gesagt Autorenfilmers und so weiter. Alles gut, verstehe ich alles, aber du hast gesagt, du würdest den Film auch gern so ein bisschen als Superheldenfilm besprechen. Und das Einzige, was mir da so zu einfällt, ist natürlich jetzt schon erstmal steile These zum Anfang, ist aber, dass quasi seine Superkraft ist, das Triviale hinter sich zu lassen und aus der Asche der trivialen Popkultur aufzusteigen und wahre Kunst zu erschaffen mit seiner... Unerwarteten Tugend der Ignoranz. Aber ansonsten musst du mir, glaube ich, hier viel erklären, wie du das siehst und warum du meinst. Und vielleicht meinst du ja auch nicht, aber das werde ich dann mal mit Interesse anhören, was du sozusagen hast.

Christian:
[17:50] Also ich würde gerne über beide Aspekte auch sprechen. Du hast jetzt, glaube ich, schon so die doppelte oder du hast beide Seiten dieses Filmes für mich, beide wichtige Seiten dieses Filmes für mich schon mal aufgeschlagen. Also das ist ein, also wir können und sollten über die Kritik am Film sprechen, über den Film selbst und ich glaube, das geht alles sehr gut Hand in Hand, wenn wir diesen Film auch als Superheldenfilm lesen. Ich glaube, da ergibt sich dann so eine gewisse Symbiose daraus. Das macht den Film nicht unbedingt besser, aber ich glaube, dann können wir, also das ist so meine steile These.

Arne:
[18:28] Da musst du mir das Wie erklären, weil ich habe das relativ lange vor mir hergeschoben, den jetzt wieder zu gucken, und habe es erst gestern geschafft und war heute auch ziemlich consumed in a lot of things und da gehörte nicht zu, mir über den Film groß Gedanken zu machen und ich puzzle seitdem so rum, wie ich den denn als Superheldenfilm lesen kann, Weil wie gesagt, als Meta vollkommen klar ab der ersten Sekunde überhaupt kein Thema, aber so als Superheldenfilm den wirklich zu verstehen, da habe ich eher so das Gefühl, das was da drin steckt, was man dann dazu benutzen könnte, ist eigentlich eher so ein Gag oder eher so ein, ja fast schon so ein bisschen so ein Fuck you ans Publikum für die Leute, die jetzt Birdman lesen und denken, sie sehen Superheldenfilm und dann sind so ein paar kleinere Bits eingebaut, die uns vorgaukeln. Denn das könnte ja wirklich so einer sein. Aber erklär es mir.

Christian:
[19:19] Ja, ich glaube, dass das eben auch immer so an die Kritik an den Filmen sozusagen mit reingeht. Also jetzt mal ganz steile These. Das ist Superheldenkino fürs Arthauspublikum. Wenn wir unsere Definition von Superheldenfilmen rausziehen in so Bruchstücken, die wir uns über die letzten zehn Jahre so ein bisschen erarbeitet haben, dann glaube ich, kann man die genauso gut an diesem Film anlegen und wir kommen, glaube ich, sehr weit in unserer relativ formlosen, aber formalen Checkliste, um diesen Film zu beschreiben. Weil was haben wir denn hier? Erinnere dich mal zurück, was ich schon damals gesagt habe beim ersten Superman-Film. Wir brauchen Aufwand. Wir brauchen, ja, im großen, lauten Kino viel Geld, aber es muss knallen und es muss Schauwerte geben und es muss spektakulär sein und es muss was passieren. Und da würde ich mal ganz banal runterbrechen und sagen, ja, das ist es hier aber für das Arthauskino, für das Arthauspublikum, für das Publikum, was bei Kaviar und Kanapé da sitzt und den Wein schwenkt und sagt, wir sind viel zu gut für das, was da explodiert.

Christian:
[20:36] Aber warum sind die Leute denn da? Oh, es gibt keine Schnitte in diesem Film. Hast du schon gehört? Das ist der Film, der komplett ohne Schnitte auskommt. Guck dir mal an, was die Kamera in diesem Film leistet. Ist das nicht auch spektakulär, was hier passiert? Wow, sagen alle und gehen aus dem Kino. Was haben wir da nur wieder Feines gesehen?

Christian:
[20:55] Und für mich, rein formal, ist das das Gleiche, wie es explodiert für 300 Millionen und in 3D und in laut und und dröhnend. Nur halt in einer etwas anderen Verpackung. Aber den großen Schauwert, also ja, es gibt dann diese kleinen Momente ja auch noch in diesem Film, die ja immer auf diesem Meter Meter Augenzwinker, guck mal, guck mal. Es gibt auch die Explosion in diesem Film. Es gibt auch die spektakulären Action-Szenen in diesem Film. Die sind halt klein und, also, aber sie sind ja auch da. Also es explodiert in den Straßen von New York und die Alien-Invasion kommt. Die gibt's ja auch, aber natürlich, um zu sagen, ja, das zeigen wir euch natürlich nicht. Das ist ja nicht das, was, also das ist ja nur hier das, was der Pöbel da draußen eigentlich sehen will. Aber wir sind ja hier in einem wunderbaren Arthouse-Kino. Bei uns sind ja die Performances das, was knallt. Schau dir mal an, wie dicht die Kamera an Emma Stone dran ist. Guck dir mal an, du kannst jede Falte von Edward Norton live miterleben. Siehst du, was für ein Tanz auf dem Eis dieser Take gerade ist, weil wir immer noch nicht geschnitten haben. Oh ja, die Schweißperlen bei Zach Galifianakis an der Stirn. Ja, ja, das ist echt, weil das ist ja dramatisch. Weil wir können uns ja nicht mit einem Schnitt aus dieser Szene herausbewegen. So, das ist, würde ich jetzt mal sagen, sehr gut miteinander zu vergleichen.

Arne:
[22:18] Tja, also unter dem Aspekt von, wir schmeißen jetzt im Big-Budget-Hollywood-Action-Blockbuster-Kino einfach unendlich viel Geld drauf und versuchen so eine, ich in große Häkchen gesetzt, larger-than-life-Action-Szenen zu machen, die halt den Rahmen des Erfahrbaren immer weiter ausweiten und sprengen und ganze Welten fallen auf ganze Welten und so weiter. Da muss es ja immer größer, höher, schneller, weiter, lauter sein und naja, was ist die Steigerung dazu in Arthouse, also, was sagt er irgendwann im Film hier Edward Nortons Figur I'm wrestling with deep human emotion so und die Steigerung ist dann ja eigentlich für das Arthouse die Emotionen müssen noch deeper sein, das Wrestling der Actor muss noch intensiver sein, so das hast du eben ganz schön eigentlich zusammengefasst, so aber.

Arne:
[23:21] Reicht das also sich der Mechanismen so zu bedienen, um mehr als dann doch wieder nur ein Kommentar zu sein und wirklich in Häkchen als der Arthouse Superhelden Film zu funktionieren, ich bin mir da noch nicht so ganz sicher, weil ich, also ich habe mich auch in meiner Nachbetrachtung, naja vielleicht auch relativ stark fokussiert auf das, was wir am Anfang sehr, sehr oft diskutiert haben, was macht den Helden denn eigentlich super? So, und was macht ihn larger than life? Also ein Held ist ein Held, aber der Superheld, der wird ja dann irgendwann, da geht's, das war ja so unser Beispiel, eigentlich immer Sorry David, nachdem wir den Rocketeer besprochen hatten, dass es halt eigentlich nicht reicht, wenn der Superheld irgendein tolles Gimmick oder einen Raketenanzug hat, aber dann im Endeffekt doch nur seine Freundin rettet, so das ist, da war ich dann ja der Meinung, für mich ist das eher so ein Held so und wenn man das jetzt mal versucht auf diese ganze Arthousebene zu abstrahieren, ähm.

Arne:
[24:23] Wer tut denn hier was? Michael Keaton riskiert alles, wie er es ja mehrfach dann auch betont, um quasi etwas Großes und das, was bleibt, zu schaffen und schafft es dann am Ende irgendwie auch, also in der Sprache des Films, dann doch erstmalig in seinem Leben große Kunst geschafft zu haben. Also ist seine Heldentat, das hatte ich ja dann eben auch schon versucht vorhin so einigermaßen zu formulieren, ist seine Heldentat dann, dass er quasi das Publikum vor weiterem schund mit ihm im Kostüm rettet und ihnen etwas Substantielles und etwas Profundes erstmalig gibt und so quasi, also das Birdman dann als seine Origin zu verstehen ist, so quasi der platte Hollywood-Schauspieler, der es schafft, sich dann in der Superhelden-Analogie larger than life zum ernsthaften Schauspieler aufzuschwingen. Ja, aufzuschwingen. Ist das das Ding dabei? Ich kriege es nicht richtig gegriffen. Also für mich überwiegt einfach dieser Meta-Teil viel zu stark.

Christian:
[25:39] Ich weiß auch nicht, ob das zu 100 Prozent alles aufgeht. Aber ich habe mich halt auch gefragt, dieses larger than life, wie du das ausdrückst, also dieses ähm, Also wir sind jetzt im Jahr 2014, wir haben jetzt hier die, weiß ich gar nicht mehr genau, die 62. Ausgabe. Wir haben schon sehr viel über dieses Genre gesprochen und da droht auch, da droht vielleicht auch inhaltlich sich einiges abzunutzen. Aber das, was ja eigentlich dieses Genre ausmacht und was ja jeden Superhelden und jede Superheldin ausmacht, ist ja auch der Struggle mit diesem großen Begriffen. Gut und Böse. Erinnere dich an so einen Spider-Man, der halt irgendwie diese große Kraft, große Verantwortung. Ich erinnere an die Szene da mit dem Gauner, der an ihm vorbeirennt, den er hätte aufhalten können, Aber weil da dieser Wrestling-Chef ihm da nicht das Geld bezahlt hat, sagt er doch, ich erinnere mich nicht daran, dass das mein Problem ist.

Arne:
[26:43] Christian, als alter Hase des Genres habe ich das doch direkt vor Augen. Das brauchst du doch nicht ausformuliert.

Christian:
[26:48] Ich tue es ja nur fürs Publikum, dass die vor zehn Jahren das letzte Mal die Folge gehört und den Film gesehen hat. Aber du weißt, worauf ich hinaus will. Wir reden schon gar nicht mehr so viel darüber in den einzelnen Ausführungen. Aber es geht ja oft um dieses, es geht eigentlich immer um große Themen, um große Begriffe, gut gegen böse. Was heißt das? Was heißt gut sein? Was heißt böse sein? Aber der Kampf gut gegen böse ist ja so ein ganz, also der begleitet die Menschheitsgeschichte. Das ist so ein Urmythos, der sich dann eben auch immer wieder in diesen Superheldinnenmythen neu ausformulieren darf.

Arne:
[27:25] Und da kurzer Einwurf und da würde ich dann, das habe ich glaube ich bei dir beim Überfliegen eben auch gesehen, da könnte man halt so weit gehen und das würde zu dem, was ich eben gesagt habe, vielleicht so ein bisschen passen, gut sein. Also quasi das Heldenhafte ist der Wunsch, wahre Kunst zu schaffen, böse Willen, Willen des Ganzen. Dann eben quasi seine Birdman-Vergangenheit, die ihm in Birdman-Stimme deutlich obszöner, als er sonst spricht, irgendwie deutlich abgefuckter von hinten quasi reinredet. Er solle doch irgendwie quasi wieder diesen Weg und ihn auf die dunkle Seite des Blockbuster-Kinos zurückziehen will. So, also das könnte der Struggle, oder das ist der Struggle natürlich, das macht der Film ja auch keinen Hehl draus, weil ja im Grunde genommen ihm alle nicht müde werden zu sagen, ja warum hast du nicht einfach weitergemacht, Birdman 4. A billion worldwide, I guarantee. Genau das.

Christian:
[28:23] Ich würde, ja, also man kann, wie du sagst, entweder so das transferieren, man kann aber genauso gut sagen, dass der Struggle oder die Suche nach Authentizität, nach wahrer Kunst, nach wie auch immer man das beschreiben will, aber nach Echtheit auf der Bühne oder im Film oder in Poesie oder wo auch immer, aber dass dieser Struggle halt genauso lange und tief die Menschen begleitet wie die, Gut gegen Böse, wie eben auch hier das Thema Vaterschaft, er ist kein guter Vater, das sind ja auch alles so Ur-Mythen, Ur-Struggles in Kunst und in Geschichten und in, also weißt du, das habe ich auch immer mal wieder gesagt, dieses Superhelden-Ding ist ja eine Sache, die schon damals auf den Höhlenwänden drauf gekritzelt wurde. Also das ist ja so alt, dass das schon vor sehr vielen halt irgendwie so in uns drin steckte, dass wir es schon sehr früh erzählt haben. Und ich glaube, dass das hier ein ähnlicher Fall ist, diese Suche nach der echten Kunst, nach der wahren Kunst.

Christian:
[29:31] Unabhängig davon, ob der Film das einlöst, ob der Film das selber schafft, ob das eigentlich nur ein bissiger Meta-Meta-Kommentar ist und so, das können wir auch noch alles auseinanderklabustern. Aber ich glaube, einfach so formal gesehen, mit so einem gewissen Raster kann man das genauso gut hier drauflegen, wie eben im Superheldenkino auch auf die Superheldenfilme man das drauflegen kann. Also diese Ur, diese grundlegenden, mythischen Verhandlungen. In denen sich der Mensch irgendwie bewegt. Und hier ist es dann eben so dieser Struggle, da etwas Wahres auf die Bühne zu bringen.

Arne:
[30:05] Gut, aber das ist auch sehr weit gegriffen, das dann zum Kernelement des Superheldenkinos zu ernennen. Weil ich meine, alles, was du nennst, natürlich sind, das ist quasi, das ist der Grundstoff. Ich meine, man sagt, es gibt im Grunde genommen eigentlich nur drei verschiedene Geschichten, die immer wieder mit anderen Skins drübergezogen, erzählt werden. Und so, also der große Familienkonflikt ist irgendwie einer davon. Das ist ja der Stoff, aus dem alles ist. Und wenn man jetzt so strickt, aber das mache ich vor allem jetzt auch, weil der Film das ja auch tut, so diese Arthouse wertvolle Kunst, eine Seite Blockbuster flach laut fürs Popcorn fressende dumme Volk, andere Seite Felder aufmacht, dann ist natürlich der Konflikt zwischen dem Vater, der sich nie wirklich für seine Tochter interessiert hat und so weiter, schon etwas, was mit Sicherheit stärker auf der Arthouse ist. Seite angesiedelt ist oder in Hollywood ja auch oft behauptet wird, also Hollywood ist immer Synonym für Nicht-Arthouse, für mich gibt es sicherlich auch Arthouse-Filme aus Hollywood, aber mit Hollywood meine ich immer groß, laut und bombast und leer. Bombast, ja. So und natürlich tauchen diese Motive auch in Hollywood-Filmen auf, aber ausformuliert sind sie dann halt eher in Autorenfilmen, Indie-Filmen etc. Insofern ist es ja der Stoff, aus dem alles ist.

Arne:
[31:30] Auch sicherlich Superheldenfilme, aber alles andere eben auch. Also ist das so ein Alleinstellungsmerkmal.

Christian:
[31:40] Es ist auf jeden Fall wichtig. Es ist auf jeden Fall wichtig. Ich weiß nicht, ob es ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber ich glaube schon, dass, also, das ist ja auch so ein bisschen die These, auf die ich hinarbeiten will. Ich glaube nämlich, dass der Film meint, sich von einer Sache ganz weit zu distanzieren, weil er ja wohl das komplette Gegenteil sagt und sein will, aber ich glaube halt viel dichter daran steht, an dem, was er eigentlich nicht sein will oder von dem er meint, es nicht zu sein. Gehen wir nochmal ein Stück weiter. Ich habe, wie gesagt, so ein paar Punkte einfach noch, was ich interessant finde. Wir haben ja dann, nochmal zurück zu den Schauwerten, wir haben ja auch oft, also diese Filme leben ja von Schauwerten. Jetzt habe ich schon gesagt, die Inszenierung ist ja so ein einziger großer, riesiger Schauwert. Wir haben keine Schnitte und sowas alles, aber wir haben da drin ja auch noch weitere Schauwerte oder Set Pieces vielleicht auch in gewisser Weise. Dinge, auf die der Film irgendwie hinarbeitet. Ja, wir haben eine Schlägerei. Die ist vielleicht ein bisschen banaler als in manch anderen Actionfilmen. Aber hier fliegen auch die Fäuste zwischen Kieten und Norton an der einen Stelle. Das ist, glaube ich, auch relativ schnell wieder vorbei.

Arne:
[33:03] Aber es ist auch im Grunde eine Parodie einer Actionszene.

Christian:
[33:07] Ja, aber formal ist es ja irgendwie auch eine. Ich finde, eines der größten Setpieces hier ist eben nicht nur, dass die Aliens kommen und bang, bang, bang. Sondern ich finde auch, und das ist auch wieder so ein formales Ding.

Christian:
[33:21] Die Nummer da am Times Square. Also du Michael Keaton, der im Schlüpper über den Times Square rennt und auch da wieder nicht erlöst wird von Schnitten und Inszenierung und oh, das ist ja alles so bahnbrechend, was wir hier machen. Das finde ich ist halt, also und eben auch so weit am Ende, das ist ja große Dramatik an der Stelle. Es geht halt nicht um die Rettung der Welt, des Universums oder irgendwie des Love Interests an der Stelle, aber es ist ja genauso ein Moment, auf den dieser ganze Film hinarbeitet. Die Dramaturgie spitzt sich dazu und das Ganze entlädt sich dann eben auch in so einer, ich sag jetzt mal, etwas bildgewaltigeren Szene.

Christian:
[34:06] Der Film hat jetzt nicht 200 Millionen und lässt alles explodieren oder so, aber das ist ja schon, würde ich so sagen, eines der wichtigsten Szenen, eine der aufwendigsten Szenen im ganzen Film. Und ja, sie haben da im Times Square natürlich jetzt nicht nur vor irgendwelchen wildfremden Leuten gedreht und so, das war schon auch alles inszeniert und choreografiert und so. Aber das ist natürlich in diesem Film, in dem wir so lange in einem Theater sind, ist das natürlich eine ganz ungewöhnliche Szene, da am Times Square so offen und so weitläufig mit ihm da lang zu rennen, während er ja eigentlich auf die Bühne gehört an der Stelle. Also auch da ähnliche Mechanismen wie formal gesehen in einem Superheldenfilm. Weißt du, wenn der Film so wirklich das Arthouse-Gegenentwurf hätte sein wollen, warum setzt da Michael Keaton nicht zwei Stunden auf eine Bühne im Monolog ohne Schnitt, dann hätte ich glaube ich nicht so viel irgendwie zu vergleichen, weil das hätte vielleicht auch mehr Eier gehabt als jetzt diese opulente weißt du?

Arne:
[35:05] Naja, die Analogie passt, also er feitet sich quasi durch die Massen im Sinne von der Vergleich zum Superheldenfilm an sich, der Held oder die Heldin, naja, eher selten, feitet sich quasi durch die Schergen, um die Welt zu retten und er feitet sich quasi seinen Weg dadurch, um die Kunst zu retten. Also die Analogie von vorhin, die passt ja vielleicht irgendwie schon. Und klar, ähm, Also einer der Grundgedanken ist ja, mit den Mechanismen auch zu spielen, um sie eben hier zu kritisieren. Also so im Aufbau verstehe ich jetzt so langsam, was du meinst, dass man es auch auf diese Art und Weise verstehen kann.

Christian:
[35:49] Wir haben auch viele GegenspielerInnen in diesem Film. Also ich glaube der größte Bösewicht, wenn man so will, ist Birdman. Also eigentlich geht es hier eher darum, dass unser Protagonist im Gegensatz zu anderen Superheldenfilmen lieber nicht dieses Kostüm überziehen sollte. Ich weiß nicht, ob Antiheld oder eigentlich Bösewicht oder wie man es nennen würde in diesem Kontext. Aber das finde ich halt auch schon mal interessant, was wir auch später durchaus auch im klassischen Genre finden werden. Also diese alter Egos, die jetzt nicht die Welt retten und bejubelt werden. Gut, ein bisschen was haben wir da ja vielleicht auch schon bis zu diesem Punkt gesehen. Aber wir haben ja auch noch weitere. Wir haben ja auch noch die Kritikerin, die ihm gegenübersteht und ihn mir eigentlich auch...

Christian:
[36:49] Tja, Paroli bietet, ich habe mich jetzt auch so ein bisschen gefragt, ist die Kritikerin, haben wir ja auch schon öfter im Genre gehabt, dieser gleiche Voraussetzung, aber Gegenentwurf, vielleicht ist es eher Edward Norton, also diese Superman, General Zod, ähnliche Veranlagung, aber völlig andere Ausformulierung. Das Spiegelbild des Helden haben wir ja oft auf der Bösewichtenseite, um zu zeigen, was den Protagonisten, den Helden vom Bösewichten unterscheidet. Da haben wir ja oft diesen Gegenentwurf. Der zeigt, wenn hier irgendwo eine Stillschraube anders verlaufen wäre, dann wäre aus unserem Protagonisten eben genau das geworden. Aber weil Superman in Kansas aufgewachsen ist, von diesen liebevollen Eltern und so weiter, wurde er zu Superman. Wäre er das nicht, wäre er wahrscheinlich eher sowas wie Sott geworden. Finden wir sowas ja auch in dem Film. Finden wir auch die Gegenentwürfe, die, sozusagen Varianten von unserem Protagonisten. Ich habe den Namen auch noch gar nicht hier genannt. Wie ist er noch? Riggins? Ich spreche immer von Michael Keaton.

Arne:
[37:57] Riggin.

Christian:
[37:59] Er wird als Riggin genannt. Ich frage mich da schon, ob da so ein bisschen was in anderen Figuren drinsteckt. Wie zum Beispiel der Edward Norton, der auf der Bühne steht und ja immer behauptet, auch auf der Suche nach dem echten, nach dem wahren Moment irgendwie zu sein. Und dabei halt aber völlig anders, völlig angstfrei agiert, völlig, also vielleicht bis zu lange Zeit noch mehr als Regan aufs Spiel setzt. Dem scheint ja alles egal zu sein. Der scheint ja auf der Bühne sich so komplett zu finden und entfalten zu können. Oder ist die Kritikerin der Gegenentwurf, ist Burtman der Gegenentwurf, das schlechte Gewissen oder die ständig nagende Stimme in einem selbst, das Minderwertigkeitsgefühl. Also ich glaube, der Film liefert da auch so ein paar Varianten dieses Genre-Mechanismus.

Arne:
[38:57] Ja, schon. Also er hat natürlich auf jeden Fall seine kleinen Kämpfe zu fechten oder auch größeren Kämpfe zu fechten. Was ich jetzt ganz interessant fand, was mir gar nicht so richtig aufgefallen ist, dass er zumindest so von den drei wichtigen Figuren im Film, also bei Keaton ist es klar, aber das war mir tatsächlich einfach entfallen, dass Edward Norton ja tatsächlich auch mal in einem Marvel-Film mitspielte, aber dann irgendwie ja plötzlich durch einen anderen Schauspieler im MCU-Start ersetzt war. Und dass Emma Stone, ich meine, war das die letzte oder vorletzte Ausgabe, wo wir uns hier über Amazing Spider-Man 2 abgekotzt haben, dass die ja auch schon knietief mindestens in dieser ganzen Suppe drin stand.

Christian:
[39:51] Vorletzte Ausgabe müsste das gewesen sein. Anekdote dazu, Birdman hat sie wohl in der Drehpause von Amazing Spider-Man 2 gedreht. Also das war wohl so dazwischen geschoben in diese Produktion.

Arne:
[40:05] Okay. Daher auch die blonden Haare.

Christian:
[40:08] Maybe.

Arne:
[40:11] Ja gut, nur sowas, was für mich auch, wenn ich das dann genauer reflektiere, den Meta-Aspekt des Ganzen noch größer macht. Ich weiß nicht, wer spielt hier noch mit? War Naomi Watts damals auch schon irgendwo in Superheldenfilmen?

Christian:
[40:27] Habe ich jetzt soweit nicht gefunden. Hätte ich am Ende der Sendung auch nochmal rausgezogen, können wir hier aber auch gut machen. Also klar, wir haben Keaton als früher Batman bis 92. Lustigerweise, aber können wir nachher noch verhandeln. Also bis zu diesem Film Keaton war mal Batman, Emma Stone war Gwen Stacy, ist Gwen Stacy in Amazing Spider-Man und Amazing Spider-Man 2, Edward Norton als Bruce Banner und Hulk und Und Zach Galifianakis hat wohl in einem Lego-Batman-Film den Joker gesprochen. Ich glaube aber auch nach diesem Jahr.

Arne:
[41:03] Wann kam denn den Lego-Batman-Film? Das muss noch danach gewesen sein, oder?

Christian:
[41:07] Ja, ich glaube auch. Aber interessant. Und da sind wir auch wieder im Genre. Vielleicht versuchen wir auch noch mal so ein bisschen diese ganzen Metaspitzen und diese Kommentare auch durch die vierte Wand noch mal rauszuarbeiten. Denn es ist ein deutlicher Kommentar auf Edward Norton. Also diese Rolle, die er hier spielt.

Christian:
[41:31] Wird ihm, um es mal so zu formulieren, das wird ihm auch sehr stark nachgesagt. Das ist so sein Ruf auch in Hollywood, so einer zu sein und das kennen wir noch aus der Diskussion von The Incredible Hulk, dass er ja wohl sehr, sehr stark an dem Film mitgeschrieben hat und Szenen verändert hat und eben sich sehr involviert hat, auch auf Drehbuchseite, was Marvel schon in dieser früheren, in diesem früheren Apparat, der sich ja da erst noch gebildet hat, aber auch schon sauer aufgestoßen ist. Und da gab es dann auch irgendwie Streitereien, glaube ich. Norton sagte, ich gehöre ja, also ich hätte aber auch einen Drehbuchcredit verdient, für das, was ich da alles geleistet habe und dann hat man sich ja eben voneinander getrennt und dieses, ja, hieß ja Difficult Actor, heißt das ja dann immer gerne, ne, so bei Frauen würde man immer sagen, schieße Diva, ja, damit das mal gleich so ausgedrückt, aber bei Männern, die sind dann halt einfach nur, mit denen ist es immer nur schwer zu arbeiten.

Christian:
[42:34] Aber und das habe ich dann so am Rande irgendwie auch gelesen, dass wohl Edward Norton genau das bei Birdman getan hat, Also am Set, im Dreh, was er im Film in dieser Rolle auf der Theaterbühne macht. Nämlich als allererstes, während er die Szene spielt, schon mal gleich die Verbesserungsvorschläge und die Charakteranalysen irgendwie mitzuliefern und zu sagen, ja, dann muss das doch eigentlich so. Also Edward Norton soll ziemlich genau diese Figur sein, die er da verkörpert. Was natürlich schon mal so ein... Also so eine Spitze auch, so ein Inside-Baseball irgendwie so ein bisschen ist.

Arne:
[43:10] Ich muss ja auch sagen, also ich habe mich jetzt schon, ich glaube, mein Vibe dem Film gegenüber, da war ich jetzt noch relativ zahm. Was man aber sagen muss, dass er natürlich große Schauspielmomente hat. Also was sich für mich einfach nicht fügt, ist einfach dieser gesamte Ansatz. Also für mich fühlt der Film sich an wie so ein Game aus der Pre-PS5-Zeit, wo man halt um Hintergrundladen zu überbrücken halt immer durch irgendwelche Tunnel gehen musste, um im Open-World-Game quasi in der nächsten Map anzukommen. Und so laufen wir halt irgendwie so ständig völlig sinnbefreit durch irgendwelche engen Flure vor oder hinter den Aktern hinterher mit unserer schönen Handkamera, nur um dann quasi so in das nächste Setpiece, wenn wir jetzt mal im Jargon bleiben, dann irgendwie reinzustolpern, was dann halt auch sehr gut ist. Also ich meine, was Emma Stone da für ein Monolog abfeuert, als er sie da quasi an der Konzertkasse spliffrauchend erwischt hat, die Szene von Edward Norton und Emma Stone auf diesem Dach oder Balkon oder was das da genau ist, wo sie auf der Kante sitzt, das erste Zusammentreffen, großartig.

Arne:
[44:27] Diese ganze Nummer auf der Bühne, in den Proben, aber auch in den fiktiven Aufführungen, da merkt man dann auch, dass man das hier mit einem sehr guten Cast zu tun hat, weil nämlich, also ich, ich weiß, ich bin jetzt nicht sonderlich Theater erfahren, ich kann da nicht viel zu sagen. Ich bin an Filmschauspiel gewöhnt, ich habe kein großes Problem mit diesem deutlich, mehr, was auf Theaterbühnen einfach auch an Performance so reingelegt wird, weil es sind einfach Dinge, die natürlich, du musst um ein Publikum komplett zu erreichen, ohne Box und Mikro musst du lauter sprechen, das ist alles expressiver und alles so ein Stückchen mehr drüber, als man das eben in so eher nuancierteren und häufig auch in ihrer Qualität, dann subtileren Film-Performances hat und also, ich habe so das Gefühl, dass ich weiß nicht, wie dir das vorkommt, dieses Stück, was die da aufführen, also mir halt insgesamt so ein bisschen lächerlich und man hat halt einfach sehr gute Schauspieler, die so gut sind, dass sie das gut schaffen, das so lächerlich zu spielen. Vielleicht sehen das andere ganz anders und ich werde jetzt hier von den Theater- Fan-Innen komplett in der Luft zerrissen. Gerne, ne? Jackamonkey at Gmail, Hatemail bitte dahin. Bitte, Hatemail.

Arne:
[45:48] Aber also Schauspielmomente sind halt super. Wie sie aneinandergereiht sind, warum sie so aneinandergereiht sind, große Fragezeichen, bis aus meiner Richtung Mittelfinger in Richtung Iñárritu, den ich einfach mittlerweile nur noch gefressen habe, also ich fand beim ersten Mal Birdman sogar noch ganz okay, das konnte jetzt definitiv nicht mehr sein diesmal, also ist noch nicht ganz so ein Totalausfall wie The Revenant für mich, aber ich weiß nicht, also wahrscheinlich ist es auch so, wenn ich seine ersten drei Misery-Porn-Nummern da von Amoris Peros über 21 Gramm und Babel mir nochmal reintun würde, die ich auch alle damals unglaublich bewegend fand, weil natürlich.

Arne:
[46:30] Das Leid in jeder Szene, selbst da kann ich mich heute noch drinnen, einfach konstant auf elf gedreht ist und man einfach zwei Stunden lang Leute leiden sieht und das alles so unendlich schlimm ist. Also ich hab das nie gemacht, die nochmal zu gucken, wenn ich das nochmal machen würde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da, dass ich dann die noch irgendwie groß besser als Birdman oder Revenant finden würde. So, das heißt, also hier sind ganz viele Bits drin, die an sich isoliert irgendwie total viel Qualität haben, das fügt sich für mich aber überhaupt nicht zu einem Film zusammen und da ist vor allem dieses One-Take-Gimmick etwas, wo ich einfach nur Fragezeichen im Kopf habe und wenn das dann das sein soll, was quasi das Ganze elevaten soll von einem generellen Arthouse-Film darüber, wie jemand große Kunst sucht, dann kann ich nur sagen, okay, Experiment gescheitert, Was soll der Schwachsinn? Also keine Ahnung, alle haben immer gesagt, ja, die fiebrige Atmosphäre und seine Nervosität, Schnitt frei und so weiter. Ja, dann mach's halt Schnitt frei. Dann schummel halt nicht alle zwei Minuten irgendwie einen zu abrupten Kameraschwenk, wo der Eck da kurz rausgegangen ist oder einmal durchs Schwarz auf der Treppe oder einmal durchs Schwarz im Ausgang von der Bar oder einmal durchs Schwarz beim Reingehen in die Bar und, und, und so da irgendwie rein, sondern dann mach's halt ohne Schnitt. Und dreh nicht einen Film und fuschel den dann irgendwie so zusammen.

Arne:
[47:54] Ich kann da nichts mit anfangen. Das regt mich irgendwie nur auf. Man könnte auch einfach sagen, ja, wieso? Ist doch ein Experiment. Ist doch toll, dass man das versucht. Aber irgendwie regt es mich einfach unendlich auf. Ich kann nicht mal so richtig sagen, warum. Weil ich verstehe halt nicht, was es soll. Kannst du es mir erklären, was es soll?

Christian:
[48:12] Ich habe dir gerade nur so zugehört und habe dann immer mal so gedacht man könnte glaube ich genau diesen Moment irgendwie so rausgreifen müsste vielleicht so zwei, drei Worte überdappen und es könnte halt die Kritik an bestimmt 80% Superheldenfilmen im Genre sein. Ja so dieses ja man hat da was versucht und große Schauwerte, ein Experiment ja nett, aber geht für mich gar nicht auf. Kannst du mir das erklären?

Arne:
[48:39] Also ich beharre so ein Soundboard und pack das drauf, dann haben wir für zukünftige Sendungen viel Zeit gespart.

Christian:
[48:47] Ich beharre einfach so auf diesem Parallel, dass ich mir so denke, ja, das ist irgendwie, da ist glaube ich so viel deckungsgleich irgendwie, aber ich kann es dir auch nicht erklären. Ich glaube, das ist dann, wenn wir wieder mehr beim Film irgendwie auch ankommen und so ein bisschen weg von diesem Genre-Ding auch gehen, das ist glaube ich die große Frage und auch das große Problem. Ich kann dir das auch nicht beantworten. Mir ging es ähnlich wie dir. Beim ersten Mal gucken und ich weiß schon gar nicht mehr, wann und wie ich den gesehen habe, fand ich den auch irgendwie gut und spannend und habe mich auch von der Technik da mitreißen lassen. Und bei aller Kritik so glaube ich auch immer noch, dass das, die Takes sind halt auch noch relativ lang. Und ich glaube schon, dass man das auch irgendwie am Spiel und in den Szenen sieht. Man kann sich zurücklehnen und kann sich da auch ein bisschen berieseln lassen in diesem Spektakel, in der Inszenierung und so. Also technisch gesehen hat der Film auch irgendwie einfach so nette Aspekte. Aber genau wie du sagst.

Christian:
[49:47] Aber wofür und warum und zu welchem Zweck und zu welchem Ziel und dann auch mit diesem Ende des Filmes und ich habe dann auch nochmal so ein bisschen versucht querzulesen, geht der Film überhaupt auf? Also welche Aussage will der Film überhaupt treffen? Ich glaube, da sind wir uns alle irgendwie auch nicht so einig da draußen. Also ist das jetzt, meint der Film das, was er sagt oder ist das eher eine Spitze irgendwie auf sich selbst? Also wie nah ist er an seiner Figur oder wie distanziert ist er eigentlich zu seiner Figur? Ich habe da auch große Schwierigkeiten mit und dann eben auch dieses Ende und dann immer diese ganzen, wie sagt man, diese ganzen übernatürlichen Aspekte. Also wenn der Film auf einmal, der ist ja so wahnsinnig naturalistisch gemacht, nah an den Schauspielenden, wie du sagst, im Theater, in diesen engen Gängen.

Christian:
[50:36] Dicht, lange Takes, ja, du kannst wirklich jede Falte sehen und jede Spucktropfen irgendwie dir quasi von der Linse abwischen, aber dann übersteigert er inhaltlich ganz oft diesen natürlichen und naturellen Aspekt, indem er Michael Keaton vom Dach fliegen lässt und Aliens greifen an. Und dann ist ja eben die große Frage, was heißt das Ende da eigentlich? Was passiert da eigentlich?

Christian:
[51:00] Also geht dieser Film irgendwann auf einmal ein, also überspringt er irgendwie in so etwas Fantastisches oder ist das nur eine Metapher oder wie sollen wir das alles deuten? Und da geht das für mich irgendwie auch alles hin. Ich glaube, der Film…, viel vor und spielt irgendwie mit sehr vielen Dingen sehr gerne, aber ich sehe da auch nicht, ich sehe da kein Statement oder ich sehe da keine Notwendigkeit oder kein Ziel, keinen roten Faden, keine Pointe irgendwie bei diesem Film, die alles irgendwie, auf die irgendwie alles logisch und emotional hinsteuert. so.

Christian:
[51:40] Und diese Inszenierung ist für mich halt so ein Aspekt von ja, also, und das ist für mich noch irgendwie das reizvollste am Film eigentlich, ist, glaube ich, weil es so in dieser Theaterwelt irgendwie spielt und weil man, glaube ich, diesen Theater, wie soll ich sagen, dieses Theaterfeeling von jeder Moment auf der Bühne, ne, also, Und durch die Theaterkritikerin an meiner Seite war ich auch schon in den letzten Jahren öfter als in den ersten 30 Jahren meines Lebens im Theater und kann sagen, dass das da halt viel mehr knistert im Raum. Du bist im selben Raum, du hast keinen, wie sagt man, keinen Netz und doppelten Boden durch Schnitte und Kameras und wie du schon auch gesagt hast, das fühlt sich im Theater alles roher und gefährlicher an, weil es unmittelbarer ist. Ich glaube, das wollte man hiermit irgendwie erzeugen, aber wie du sagst, dann hat man da tausend versteckte Schnitte drin, was mir jetzt auch beim wiederholten Gucken so ein bisschen sauer aufgestoßen ist, sind die Zeitsprünge, die da passieren.

Arne:
[52:35] Das war bei mir beim ersten Schauen schon so, dass ich, also ich habe sowieso mit dieser seltenen Form des One-Take-Films, es kam ja dann auch vor ein paar Jahren dieser 1917 Erste Weltkriegs vermeintlich One-Take-Film, der eben auch kein One-Take-Film ist und der dann auch so einen Zeitsprung zwischendrin hat, wo dann quasi genau wie hier, so hier nockt er sich quasi mit Alk aus und pennt dann da irgendwo auf dem Müll. Und dann hält die Kamera einmal aufs Haus und der Mond zoomen vorbei und die Sonne geht auf und dann sind halt x Stunden vergangen. Da zerbricht dieses Konzept halt völlig für mich. Alles andere vorher.

Arne:
[53:14] Also wenn sie die Zeitsprünge in Häkchen so elegant verpacken, dass wir von der Empore über die Brüstung runterfahren auf die Bühne aus dem quasi unsichtbaren Technikteil des Theaters hinten raus und unten läuft schon wieder die nächste Probe und die Figuren, die eben oben waren, sitzen jetzt unten. Das sind so Sachen, ich meine, da kann man einfach ganz isoliert sagen, als Filmfan und auch Fan von Filmtechnik und von inszenatorischen Tricks, hat das was? Keine Frage. Auf der anderen Seite machen eben diese Zeitsprünge, wo man einfach das Gefühl hat, okay, jetzt muss in der Story hier gerade mal Zeit vergehen und die dann so extrem unelegant gelöst sind, wie die Kamera hält halt an, es vergeht ein bisschen Zeit und dann geht es weiter weiter. Da habe ich dann das Gefühl, man ist sich gar nicht bewusst, wie sehr das, was man behauptet zu tun, durch so einen Moment dann aufgebrochen und ad acta gelegt wird.

Christian:
[54:13] Exakt.

Arne:
[54:14] Du hast eben noch ein paar Sachen angesprochen, also was soll eigentlich das Statement, die Pointe sein, das finde ich auch sehr schwierig. Also ich halte erst mal per se Inyaritu für einen so spaßbefreiten Menschen, dass ich glaube ich schon ganz ernsthaft dieses ich zeige euch einfach mal, wie scheiße das alles ist und mache hier einfach naja, wie schon gesagt, große Ultrakunst und dann werdet ihr schon checken, was ihr euch da sonst alle für einen Schrott anguckt, ne? Weil ja auch die, Jetzt muss man natürlich differenzieren. Es gibt unendlich schlechte Blockbuster, aber ich habe jetzt nicht mehr viel gesehen in den letzten zehn Jahren generell an Blockbustern. Es wird nicht besser, wenn ich jetzt mein Wissen aus YouTube-Essays und so weiter einfach mal als gegeben annehme.

Arne:
[55:01] So und es ist aber ja eine Tendenz gewesen und in den 90ern beispielsweise, da war der Begriff Blockbuster ja noch ganz anders behaftet und bevor dieser ganze Computerwahnsinn losgegangen ist, als man sich, das sage ich jetzt ganz bewusst so polemisch, noch Mühe gegeben hat, Filme zu machen, noch Risiken eingehen musste, Filme zu machen, noch technisch an Tricktechnik gearbeitet hat, noch kreativ werden musste, um sich zu fragen, wie kann man Dinge überhaupt drehen und vor allem all diese ganze Tricktechnik noch in wirkliche Welten, die sich haptisch angefühlt haben und wo eben dann Dinge quasi mit Tricktechnik und auch schon Computern eingefügt wurden, da war ein Blockbuster ja noch eine ganz andere Nummer. Also überlegt dir Filme wie, bestes Beispiel, euer Jubiläum Jurassic Park, Filme wie Matrix, Filme wie das fünfte Element und so weiter. Da steckten Megabudgets hinter, da wurden also wild imaginative Welten kreiert, in denen Dinge passiert sind. Das war halt so diese Phase, wo wir so auf peak-haptischen Effekt angekommen sind, wo Blockbuster-Kino wirklich larger than life war und wo das was Gutes war, nicht wie heute, wo es halt einfach vollkommener random Gigantismus geworden ist, ne?

Arne:
[56:25] So groß sein will, wie er nur groß sein kann und in seiner Größe vollkommen austauschbar geworden ist. Und insofern, das schert ja hier der Film alles über einen Kamm. Also auch hier ist ja quasi der Regan die Entsprechung des realen Keatons und hat halt vor 25 Jahren oder was seine Birdman-Filme gemacht. Aber der Film behandelt ja quasi den Blick zurück auf Blockbuster, die jetzt auch in der Realentsprechung Anfang der 90er mit wirklich wundervoller Effekt und Kulissen und Matte-Painting und Kostüm und sonst was Technik gemacht wurden, blickt er ja so, wie man im Endeffekt aus der Entstehungszeit des Filmes ein Jahr zurück auf Avengers oder so hätte gucken können. Es wird halt alles einfach nur als plump und platt und laut und dumm dargestellt. Und das greift mir halt einfach viel zu kurz, weil ...

Arne:
[57:20] Ich kann nicht sagen, also ich kann nicht quasi dafür, dass das Blockbuster-Kino heute scheiße ist, alles verurteilen, was es jemals gab. Das macht der Film aber und da merkt man dann eben auch, dass ihm so völlig die einzelnen Facetten dieser ganzen Filmgattung abgehen und er einfach nur meiner Meinung nach mit dem Hammer halt draufhauen will aus der Gesinnung heraus. Ich will jetzt einfach mal damit abrechnen, was für ein Müll das alles ist und mich darüber aufregen, dass das quasi im Kino alles verdrängt hat und dass die Leute nichts anderes mehr sehen wollen und dass wahre Kunst nicht gewürdigt wird, aber stattdessen die ganzen Verblendeten alle hier irgendwie Selfie mit dem Superhelden-Darsteller auf dem Times Square machen wollen. Also ich will natürlich auch Inyarito hassen und da sehe ich natürlich auch sehr viel von dem drin und ich bin selber, das werden wir ja hier noch merken, alles andere als ein Freund moderner Blockbuster, aber trotzdem finde ich, dass das eben die Art, wie er es hier angeht und wie er quasi die Historie des Blockbusterfilms auch für Dinge kritisiert, die sich eigentlich vor kurzem erst eingeschliffen haben. Das ist mir halt viel zu kurz gegriffen so und dann aber und damit kann ich diesen Monolog dann auch beenden, dann aber in letzter Instanz sozusagen.

Arne:
[58:44] Also das alles so aufzubauen, als ob halt, wenn man das alles hinter sich lässt und wirklich was wagt und wirklich was zu verlieren hat, dass dann große Kunst entstehen kann. Und dann, was sich für mich aber halt überhaupt nicht zusammenkriegen lässt, ist, dass ja dann auch das, was ihm wirklich den großen Einschlag am Ende beschert, ist ja dann, dass er im Endeffekt nicht nur ein gutes Stück aufgeführt hat, sondern halt eben auch wieder ein ins Extrem überzeichnete Spektakel mit seinem Selbstmordversuch dann da als letzten Punkt gesetzt hat. Das bringt ihm dann ja so die Reputation. Also es kann natürlich auch nochmal ein bissiger Kommentar sein auf, ja, das Publikum ist halt so verblödet, dass es halt also nur, wenn quasi das Extremste des Extremen gezeigt wird, dass es dann noch begreift, dass es da eigentlich gerade was gesehen hat und ohne diesen quasi blutig, blutig extremen Endpunkt wäre das Ganze halt auch nicht so durchgechartet. Kann man so verstehen, also da würde ich noch mitgehen, aber wieso verschmilzt er denn dann durch den letzten Akt quasi mit seiner Birdman-Figur? Weil er sozusagen, weil er mit diesem letzten Move sozusagen das Spektakel seiner Vergangenheit und den profunden Neueinfang verheiratet hat und deswegen zu einer Person geworden ist? Oder warum ist das so? Hast du da eine Theorie zu?

Christian:
[1:00:12] Also nur zum tatsächlichen Ende. Theorie ist, glaube ich, auch zu weit gefasst. Es ist eher ein Gefühl, eine Beobachtung. Ich glaube, dass der Film sich vor allen Dingen, Mit Ruhm, Fame. Im Englischen gibt es ja auch noch den Begriff Infamous, also wenn du halt diesen zwieligten Ruhm irgendwie hast.

Arne:
[1:00:44] Diesen unschönen, berühmt, berüchtigt.

Christian:
[1:00:47] Genau so. Und ich glaube, dass das auch irgendwie so dieser, das ist dieser Birdman, die Figur Birdman, das ist der, das ist der, der, der oberflächliche Fame. Ja, da gab es ja auch diesen, hast du ja auch so ein bisschen anzitiert, ich habe es mir nämlich auch rausgeschrieben, diesen wunderbaren Moment, ich weiß gar nicht mehr genau, wann das, ich glaube auch irgendwo, als er da draußen am Times Square unterwegs war, können wir irgendwie ein Selfie machen, also ich weiß nicht, ob das in der Unterwäsche war, aber irgendwie so dieses, oh, da läuft der Riggin rum.

Arne:
[1:01:16] Erst in der Bar, da kommen die ersten Leute.

Christian:
[1:01:19] In der Bar war das.

Arne:
[1:01:21] Es gibt mehrere Momente noch. In der Unterwäsche hat er keine Zeit, aber ich glaube, in der Bar, das ist das, wo das Kind auch fragt, wer ist das denn überhaupt? Die Eltern sagen, der war mal Birdman.

Christian:
[1:01:32] Die Familie, die sagt, ich glaube, die Mutter war das, können Sie ein Selfie, das ist nämlich der Punkt, da gab es auch noch keine Selfies, also können wir ein Foto zusammen machen? Drückt es dann Edward Norton, das Smartphone in die Hand und sagt, wer auch immer sie sind, so sinngemäß, so random nobody, du machst das Foto jetzt von uns, dann fragt das Kind, Mama, wer ist das eigentlich und Zitat, he used to be Birdman.

Arne:
[1:01:59] Ja.

Christian:
[1:02:00] Also nicht, he is Birdman, he was Birdman, he used to be Birdman, was ja auch schon wieder so spitzfindig ist, ne? Also der vergangene Fame, ja, er lebt, er zehrt von seinem vergangenen Fame. Er steckt da irgendwie seine dritte Hypothek irgendwie da in das Theaterstück. Also es hat ihm ja mal ein bisschen was gebracht, aber er setzt jetzt, wie er selber ja auch sagt, alles aufs Spiel. Und ich glaube, dass das so, also schlussendlich... Und übersteigt Regan mit seinem Suizid, indem er aus dem Fenster springt, übersteigt er den Fame, den er vorher als Birdman hatte, weil er diesen Moment bis zum Ende quasi bringt und reitet. Ja, wie du es ja auch schon gesagt hast.

Christian:
[1:02:50] Und ich glaube, dass der Film sich da eigentlich auch kritisch mit auseinandersetzt. Also ich glaube, dass dieser Struggle nach der wahren Kunst die ganze Zeit Thema ist, aber Riggin gar nicht in der Lage ist, diese zu finden, am Ende sich in die Nase schießt und damit berühmt-berüchtigt wird, dieser Moment in dem Theaterstück und auch da wieder die Kritik ans Publikum. Oh, Standing Ovations, oh, das ist der realste Moment auf der Bühne. Die Kritiken überschlagen sich. Die Tochter, die sagt, hey, ich mache hier Twitter-Fotos von dir. Du hast hier schon irgendwie 30.000 Follower, was auch immer. Es geht nur um Zahlen. 80.000, ja, das waren noch Zeiten.

Christian:
[1:03:30] Aber es geht nur um Zahlen, um außenstehende Lobhudeleien und dieser Wert, Selbstwert, der sich von außen generiert, anstatt halt bei der Sache selbst wieder zu sein, anstatt wirklich auf diesen Punkt zu kommen und zu sagen, das war irgendwie der beste Moment auf der Bühne und dadurch halt irgendwie legendär, Sondern nein, es muss halt diese Übersteigerung, dieses Sensationelle dahinter, um jetzt mal ganz blöd zu sagen, diese Blockbuster-Mechanismen, die kommen jetzt sogar noch auf der Bühne an. Das Theaterstück und muss man auch ganz ehrlich sagen, wir sind tatsächlich in so einer Zeit, also gerade auch am Broadway, wo eigentlich auch da die Hollywood-Nasen irgendwie Tickets verkaufen. oh, der und der Schauspieler ist jetzt in dem und dem Stück. Scheißegal auf das Stück, scheißegal auf den Text, scheißegal auf die Tradition dieses Stücks. Es geht darum, dass... Denzel Washington diese Rolle spielt oder dass Lady Gaga jetzt das und das macht.

Arne:
[1:04:30] Das war ja auch ein bisschen so das, was ich meinte. Es sind ja nicht nur die Schauspieler, also auch so wenig ich mich damit beschäftige, auch die Inszenierungen werden ja immer aufwendiger, aufwendiger, aufwendiger und auch im Theater hat längst Tricktechnik und Hologrammtechnik und was auch immer Einzug gehalten.

Arne:
[1:04:45] Und das meinte ich ja eben so ein bisschen damit, sodass er quasi die profunde, große Kunst in einem Stück, also ich weiß gar nicht, ob es dieses Buch, was er da adaptiert, ob es das wirklich gibt, keine Ahnung, aber es ist ja nun in dem, was man da durchscheinen sieht, dass es sich anscheinend, wie auch immer man zu dem, was man da sieht, steht mit der Tiefe der menschlichen Gefühle auseinandersetzt und menschlichen Verbindungen. Also etwas, was eigentlich sehr nach innen gerichtet sein sollte und sehr emotional einen Payoff bringen sollte und das sagte ich ja eben, dass er dann durch diese letzte Geste und quasi diesen Suizid, der sinnbildlich am Ende passiert, durch etwas Reales ersetzt und somit quasi Aktionskunst oder eben halt quasi den großen Actionmoment zum Finale dort da einbaut. Und das finden die Leute dann plötzlich geil, dass das eben ein Kommentar drauf ist, wie, also schon auch schön, was du eben gesagt hast in der Szene mit Edward Norton, bevor diese Familie kommt und das Foto will, sagt Edward Norton, nobody gives a shit about you in this town und eine Sekunde später kommen halt diese Leute, die mit ihm das Foto wollen. Und das ist ja schon eine Andeutung dieses Zustands, den wir dann am Ende sehen anscheinend. Die Leute sind halt mittlerweile so verblendet, dass niemand sich mehr irgendwie für die große Kunst interessiert, sondern dass die Fassade, das Laute einfach überall übernommen hat. Genau, das oberflächliche.

Arne:
[1:06:14] Also insofern, das würde ich dann auch so verstehen. Ja, nur in der letzten Szene ist dann auch wieder so die Sache, was nimmt man literal und was nimmt man symbolisch oder sinnbildlich und was kann man eigentlich die ganze Zeit schon in welcher Art und Weise verstehen? Also diese ganze Birdman-Stimme, die zu ihm spricht, Voices in my Head, da gibt es ja dann auch eine sehr reale Reaktion drauf in dem Film, wo dann seine Ex-Frau eben sagt, das hast du mir jetzt gerade nicht erzählt, dass du irgendwelche Stimmen zu dir sprechen hörst und es geht los mit, er schwebt quasi meditierend über dem Boden, er hat vermeintlich irgendwelche Telekinese-Fähigkeiten, wobei halt alles in his head sein könnte und er einfach da seinen Schminkraum verwüstet in dem Theater. Er fliegt vermeintlich durch die Städte, was ja dann schon komplett dadurch aufgelöst wird, dass dann auf einmal ein Taxifahrer hinter ihm herrennt und sagt, you didn't pay me man, you didn't pay me und dann diese letzte Szene ist eben auch die Frage, was passiert da, also du sagst, er springt aus dem Fenster und begeht Suizid, wie können wir dann Emma Stones Reaktion darauf verstehen, dass er.

Arne:
[1:07:26] Natürlich ist das extra alles so angelegt, dass man es eben gar nicht definitiv sagen kann, was wir da eigentlich sehen. Ob da wirklich so eine kleine übernatürliche Komponente tatsächlich eingesponnen sein soll, arguably. Der Film beginnt mit einem Meteoriten, der auf die Erde fliegt, was ja auch das Symbol im Grunde genommen für Superman ist, dass die Alien-Life-Form, die auf die Welt kommt und dann der Schnitt und nächster Shot ist, er schwebt eben meditierend da in seiner Garderobe. Und ich kann mir auf die letzte Szene auch, also was heißt ich kann, das kann man nur so ein bisschen agnostisch rangehen, man kann es halt nicht sagen, was es sein soll, wie versteht man es, keine Ahnung, also deine Erklärung fand ich jetzt ganz gut.

Christian:
[1:08:14] Für mich sieht Emma Stones Figur in dem Moment, sie blickt nach oben, weil sie sozusagen sieht, wie er, jetzt metaphorisch gesehen, wie er zur Legende wird, wie er wirklich zum Star wird, der schwebt über allem, er hat es geschafft, mit diesem Suizid so legendär zu werden, dass er wirklich, also dass, er gen Himmel fliegt, dass er als Stern, als Star im Himmel steht und in die Geschichte des Entertainments eingehen wird, ja, wir kennen auch alle diese, legendären Rollen und Schauspielenden, die viel zu früh gegangen sind und tragisch und durch die Tragödie aber so unzementierbar in die Unendlichkeit eingegangen sind. Auch da im Genre so jemand wie Heath Ledger, tragischer Tod, will ich jetzt gar nicht als Suizid irgendwie vergleichen, aber einfach die Tatsache, dass so.

Christian:
[1:09:12] Das ist ja auch eine Performance gewesen und das ist ein Mensch gewesen, der einfach dann auch so in die Analen irgendwie eingegangen ist. Und so sehe ich das, dass das halt so eine sehr metaphorische oder sehr, sehr, ja das Gegenteil von naturalistisch, sehr übersteigerte Inszenierung auch in dem Fall ist. Und mein Problem bei der ganzen Sache ist, ich weiß aber nicht, ob der Film das alles hergibt. Ich weiß eben nicht, weil der Film so oft mit seinen eigenen Versprechen bricht. Und ich glaube, der ist handwerklich gar nicht so sauber darauf ausgelegt, dass er sich auch, also der macht zu viele Fehler, um sich auch selbst komplett lesen zu lassen. Und das ist dann wieder die Kritik für mich an dem Film. Ja, wenn der sagt, wir machen eine super Theater-eske Inszenierung und liefern keine Schnitte, Klammer auf, doch, versteckt, manchmal sehr deutlich, Klammer zu.

Christian:
[1:10:11] Ja, aber dann darfst du auch nicht in den Zeiten so rumspringen. Das funktioniert dann einfach nicht mehr, das bricht dann eben auseinander. Und das ist, glaube ich, ganz viel so in diesem Film. Wenn ich jetzt sage, ja, das ist alles metaphorisch, blablabla, da gibt es, glaube ich, dutzende Stellen, wo man sagen kann, ja, aber diese Deutungsweise funktioniert in den, den, den und den Momenten dann wiederum nicht. Und deswegen lässt sich der Film, glaube ich, auch so schlecht packen. Und das ist in meinen Augen die größte Kritik an dem Film. Egal, was der sich vornimmt, egal, ob der jetzt nun ein Metakommentar oder eine Satire oder augenzwinkernd oder doch ein reiner Superheld in dem Film irgendwie sein will. all diese Elemente, funktionieren nicht in sich stimmig und das ist meine größte Kritik an dem Film.

Arne:
[1:10:54] Ja, das ist das, was ich eben auch wahrnehme und über die Zeitsprünge hatten wir vorhin schon gesprochen und da belügst du dich dann selbst mit und es gibt so viele andere Stellen, wo aus vermeintlichen Argumentationen, die ich aufgeschnappt habe, weiß ich nicht, ob die jetzt von Injarito oder irgendwem, der da beteiligt war, wirklich kam oder ob das Interpretation ist, so von wegen ja, wir wollen hier diese Spannung und dieses Hektische und dieses Fiebrige und so und deswegen als One Take, ja, aber guck dir Uncut Gems oder Good Time an.

Arne:
[1:11:22] Dann weißt du, dass Schnitte nicht das sind, was ein Film davon abhalten, fiebrig oder hektisch oder innerlich aufgewühlt erlebt zu werden. Also das braucht es alles nicht. Für mich schafft diese Machart eher vollkommen unnötigen Ballast und an den falschen Stellen, Fragezeichen, die halt überhaupt nicht sein müssten. Das würde halt alles geschnitten genauso gut funktionieren. Und dann, was du eben meinst, also gerade diese Theateranalogie, die er durch das Setting natürlich drin hat, die macht er sich dadurch auch kaputt, weil dann musst du halt wirklich Viktoria machen und musst das Ding in einem Take runterfilmen und dann wird der Film halt drei oder Viktoria, haben sie glaube ich im dritten Take oder vierten Take im Kasten gehabt, dann probest du den Kram halt in kleinen Bits und versuchst dann das Ganze wirklich mit dem, was der Theatergeist ist. Wobei man eben auch sagen kann, das sind verschiedene Medien, die sind sehr unterschiedlich in ihren eigenen Akzenten und Aspekten. Ist es überhaupt möglich, den Theater-Vibe in Filme zu überführen? Nein, das, was im Theater genau du beschrieben hast, da knistert es in der Luft. Das ist eine ganz eigene Atmosphäre. Da ist eine direkte Connection zwischen Zuschauenden und denen, die da auf der Bühne stehen.

Arne:
[1:12:40] Das ist in einem Film, also dieser Hauptebene, die das Theater ausmacht, beschneidest du das Ganze, wenn du es in einen Film transferierst. Du kannst halt einfach nur diese in einem Take durchexerzierte Schauspielleistung, wo mit allem, was passiert, irgendwie umgegangen werden muss, die kannst du überführen. Und das Nächste, was du machen kannst, ist, einen Film wirklich in eins zu drehen.

Arne:
[1:13:03] Und ja, da finde ich, das an sich so zu fuscheln, das ist dann deutlich kontraproduktiver, als es produktiv ist. Und insofern geht die Ebene für mich dann eben auch nicht auf. Und ich weiß insgesamt nicht so richtig, was das alles soll. Also ich habe wirklich eher so, naja, das Gefühl, dass jemand eben einfach mal so richtig rausschreien will, wie kacke er diesen ganzen Superheldenkram findet und das ist auch jedes Menschen gutes Recht, aber also selbst als großer Kritiker, der ich mich dann auch sehen würde, also nächsten Monat geht es los, da könnt ihr Gift drauf nehmen, sage ich seit sehr langer Zeit, aber ich bin mir sicher, wir sind jetzt an dem Punkt angekommen. Finde ich halt einfach diese Kritik viel zu undifferenziert, wie vorhin schon ausgeführt. Weil es werden Kritiken an neuzeitlichem Kino auf klassisches Kino angewandt und so weiter und so weiter. Naja, was ich mag, das ist vielleicht so der eine positive Punkt.

Arne:
[1:14:04] Ist diese Ambiguität von, nehme ich das für bare Münze, ist das alles sinnbildlich, symbolisch, diese ganze Birdman-Geschichte, der hinter ihm läuft, zu ihm spricht, ist das ein Symbol einer Depression oder einer anderen Geschichte? Und es wird dann ja auch, als er dann die Kritikerin richtig zusammengefaltet hat in dieser Bar, danach wird es ja richtig ein bisschen surreal. Und als er in diesen seltsam beleuchteten Laden kommt, um sich da Schnappes noch zu holen und über den Times Square, wo dann, plötzlich dieser eine Typ da im Hintergrund so schreit und dann haben wir einen sehr verzerrten Score, der dazu läuft, das sind so Momente, die mir dann filmisch dann auch wieder gefallen und die letzte halbe Stunde finde ich auch am stärksten in dem Film, muss ich schon sagen, aber insgesamt ist das nichts.

Christian:
[1:14:53] Ja, sehr gut runtergebrochen, du solltest auch Filmkritiker werden. Du könntest auch Michael Keaton anbrüllen und sagen hier Würde.

Arne:
[1:14:59] Ich mir nie anmaßen.

Christian:
[1:15:01] Ich zerreiß dich in der Luft. Naja, dann würde dich wahrscheinlich auch Bert Minheim holen.

Arne:
[1:15:06] Von mir gibt es nur Positives.

Bedeutung für das Genre

Christian:
[1:15:08] Dann lass uns vielleicht noch ein paar Sachen so fürs Genre noch mal rausgreifen. Vielleicht ein bisschen auch noch so diese Meta-Ebene noch mal aufmachen. Also was sind denn so die Bedeutungen für Genre? Was könnten wir da vielleicht irgendwie rausziehen? Also natürlich, ganz klar Da haben wir, glaube ich, am Anfang hoffentlich auch schon mal gesagt, das ist ein riesiger Kommentar auf das, was im Genre passiert. Der Film zeigt auch sehr deutlich mit dem Finger auf... Dinge im Genre. Das ist nicht nur irgendwie Inside Baseball mit Michael Keaton und Edward Norton und wenn man weiß und oh, die haben ja schon mal, sondern der nimmt ja auch viele Sachen direkt irgendwie in den Mund. Unter anderem ich habe mal so ein paar Sachen irgendwie rausgegriffen der Film, also es wird ja auch sehr schnell, sehr, sehr plappernd, geredet in dem Film ja, sie suchen ja irgendwie einen Ersatz Darsteller, ganz am Anfang fällt ja da die Beleuchtung von der Decke und er schlägt einen auf der Bühne und dann suchen sie ja nach der Neubesetzung und ziehen dann auch da wieder.

Christian:
[1:16:13] Filmschauspieler raus, echte und sagen unter anderem, hey, was ist mit Michael Fassbender? Und da der Kommentar, he's doing the Prequels to the X-Men Prequels. Zwinker, zwinker. Also die Prequels zu den Prequels macht er mittlerweile schon. Dann fragen sie, was ist mit Jeremy Renner, der Typ, der bei The Hurt Locker und Oscar-Film und so. Ja, der ist jetzt auch ein Avenger, den haben sie auch ins Kostüm gesteckt. Dann gibt es sogar, das hatte ich auch gar nicht mehr auf dem Schirm, dann gibt es ja wirklich, also er guckt, also Regan ist ja da in seiner Umkleide, da läuft der Fernseher und das ist ja wirklich Robert Downey Jr. Wird erwähnt, ja, Tony Stark, Iron Man, Avenger, oh, ich weiß gar nicht mehr genau, was die da sagen, aber es geht glaube ich um Millionen und irgendwelche, Promi-Darstellungen und sowas alles und er schüttelt ja irgendwie auch nur mit dem Kopf Und ich glaube, Birdman kommentiert das sogar irgendwie von wegen, hey, wir hätten es genauso wie er machen können und man hat uns Birdman 4 angeboten und hättest du nur mal zugesagt und so. Also da zeigt der Film ja auch sehr, sehr, sehr, sehr deutlich auf die Gegenwart, so die Gegenwart zum Zeitpunkt dieses Filmes, so als der Film entsteht.

Arne:
[1:17:25] Und will auch über diese direkten und real entsprechenden Nennungen, glaube ich, seine Kritik auch dann eben entsprechend real formulieren. Also dazu hier, Jackse, ich will hier nicht irgendwas Hypothetisches anprangern, ich will dir halt zeigen, wie scheiße es ums Kino steht.

Christian:
[1:17:47] Ja und eben auch, also für die Leute, ich sag mal, das gehobene, cineastische Publikum, was im Kino sitzt, das wird ja die ganzen indirekten Spitzen verstehen, weil Michael Keaton und 92, oh da war er damals auch Batman, verstehe ich alles. Und das sind dann so diese direkten Schüsse, die halt ins Publikum gefeuert werden. Da ist Robert Downey Jr. Letzten Sommer Avengers, erfolgreichster Film seit Titanic oder sonst wie. So dieses dahin, da zeigen wir ganz direkt drauf. So ohne Inside Baseball, ohne irgendwelche Kenntnisse. Ich fand diese Szene mit der Presse irgendwie auch ganz deutlich. Die eine, vor allem auch die Frau, die sich dann irgendwie nur für irgendwelche Gerüchte interessiert. Dann das internationale Pressepublikum was in der Übersetzung die Hälfte nicht versteht und sich schon auf Birdman 4 freut den er ja gar nicht machen wollte aber Birdman 4 ist super also da, teilt der Film halt auch wieder sehr große Dinge aus und vielleicht sollten wir auch im Kontext dazu nochmal über diese ganzen Oscars auch sprechen, also der Film.

Christian:
[1:19:00] Positioniert sich ja irgendwie auch gegen das Genre. Der Film will ja für gehoben und will ja irgendwo auch was anderes sein und wird dann eben auch noch bei den Oscars im nächsten Frühjahr, also wird Birdman ja ordentlich ausgezeichnet. Ich glaube neun Kategorien waren es. Vier Oscars hat der Film bekommen, unter anderem bester Film, also ziemlich genau, bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und bestes Cinematography. Was ich, auch interessant irgendwie in diesen Auszeichnungs, in diesen Kategorien irgendwie auch finden, weil ich habe das Gefühl, das sind so ziemlich die, also, ist ja eh das Problem bei den Oscars, es wird immer The Most ausgezeichnet, wie wir in der Second Unit sagen, es geht nicht um Best Acting, es geht um Most Acting, es geht auch nicht um, Best Film, sondern um Most Film, um Most Cinematography, um Most Drehbuch und genauso kann man das hier eigentlich auch sagen. Also, auch da bricht die reale Welt irgendwie mit dem, was der Film vielleicht, vielleicht auch nicht, ich weiß es ja nicht, aber irgendwie widersprechen sich da dann auch wieder Dinge. Also der Film wird halt nicht in diesen kleinen feinen Beobachtungen irgendwie ausgezeichnet, sondern in diesen fetten Hautrauf-Momenten.

Arne:
[1:20:17] Ja.

Christian:
[1:20:19] Davon kann er sich dann irgendwie so in der realen Welt auch nicht lösen. Naja. Fand ich aber nur interessant, weil ich so das Gefühl hab, das schwingt dann da auch irgendwie wieder mit. Also die klassischen Superheld-Innen-Filme, die es auch noch im Jahr 2014 schwer, 2015 schwer haben, bei den Oscars irgendwie mitzuspielen. Heath Ledger nach seinem Tod als bester Darsteller hat den Oscar bekommen, so zu dem Zeitpunkt. Okay, wir sind aber auch noch weit davon entfernt, dass ein Film wie Black Panther als bester Film nominiert wird. Aber dann kommt da so diese Arthouse, sag ich mal, diese Arthouse-Spitze wie ich ja sage, die formell eigentlich sehr nah an dem ist, was sie kritisiert und das wird dann halt so super ausgezeichnet, das wird mit Preisen überschüttet, das ist dann wieder völlig legitim und ah toll und so, das finde ich irgendwie auch, interessant, um es mal so zu sagen Ja.

Arne:
[1:21:12] Es sagt auch wieder sehr viel über gängige Mechanismen.

Christian:
[1:21:18] Exakt, exakt. Und dann hatten wir schon so ein bisschen erwähnt, diese Spitze auch Richtung Edward Norton fand ich irgendwie auch interessant. Der schwierige Typ hinter den Kulissen, der hier eben in dieser Rolle irgendwie spielt, in der er ja wohl angeblich auch tatsächlich irgendwie steckt und eben dadurch auch bei Marvel dann rausgeflogen ist. Ich glaube, da ist halt auch irgendwie so ein etwas feinerer Kommentar so auf der Genre irgendwie auch zu finden.

Arne:
[1:21:49] Ja, ja.

Christian:
[1:21:50] Genau.

Arne:
[1:21:50] Aber auch wieder alles sehr bewusst.

Cast & Crew im weiteren Genre

Christian:
[1:21:52] Ja. Und dann habe ich noch ein paar Sachen rausgeschrieben. Das versuche ich jetzt ja auch immer so am Ende noch ein bisschen größer zu machen, ein bisschen deutlicher zu formulieren. Welche Leute sind hier irgendwie noch im Genre unterwegs? Haben wir ja auch schon erwähnt. Ich wiederhole es einfach nur nochmal. Seki Lefenerkes als Joker im Lego-Batman-Film. Edward Norton, hatten wir schon gesehen. Bruce Banner als Hulk. Emma Stone als Gwen Stacy und dann kommt eben Michael Keaton an dieser Stelle nochmal wieder mit dem Wissen, was danach, nach Birdman passiert ist. Hier können wir es jetzt einbringen, wird es ja noch lustiger, weil er ja nicht nur bis 1992 Batman gespielt hat, dann 2014 Birdman gemacht hat und der ganzen Sache ja irgendwie diesen, ich sag mal, spitzen Kommentar auf sich, auf seine Karriere, auf das Genre gegeben hat. Nö, drei Jahre später, ich hatte es auch schon wieder komplett vergessen, das musste ich auch nochmal nachlesen, drei Jahre später taucht er als Vulture, also auch wieder als Vogel, als Birdman, bei Marvel im MCU als Spider-Man-Bösewicht auf und sagt, give me all the money you have, Marvel. Und das passiert auch, dann gibt es noch einen kleinen Cameo-Auftritt in dem furchtbaren Morbius-Film, den ich auch Film wie Cameo-Auftritt komplett verdrängt habe, aber es geht ja noch weiter. 2023 ist er zurück als Batman.

Arne:
[1:23:12] Was?

Christian:
[1:23:13] 2023 ist Michael Keaton zurück in der Rolle... Als Batman in The Flash und sollte eigentlich eine sehr große weitere Rolle im DCEU spielen. Er war auch im Bad Girl Film, der ja für Streaming produziert wurde und dann aber so rausgestrichen wurde. Da sollte er eigentlich so ein Mentor-Batman spielen für Bad Girl und es gab auch Szenen im zweiten Aquaman, die hat man dann komplett rausgeschnitten, weil da war dann schon klar, das wird hier eh nichts mehr und, landen dieses Flugzeug mal, diese Mühle, diese Klapperkiste namens DCEU und wir haben ja ganz andere Pläne und wir brauchen Kieten nicht mehr und so, aber und das finde ich ist ja, eigentlich die viel schön, also die beste Point an diesem ganzen Ding, er kehrt als Batman wieder zurück. Also ihm ist das ziemlich kackegal, was Batman da irgendwie sagt und propagiert.

Arne:
[1:24:13] Also wenn man mein Gesicht jetzt sehen könnte, würde man sich glaube ich sehr amüsieren. Da ich ja sämtliche Auseinandersätze mit Hollywood komplett eingestellt habe, war mir das alles auch nicht bewusst und sie schrecken vor nichts zurück. Was anderes kann man da glaube ich nicht mehr zu sagen.

Christian:
[1:24:31] Ja, und er auch nicht. Also ich habe den Flash-Film gesehen, der ist auf vielen Ebenen sehr furchtbar, den werden wir auch noch hier auseinandernehmen müssen auf jeden Fall, aber er hatte auch Bock drauf und das war so, also ich kann mich auch noch erinnern an Filmplakate in Berlin, das war eigentlich eher Batman und Flash auf den Plakaten, das hat man auch echt groß gemacht, das hat man sehr durchgenudelt. Das war ein riesen Ding der Film halt nicht also der Film ist nämlich gefloppt aber, also das ist halt dann auch wieder fantastisch so die Ironie der Geschichte dass er das dann auch durchzieht war.

Arne:
[1:25:12] Nicht 23 schon der Batman Film mit Robert Pattinson raus.

Christian:
[1:25:18] Ich glaube der war sogar 22 raus.

Arne:
[1:25:23] Die haben auch keine Ahnung mehr, was sie da tun, oder?

Christian:
[1:25:26] Ja, doch. Aber bis wir da ankommen, wird es auch noch dauern.

Arne:
[1:25:35] Da wird es noch lustig, sagst du.

Christian:
[1:25:36] Ja, der Flash-Film, das ist schon echt ein Brocken. Das ist vor allen Dingen ein Film hier für diesen Podcast. Der versucht sehr, sehr viel. Aber das werden wir dann in zehn Jahren wahrscheinlich auch.

Arne:
[1:25:49] Oh, geil. Ich gucke mir hier gerade mal. also haben sie, ich sehe hier auch jeden, den man sich hier irgendwie vorstellen kann im Cast, also auch George Clooney als Batman und so weiter, da haben sie mal richtig die Dimensionen aufgemacht.

Christian:
[1:26:10] Ja Ich glaube, du wirst glaube ich echt Freude haben mit dem Film Mach am besten das Tab wieder zu und vergiss alles, was du gesehen hast, weil der Film lebt auch wirklich Also, naja.

Arne:
[1:26:24] Blitzdingsen sie mich. So, also ich habe nichts mehr zu sagen. Als Meta-Ausflug für das, was wir hier tun, durchaus interessant. Und ansonsten ist, glaube ich, erst mal alles gesagt.

Christian:
[1:26:39] Geht mir ähnlich. Also der macht mir in diesem Kontext mehr Spaß als ohne. Also ohne diese ganzen, ohne diesen Hut auf dem Kopf hätte ich weitaus weniger Spaß bei dem Film gehabt. Deswegen ist das vielleicht auch eine Idee der Lesart. Also wenn ihr den nochmal gucken müsst, dann versucht das Ganze mal hier als Superheilend-Film zu schauen. Dann hat man da vielleicht ein bisschen mehr Spaß.

Arne:
[1:27:10] Naja, das ist ja gerade das Tragische. Die meisten Leute haben ja unendlich viel Spaß damit, auch ohne die Superhelden-Ebene.

Nächste Sendung: Avengers: Age of Ultron [2015]

Christian:
[1:27:17] Es ist halt, wir haben ja keine Ahnung von Kunst, muss man einfach dazu sagen. So und deshalb werden wir in der nächsten Sendung auch sehr kunstvoll, arthausig und feingeistig über eine kleine Perle in diesem Superhelden-Genre sprechen. Die da heißt Avengers Age of Ultron.

Arne:
[1:27:36] Das erste Loch in den Rumpf ist geschlagen. Das Jahr 2015 wird aufgemacht. Ja, wundervoll. Habe ich damals mit ganz viel Wohlwollen, glaube ich, noch mit 4 von 10 bewertet. Das wird ein Spaß.

Christian:
[1:27:54] Ich finde den ja gar nicht so schlecht.

Arne:
[1:27:56] Besonders diese 30-minütige, vollkommen sinnlose Hulkbuster-Actionszene ist ein ganz großes Highlight. Aber da werden wir dann nächstes Mal zukommen.

Christian:
[1:28:05] Ich denke auch. In diesem Sinne, kommen Sie gut nach Hause. Bis dahin. Tschüss.

Arne:
[1:28:10] Sie auch. Vielen Dank. Bis bald. Ciao, ciao.