Superhero Unit #54 – Iron Man 3 [2013]

Artist: Superhero Unit Studios
Album: Superhero Unit
Year: 2024
URL: http://superherounit.de/

Transcript

Arne:
[0:00] Zack, ich habe einmal den Unterarm zur Seite gestreckt und mir fliegt ein Aufnahmebutton zu.

Christian:
[0:08] Jetzt musst du noch richtig schön sexy die Hüften schwingen und dann fliegt dein Schrittteil auch noch dir hoffentlich sanft genug in den Schritt.

Arne:
[0:19] Wenn nicht genügend Trash-Talk-Plapperer dabei, dann kriegen wir das vielleicht hin.

Christian:
[0:24] Sehr gut, aber pass bloß auf die Maske auf, die muss nämlich ganz behutsam. Oder du fängst sie natürlich mit einem Salto in der Luft und landest halt heroisch auf dem Boden. Das kannst du ja aussuchen.

Arne:
[0:35] Möglich ist alles.

Christian:
[0:37] Sanft oder sorgfältig.

Arne:
[0:40] Genau, fest oder flauschig, sanft oder sorgfältig, geht beides.

Christian:
[0:45] Herzlich willkommen an dieser Stelle, lieber Arne.

Arne:
[0:48] Hallo Christian, how is life?

Christian:
[0:51] Yes, it is very, wie soll man sagen, multiplicated oder so.

Arne:
[1:01] Multiversicated.

Christian:
[1:02] Multiversicated und multipliziert. Ich stecke mitten in einer Identitätskrise. Ich frage mich, wer ich bin und wenn ja, wie viele oder so ähnlich.

Arne:
[1:15] Boah, hier wird ja alles gequotet.

Christian:
[1:17] Ja.

Arne:
[1:18] Er ist der Böhmi, der Precht, wo soll das noch hinführen?

Christian:
[1:22] Ich schiebe es auf die Cola, die ich getrunken habe. Ich bin müde und überdreht zugleich. Das ist die Beste.

Arne:
[1:28] Also müde kann ich matchen. Wir haben ja eben im Vorgespräch schon festgestellt, nicht nur Tony Stark hat Episoden mit kleinen Kindern, die unerwartet auftreten. Auch ich vor der Aufnahme. Ich habe es dann mit Zitroneneis noch abklingen lassen. Bei dir ist es eine Fritz-Cola gewesen, glaube ich. Droge der Wahl, wie das bei den Flimmerfreunden immer so schön hieß früher.

Christian:
[1:49] Genau das.

Arne:
[1:51] Meine Droge der Wahl ist jetzt alle. Aber Eis, das passt ja. Eis und Schnee, da wo die fliegenden Roboter-Suits stranden, wenn die KI malfunctioned und dann aber vielleicht doch nicht so malfunctioned hat. Worüber reden wir hier?

Christian:
[2:08] Wir reden über Iron Man 3, über Robert Downey Jr., natürlich in der Rolle, über Shane Black, werden wir auch sprechen. Und wir sind, was ich jetzt auch gerade merke, bei deinem Intro ja eigentlich auch perfekt in der Vorweihnachtszeit mit dem Film zur Vorweihnachtszeit. Also Shane Black und Weihnachten ist ja irgendwie so ein durchgehendes Motiv.

Arne:
[2:32] Ja, irgendwie habe ich da auch so ein Theme erkannt. Das hatte ich überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Das Iron Man 3, den ich damals einmal gesehen hatte. Tatsächlich sogar noch im Kino. Ich weiß auch gar nicht mehr, was mich dazu geritten hat. Da hatten sie dich mit, ja. Ich würde gar nicht mal sagen, dass sie mich noch groß hatten, aber es war so, das war die Zeit, ich glaube, da habe ich das erste Jahr in Hannover gewohnt und es war irgendwie noch total unüblich, obwohl das eine verhältnismäßig große Stadt ist, dass es O-Ton-Kino-Vorstellungen gibt. Und ich habe dann, ja, ich hatte glaube ich letztes Mal auch schon erwähnt, da gab es mal so eine Zeit, da habe ich das ein bisschen zu ernst genommen mit diesem O-Ton und habe dann, also ich hatte Bock auf Kino, habe glaube ich eher Filme, auf die ich nur so mittel Bock hatte, wenn die im Original liefen, lieber geguckt als Filme, auf die ich richtig Bock hatte, wenn die in Synchro liefen. Ja, muss man nicht verstehen. Auf jeden Fall hat mich das dann dazu bewogen, damals in der regulären Kino-Auswertung auch Iron Man 3 zu sehen. Und dass es irgendwie winterlich ist, wusste ich noch. So bei so einem Sommer-Blockbuster fühlt sich das ja immer sehr passend an. Aber Weihnachten hatte ich nicht mehr drauf.

Christian:
[3:52] Wie bist du denn jetzt so in diese Sichtung und auch in diese Diskussion irgendwie gegangen? Also wir versuchen ja immer auch nochmal abzuklopfen, was sind so unsere Erwartungen im Vorfeld gewesen an den Film für diese Genre-Besprechung, die wir hier vorhaben, für diesen Kanon, den wir hier aufstellen wollen. Hattest du da irgendwelche Gefühle oder Stichworte parat zu Iron Man 3?

Arne:
[4:17] Zumindest die Erinnerung, dass er inhaltlich, drehbuchseitig und in seinen Story-Arcs etwas Ungewöhnliches, also meine Erinnerung an das, was da passiert, sagte mir, das ist erstmal gemessen daran, was wir im Superhelden-Genre bisher zu kennen, vielleicht etwas Ungewöhnliches, was eben so bezüglich des Innenlebens der Hauptfigur hier, Ich hätte jetzt im Vorfeld gesagt, beleuchtet wird, das würde ich jetzt vielleicht nicht mehr so formulieren, aber zumindest angesprochen wird.

Arne:
[4:54] Und du hast ja vorhin, ich weiß nicht, ob wir schon auf Aufnahme gedrückt hatten, den Namen Shane Black schon mal fallen lassen. Das hatte ich auch total vergessen, dass der damit zu tun hatte. Der ja irgendwie lange, so in nicht sonderlich großen Rollen.

Arne:
[5:16] Kleinere Schauspielintermezzos hatte, aber eben vor allem auch als Drehbuchautor bekannt war. Unter anderem dann für diesen Film ja hier mit und sein Regiedebüt Kiss Kiss Bang Bang ja auch schon mit Robert Downey Jr. zehn Jahre oder was früher. Und so ein paar Sachen, die halt schon cool sind. Irgendwie Lethal Weapon und Last Boy Scout und also viel so auch so dieses Buddy-Movie-Ding. Das hat er dann nach Iron Man 3 mit den Nice Guys nochmal weitergemacht und so, durchgezogen hat. Und zu dem ich aber auch so gespaltener Meinung bin. Ich glaube, ich würde also heutzutage definitiv noch gespaltener als damals, weil er seitdem halt auch so ein Rotz, wie beispielsweise diesen Predator-Upgrade gedreht hat. Naja, also ich war, lange Rede, kurzer Sinn, zumindest noch so von mildem Interesse, wie das so hält, an das ich mich erinnere. Aber auch mit einer gewissen Sorge, weil soweit ich mich weiß, war das damals so der letzte Marvel-MCU-Film, der mich schon irgendwie noch einigermaßen unterhalten hat und dann ging es bergab und ob er das halt hält dann geht.

Christian:
[6:33] Es doch noch bergab, aber naja später.

Arne:
[6:36] Ja, mit solchen Granaten wie Thor 2 Ausnahmen bestätigen die Regeln also ja.

Christian:
[6:43] Okay, ja ich frage natürlich auch so ein bisschen, weil ich mir auch das ein oder andere Stichwort aufgeschrieben habe ich selber kriege das gar nicht mehr zusammen, wann wie ich diesen Film das erste Mal, wo überhaupt gesehen habe. Ich glaube, ich weiß gar nicht, ob ich den überhaupt im Kino geguckt habe. Ich habe wirklich keine Ahnung mehr.

Christian:
[7:04] Aber bedeutsam ist der Film ja eben auch, weil er der erste MCU-Film nach den Avengers ist, was wir auch sehr deutlich hier sehen, so in der Story und in der Verhandlung.

Christian:
[7:16] Aber da...

Christian:
[7:19] Ja, also das erste Mal würde ich sagen, dass im MCU so eine doppelte Fortsetzung stattfindet. Also es ist der dritte Teil von Iron Man, aber es ist ja eigentlich auch der direkte Nachfolger zu den Avengers. Und hier bringt der Film ja so beide, ich würde nicht sagen Franchises, aber beide Ebenen ja zusammen, so in dieser Figur Tony Stark. Und was ich auch noch spannend finde und vielleicht auch noch gleich ein bisschen diskutieren will, sind so diese Überlegungen aus unserer letzten Episode zu The Dark Knight Rises, wo es in mir immer noch so ein bisschen nachhalt, weil mich das ein bisschen überrascht hat, wie sehr wir auch über diesen Trilogie-Aspekt gesprochen haben. Und eben auch so, ja gesagt haben, so Nolan, der Auteur in dem Genre, der halt auch seine Figur zu Ende erzählen darf. Und der ja auch ein definitives Ende für seine Figur in The Dark Knight Rises erzählt hat. So und ich weiß nicht, ob man das ja auch irgendwie sagen kann oder also das war jetzt ja glaube ich nicht der Plan, aber es ist zumindest auch irgendwie ein dritter Teil, ein Ende, das Ende der Iron Man Trilogie und ja, danach kommt noch mehr mit ihm. Aber unter diesem Aspekt von in der Sendung davor sehen wir das Ende von Batman und hier sehen wir naja das dritte Mal Tony Stark, das dritte Mal Iron Man, geht hier was zu Ende oder nicht darf hier was zu Ende gehen ist so ein bisschen meine Frage.

Arne:
[8:46] Das ist eine spannende Frage. Speziell, das springt natürlich jetzt direkt ganz ans Ende, aber weil der Film sich so in den letzten drei, vier Minuten auch so richtig krass nach Abschluss einer Trilogie im Sinne auch von der Entwicklung einer Figur anfühlt. Und da aber da so einen ganz seltsamen Spagat macht, weil auf der einen Seite will er irgendwie eine Trilogie abschließen, die aber im Grunde ja auch schon keine mehr ist, weil durch diesen Crossover-Event Avengers mittendrin, du ja schon den Tony Stark aus Iron-Man-Filmen überhaupt nicht mehr isoliert betrachten kannst und dann ist es wirklich so, also literally dieses unsere, gereifte und an sich gewachsene Hauptfigur fährt in den Sonnenuntergang, fade to black und dann Tony Stark will return. Also da ist so, jetzt ist Ende hier und übrigens ist es nicht Ende, so in zwei Sekunden aufeinander folgend abgehandelt, das ist schon sehr, sehr kurios. Ich glaube aber schon, dass zumindest wir hatten ja vorher nicht Shane Black hier für Drehbuch und Regie verantwortlich, war das, ich weiß es überhaupt nicht mehr, war das beides hier, der Jon Favreau?

Christian:
[10:11] Jon Favreau hat Regie geführt.

Arne:
[10:14] Bei 1 und 2, ne?

Christian:
[10:16] Bei den Iron Man 1 und 2, genau. Das ist ja auch jetzt besonders, ne, dass halt eben Jon Favreau nicht mehr Regie führt, der ja sehr, maßgebend auch bei den Iron Man Filmen, was so Tonesetting anging und ne, also gerade der erste Iron Man hat ja das ganze MCU später aufgebaut. Sehr grundlegende Arbeit geleistet hat und jetzt ist Shane Black hier eben dabei.

Arne:
[10:37] Ja und das ist ganz interessant, ich finde schon, dass Shane Black, der ja in seinen Drehbüchern schon so diesen, Locker, plapperigen Humor, immer mit so einem, finde ich, bisschen zu sehr dem einen Fuß in so einer bemühten Edginess und auch in so einem leichten Zynismus, gerade so bei den Gewaltmomenten, die er schreibt und inszeniert und so bei der Art und Weise, wie seine Helden, nenne ich es jetzt mal, in seinen Filmen so auf die Welt gucken. Da ist ja auch immer schon so ein, ich nenne es mal so ein edgiger Zynismus mit drin. Das passt ja schon irgendwie ein bisschen auf diese Tony Stark Figur und ich finde schon, er schafft so skriptseitig ganz gut an diesen ursprünglichen Ton anzuknüpfen. Das ist ja eben auch wieder was, auch da fällt an Avengers als der Teamfilm raus der halt von anderen Leuten geschrieben, inszeniert ist, wo jede Figur so ihre limitierte Zeit nur hatte, insgesamt trifft Shane Black, also mit Drew Pierce gemeinsam hat er das Drehbuch geschrieben, das ist eigentlich ein Synonym für Guy Pierce, ich weiß es nicht.

Christian:
[11:51] Das wäre ja nur ein halbes Synonym aber nee, nee, das ist niemand anders Stimmt.

Arne:
[11:55] Das ist jemand anders, stimmt. Ah ja, so großartige Sachen wie Hotel Artemis geschrieben. Gut, das sagt schon vieles. Naja, also die treffen das ganz gut, den Ton zu finden, der ja eben auch maßgeblich über die Hauptfigur immer bestimmt war. Und die Art und Weise, wie Shane Black Humor schreibt und wie seine Protagonisten schon immer so agiert haben, passt da ganz gut zu. Auf der anderen Seite kann man natürlich sagen, Der Tony Stark von Anfang Iron Man 1 hatte sich selbst ja schon, also er hat natürlich diese Selbstverliebtheit und dieses großspurige Auftreten und immer im Mittelpunkt stehen wollen, sich behalten, aber so dieses Arschloch-mäßige, Zynische hatte er ja eigentlich ein bisschen hinter sich gelassen und da finde ich es fast ein bisschen inkonsistent teilweise, wie es geschrieben ist, weil er doch immer wieder im Moment relativ stark auf diese Arschloch-Momente wieder zurückfällt, obwohl er eigentlich davon ja geläutert sein sollte, aber vielleicht überinterpretiere ich das auch ein bisschen. Ich bin mir in vielen Aspekten noch nicht so richtig sicher, was ich von dem Film jetzt eigentlich halte. Müssen die ZuhörerInnen hier in meinem Stream of Conscious folgen, wie ich selber meine Meinung erstmal finde mit dir gemeinsam.

Christian:
[13:21] Sehr gut, wir machen das wie im Film, wir machen die Therapiesitzung, Let me be your Dr. Bruce Banner oder hast du gar nicht mehr über die Credits hinweg geguckt?

Arne:
[13:30] Ja doch, da spule ich dann natürlich hin. Ach so, sehr gut.

Christian:
[13:33] Also lehn dich zurück, wir versuchen das mal rauszuarbeiten. Ich mache noch einen Punkt, ich versuche immer den Film in einem Satz zusammenzufassen und das ist auch ein Stichwortgeber so für motivische Arbeit, glaube ich, hier in dem Film, die sehr zentral ist. Also der Film in einem Satz ist jetzt ein bisschen schwierig, weil der niedergeschrieben mehr funktioniert als ausgesprochen. Aber Tony Stark ist Iron Man, aber Man halt im Plural.

Arne:
[14:07] Iron Man.

Christian:
[14:08] Iron Man, ja. Weil darum geht es ja auch in dem Film. So dieses ganze You know who I am ist ein Satz, der öfter fällt. I am Iron Man ist ein Satz, der am Ende auch nochmal wieder fällt. Also ja klar, wir werden den Film auch spoilern. Also, äh, äh, ja, seid gewarnt, aber who cares, ähm.

Christian:
[14:31] Und dieses, also ich habe irgendwann mal, ich weiß gar nicht mehr, ich glaube noch im Studium der Medienwissenschaft oder irgendwo, habe ich mich auch mal an einem Film versucht, mit einem Aufsatz unter dem Thema so Identität in Iron Man 3. Also weil dieses Motiv von, also Tony ist ja auf der Suche nach sich selbst in dem Film. So, Tony ist ja irgendwie verloren, ist in sich unsicher, er leidet unter Schlafmangel, PTSD, diese ganze Geschichte aus dem Avengers-Film, was wir ja gesehen haben, wie er da durch dieses Wurmloch geflogen ist und die Alien-Armee mit einer Atombombe irgendwie bewirft und dabei dann ja zurück auf die Erde fällt. Also Tony hat gesehen, was da so am Ende des Wurmlochs noch wartet. Und auch so ein bisschen vielleicht so metaphorisch gesprochen, Tony hat gesehen, was in diesem Universum, zwinker, zwinker, Marvel-Universum, halt eben außerhalb der Erde noch so los sein kann. und.

Christian:
[15:40] Ich glaube, dass das also das ist eine ganz deutliche Sache, die ihn da eben verfolgt, so und das wirft ihn halt erstmal, also diese gewonnene Sicherheit, I am Iron Man aus dem ersten Film die im zweiten Iron Man Film ja auch wieder so untergraben wird, so Demon in a Bottle ist ja dieses Motiv gewesen, also was ist, wenn Tony da eben zu überheblich und zum Alkohol greift und so Und jetzt im dritten Film haben wir halt noch mehr eigentlich diese Verunsicherung in diesem Satz. So, I am Iron Man kann ja eben auch etwas Unsicheres irgendwie bedeuten, wenn er in Wirklichkeit irgendwie einfach nur so eine Metallhülle ist. So, wer ist denn noch der Mensch da drin? So, wer ist denn dieses I in diesem Satz? So, und das sucht er halt eben ganz stark. Er ist verunsichert, er ist verängstigt, er sorgt sich ganz stark um Pepper, weil er eben gesehen hat, da draußen ist etwas außerhalb meiner Kontrolle, außerhalb meiner Mittel und Fähigkeiten, weil das geht nur mit diesem grünen Wutmonster neben mir und mit dem hammerschwingenden Gott von einem anderen Planeten auf der anderen Seite neben mir. Und ich bin ja nur der Dude in einem Metallanzug, der zwar ziemlich gut mit dem Schraubenzieher umgehen kann, aber wenn es halt so wirklich hart auf hart kommt, ist da draußen halt etwas, was ich gar nicht, also wofür ich halt zu wenig bin.

Christian:
[17:03] Und das ist ja so dieses zentrale Motiv. Und daraufhin fängt er ja an, diese multiplen Dinger zu bauen.

Christian:
[17:12] Also diese verschiedenen Iron Man-Varianten, sagte er selber auch, er kann nicht schlafen und wenn er nicht schlafen kann, dann sitzt er in der Werkstatt und bastelt da an irgendwas rum und bastelt halt auch an Prototypen rum, die vielleicht so für eine Sache oder für eine Idee oder für ein Angstmotiv irgendwie zentral sein könnten zur Lösung. Und das verfolgt ihn ja eigentlich so irgendwie auch durch den ganzen Film diese Unsicherheit in sich selbst diese Sinnsuche diese Frage, wer bin ich eigentlich wenn mir auch dieser Anzug weggenommen wird weil er eben jetzt gerade nicht funktioniert oder weil eben mein Gegenüber dieser Mandarin der da auftritt und ja eigentlich so eine wie sagt man, so ein Mashup der verschiedensten Post 9-11 Ängste der USA irgendwie sind, so alles mögliche was irgendwie so unter Terrorismus läuft, so in einer Person. Also da hilft auch irgendwie dein Metallanzug wenig, wenn der halt irgendwie durch die Welt mordet und sozusagen Terror verbreitet. Da hilft dein Raketenanzug, so hilft da auch nichts gegen ein Gefühl von Terror. Und all das wirft ihn in eine Unsicherheit und in eine Sinnsuche.

Christian:
[18:24] Die eigentlich die Fortführung aus diesen Iron-Man-Filmen sind und auch die Fortführung aus dem Avengers-Film ist. Und das wäre jetzt so meine Frage oder meine These ja eigentlich also auch eine konsequente Fortführung dieser Erzählung ist, aber irgendwie, ja, sich irgendwie so anfühlt, als ob wir das vielleicht auch schon alles irgendwie mal gemacht haben. Oder? Also diese Sinnsuche ist ja irgendwie auch das, was der erste Film ausgemacht hat.

Arne:
[18:52] Ja schon, aber auf eine andere Art und Weise. Also wenn du das vergleichst, im ersten Film haben wir ja so den Philanthropist, Billionaire, ultra arrogantes Arschloch, ist zu allen so scheiße, wie es überhaupt nur geht und lernt ein bisschen was über Menschlichkeit und über den Wert des Miteeinanders im Laufe des Films. Das passt und ich finde nicht, dass hier das wieder passiert sondern in dem Film jetzt ist er ja eigentlich an dem Punkt, dass er viel erlebt hat, dass er, also ein lebenswertes Szenario auf der einen Seite mit seiner Beziehung zu Pepper Potts gefunden hat und da.

Arne:
[19:36] Sesshaft und niedergelassen geworden ist ruhiger geworden ist anscheinend nach der, nach dieser ganzen New York-Aktion das Iron Man-Ding ja auch erstmal eher wie so, das wird ja auch sogar explizit als Hobby, dann immer so augenzwinkert bezeichnet betreibt und da so wie ein Autofreak halt jetzt an seinen Iron Man-Suits, die eben hier auch so schon erwähnt ist, rumschraubst. Also ist er so jetzt, das ist ja auch der erste Satz, we create our own demons im Film, dass er jetzt eher so der geläuterte, Typ ist, der der schon einen Preis für das zahlt, was ihm auf dem Weg alles so begegnet ist und denen dann die Vergangenheit wieder einholt. Also es mag sich erstmal ähnlich anfühlen. Ich glaube, das ist auch vom Setup ein bisschen anders, weil es eben, also da liegt es in den Feinheiten vielleicht noch der Unterschied. Und da, finde ich, ist der Film dann eben auch konsequent.

Arne:
[20:34] In seinem Ansatz eben Tony Stark hier an der Stelle seines Lebens zu zeigen, wo er eben auch unter den Ereignissen als Iron Man schon zu kämpfen hat und strauchelt. Diese ganze PTSD-Geschichte und Panikattacken und so weiter hast du ja schon angesprochen. Ich finde, es wird ja mittlerweile erwartet, dass man alles vorher gesehen hat und dass man sich auch so seinen Teil denkt. Ich finde es trotzdem ein bisschen unterentwickelt. Es ist aber schon irgendwie ganz gut, dass das drin ist, weil, was der Film jetzt über die ersten beiden hinaus macht, weswegen ich eben schon finde, dass er vom Ansatz her zumindest vielleicht ein bisschen frischer definitiv als das Iron Man 2 Sequel ist, was sehr, sehr wenige Dinge anders macht als der erste, ist, dass er eben diese Frage stellt, was ist denn Iron Man eigentlich? Und das passt ganz schön in unser Format hier rein, gerade wenn man sich so mit den Superhelden-Aspekten stärker auseinandersetzen will, als mit vielleicht der generellen filmischen Qualität, weil...

Arne:
[21:40] Dadurch, dass wir Tony Stark ja einen Großteil des Filmes fast als Privatperson, die vielleicht mal mit einem Iron Man Handschuh oder mal mit einem Iron Man Boot ausgestattet ist, aber im Grunde genommen einmal richtig kassiert und dann ist diese ganze Technik, die ihn, Fragezeichen, vermeintlich zum Superheld gemacht hat, erstmal nur ein Haufen Schrott und er muss alleine klarkommen. Also diese Frage, was ist denn eigentlich Iron Man? Wird so aus zwei Richtungen beleuchtet. Also ist es der Suit oder ist es die Person? Die Person dackelt hier größtenteils ohne Suit rum.

Christian:
[22:17] Und die Suits ohne Person am Ende.

Arne:
[22:19] Und die Suits ohne Person und dann teilweise eben auch partiell oder sogar ganz mal zeitweise mit anderen Menschen in der Suit drin, wo man eben formell sagen könnte, naja, ein Mensch mit der Suit ist das nicht Iron Man? Also ich finde, da stellt schon so das Skript ganz clever die Frage, was ist denn Iron Man eigentlich? Funktioniert die Suit ohne den Menschen und der Mensch ohne die Suit? Und ich finde so in der Konklusio ist das Pendel relativ stark auf der Seite, dass man eben sagen würde, Es funktioniert eben nur, weil genau Tony Stark, wirklich genau der Mensch Tony Stark und auch nur der Mensch Tony Stark in den Suits, die eben genau dieser Mensch mit seinem comichaft brillanten Über-Science-Engineering-Brain gebaut hat, dann eben auch drinsteckt. Also ich finde so diese Fragestellung gerade weil wir eben so wenig Iron Man wirklich als Iron Man sehen, stellt der Film an sich ganz interessant.

Christian:
[23:18] Bin ich auch voll bei dir, also, ich musste gerade an Captain America denken, ich muss oft an Captain America denken, aber ich musste gerade an die Szene aus dem Avengers Film denken und wir sind jetzt gerade, wir sind Iron Man 3 ist der erste Film in Phase 2 des MCU und, Diese technische Unterteilung wird nach hinten raus eigentlich auch immer unwichtiger, aber es ist schon spannend, weil es ist so, also hier passiert viel. Wir sind jetzt auch mit der Phase 2, wir haben einen Vorbau und jetzt beginnt das MCU in beide Richtungen zu arbeiten. Das ist so spannend. Also Dinge, die hier passieren, die können zurückgreifen auf das, was vorher passiert ist und die können vorarbeiten auf das, was später noch passieren wird. Und hier ist es nämlich der Fall, weil ich erinnere mich an das Zitat aus dem Film davor, aus dem Avengers-Film, wo Captain America, Steve Rogers, genau das ja zu Tony Stark sagt auf dem Schiff. so, nimm doch mal hier dein Spielzeugdinger weg, was bleibt denn da noch übrig? Und Tony antwortet ja so schnippisch so, ja, Billionär, Philanthropist, Playboy, also, ne, so, da steckt noch eine ganze Menge drin.

Arne:
[24:28] Da hab ich grad die Namen her, okay, irgendwo kam es als Zitat her, ich wusste nicht mehr nur genau, wo.

Christian:
[24:34] Genau da ist das, so, und also das ist eben so toll, dass jetzt dieser Film, ein Film später sozusagen diesen, diesen ja wirklich auch wichtigen Dialog, also diese wichtige Frage, jetzt halt wirklich mal so in zwei Stunden so ein bisschen.

Christian:
[24:49] Ausphilosophieren kann. Und du hast vollkommen recht und das macht den Film für mich doch so spannend. Also der erste Iron Man hat ja schon auch sehr frisch für das Genre gesagt, so wir scheißen auf diese Geheimidentität nun mal. Ja, hier diese Masken sind halt eher so pragmatischer Natur. So hier geht es nicht darum, zu verheimlichen, wer wir irgendwie sind. So wir müssen nicht mit irgendwie Doppelrollen und Dreiecks Beziehungen irgendwie arbeiten oder so, sondern wir spielen ja gleich mit offenen Karten. Ja, I am Iron Man ist ja der Ersatz des ersten Filmes gewesen. So. Und trotzdem heißt das ja noch lange nicht, dass das, dass diese, diese, diese, ähm, das Fehlen von Geheimidentität heißt nicht, dass es nicht trotzdem um die Frage nach Identität in diesen Geschichten halt gehen kann. Und genau darum geht es halt eben hier, obwohl jeder weiß, dass Tony Stark Iron Man ist, ist die zentrale Frage des Filmes, wer ist Tony Stark? Und wer ist Tony Stark als Iron Man? Und das finde ich halt auch gut gemacht. Das ist für mich, also ich finde das toll, dass der eben diese Linie so durchzieht. Ich erinnere mich noch an eine Diskussion, die wir in der Second Unit geführt hatten mit Lara, zusammen als wir Endgame besprochen haben. Also da springe ich schon mal ein bisschen weiter in spätere Filme. Eine Sache, die wir vielleicht so ein bisschen mitnehmen können für spätere Beobachtungen bei Lara sagte, zum Beispiel, dass bei Thor in dem Film, dass sie das Gefühl hatte, dass halt.

Christian:
[26:16] Thor erneut gelernt hat, was er eigentlich schon in den Filmen davor gelernt hat. Und vielleicht könnte man dieses Erzählen in so Zirkelstrukturen vielleicht manchmal einmal mehr wiederholen, weil wir jetzt von einem Thor-Film in einen Avengers-Film springen, dass die Figur sozusagen noch einmal die gleichen Lektionen irgendwie machen muss, die sie vorher schon gemacht hat. Oder aber, also stimmt doch, oder aber gibt es bei dem erneuten Durchlaufen eines Zirkels nicht auch Veränderungen in den Nuancen, sodass es nicht exakt die gleiche Lektion ist, sondern dass es sozusagen, obwohl es sich erneut anfühlt, vielleicht auch eine neue Erkenntnis da drin irgendwie sein kann.

Arne:
[26:57] Das wäre ja das, was ich eben ausgeführt habe, dass eben also wir einmal, das Überkommen und hinter sich lassen der eigenen Arroganz und des eigenen Arschloch-Daseins haben und dann ist es eben nicht nochmal genau so hier, sondern hier ist es eher so, dass man die Spätfolgen dessen und die Früchte, die man vor Jahren gesät hat, dann im negativen Sinne erntet. Also es ist halt so was Zyklisches, ist aber eine leichte Abhandlung davon. Wo ich gerne aber noch was zu sagen möchte, weil das geht schon in die Richtung, du hast jetzt sehr viel auch so MCU-Charakteristiken schon angesprochen. Und was du meinst, dass so einzelne Sparks, die in früheren Filmen gesetzt wurden, jetzt hier dann eben vielleicht mal stärker nachverfolgt werden, Das ist auf jeden Fall, naja, das, was man in seriellem Erzählen tun sollte, dann auch wirklich umgesetzt. Das macht schon Sinn und ist auch cool. Ich merke aber hier erstmalig mit dem jetzt dann mittlerweile siebten, sechsten, siebten MCU-Film.

Christian:
[28:05] Sechster müsste das sein.

Arne:
[28:07] Stimmt. Zwei Iron Man Cap Hulk Thor Avengers siebter. Also im siebten Film, Dass erstmalig dann eben auch mein Hirn beginnt zu rattern, ob dieser Ansatz nicht beginnt auch ein bisschen gegen sich zu arbeiten und zumindest sich Fragen aufwerfen, die man so einfach sich nicht beantworten kann. Also bestes Beispiel, du hast eben auch gesagt, du musst oft an Cap denken. Ich musste tatsächlich in diesem Film auch an Cap denken, weil ich mich gefragt habe, wir sind hier in den USA, wir haben einen internationalen Terroristen, so das Feindbild der USA schlechthin in dieser gesamten Epoche der letzten 20 Jahre. Dieser Terrorist bedroht den Terroristen, bedroht die freiheitliche, demokratische Weltordnung, wie sie in den USA so auf dem Papier und als Lippenbekenntnis so hochgehalten wird. Wo ist denn Cap? Also wie kann ein Film wie Iron Man 3 mit all dem, was hier passiert, in dieser hypothetischen Welt des geteilten Universums zwischen all den Helden, die wir bis jetzt können, wie kann so ein Film stattfinden? Also ist es nicht schon regelrecht unglaubwürdig dass diese ganze Nummer nur von Iron Man alleine.

Arne:
[29:30] Durchgeführt wird und das ist so ein Engpass der auch ganz oft in Comics auftaucht wo ja also die Welten noch viel viel überladener sind so ich meine das Marvel Comic Universum in seinen zig regebooteten Iterationen die es da gab das ist ja immer so ein Universum was von 5, 6, 700 Superhelden und 500, 600, 700 super Schurken und dann ist es halt also total oft so in Comics, dass es wie so in einem Nebensatz so gesagt wird, ja die Avengers sind ja gerade in Galaxie, SU, 435 und kämpfen ja gegen Galaxus, die können uns jetzt gerade nicht helfen, ne? Wo man halt wirklich so Dully-Begründungen holen muss, weil einfach das, also so der du hast ja so eine Staffelung an Macht und an Mächtigkeit dieser einzelnen Helden und du kommst dann ja schon, also wie du eben gesagt hast.

Arne:
[30:21] Obwohl mich das auch wundert, weil ich fand Iron Man auch mit seiner Suit und seinen Raketen und seinen Blasts und eben dem Brain, was auch in dieser Suit drin steckt, fand ich immer schon sehr potent in der Bekämpfung von Schurken. Und ich habe so ein bisschen das Gefühl, vielleicht soll es auch uns zeigen, so he lost his temper for a while, sodass die Mandarinschergen ihn halt wirklich, also verhältnismäßig einfach mit so ein paar Raketenhubschraubern erstmal platt machen.

Arne:
[30:53] Das wirkt schon, naja, eigentlich dessen, wie wir Iron Man, der im Endeffekt in Avengers dann auch der war, der wirklich die Welt gerettet hat durch seine Aktion, wirkt schon gar nicht so ganz angemessen. Und ich will sagen, man kommt in so eine Bredouille, dass zum einen, man weiß, in dieser Welt existieren mehr Leute. Das wäre quasi jetzt ein gefundenes Fressen für die, Amerika gegen einen internationalen Terroristen zu verteidigen. Wo sind die jetzt? Warum sind die nicht da? Also warum dürfen die nur da sein, wenn Teamfilm vorne draufsteht? Also ich finde, das sind so Sachen, die diese Verisimilitude und dieses Eintauchen in den Filmen und einfach so über Suspension of Disbelief, nennt man es ja auch, kaufen, was da passiert und sich nicht ständig Fragen stellen über das, was da passiert, sehr stark beeinflussen. Und dann vor allem eben auch aus so einem High-Level-Blick, manches zumindest fragwürdig erscheinen lassen.

Christian:
[32:00] Ja, und den Fehler darf man halt nicht machen. Also das funktioniert für mich, also der Film lenkt mich sehr gut ab von diesen Momenten. Ich genieße dann eher halt diese kleinteiligen Momente. Also der Moment, wo die Hubschrauber einfach auf sein Haus zufliegen und die Raketen irgendwie losschießen und das Ding explodiert, Da darf man nicht lange drüber nachdenken. Punkt 1, Jarvis, kannst du vielleicht früher warnen? Wo ist Jarvis? Warum warnt Jarvis nicht in dem Moment? Warum muss da die Rebecca Hall auf dem Fernseher gucken und sagen, Moment mal, da kommt was auf uns zugeflogen? Punkt zwei, wo es irgendwie der super crazy Schutzschild, den Tony Stark gebaut hat, weil wenn er mit PTSD sich in seinem Keller einbuddelt und sagt, niemand darf meine Pepper anrühren, dann würde ich ja davon ausgehen, dass er vielleicht vorher auch nochmal irgendwie so das Ding absichert, was da irgendwie so an der Küste leicht einsehbar. Und also Suspension of Disbelief ist schon sehr, sehr wichtig bei diesem Film. Auch was du sagst, plus so, wo sind denn die anderen Superhelden, die vielleicht irgendwie auch mitmischen könnten und sollten. Das ist halt eine Sache, da bin ich mal gespannt, wie du das auch bei späteren Filmen machst.

Christian:
[33:22] Ich habe da halt nicht so das Problem mit, also ich kann mich da irgendwie leichter drauf einlassen und sagen, ja, die sind halt irgendwie mit irgendwas anderem beschäftigt. Also das muss der Film jetzt nicht allzu laut für mich aussprechen. Davon gehe ich dann in dem Moment mal aus, so. Das wird dann ja auch bei Captain America im Winter Soldier, also auch die gleiche Frage. Warum kommt nicht ein Mann einmal durch die Gegend geflogen und hilft mal kurz aus, so. Ich weiß nicht, also das...

Christian:
[33:50] Aber es ist auf jeden Fall ein Element, je größer jetzt dieses MCU auch wird und je mehr da reinkommt und je mehr Ebenen und je mehr Team-Ups wir auch sehen, ist halt immer so die Frage, wo bleibt der Rest und was passiert hier gerade und warum kann das so passieren, wie es passiert. Genau, ich wollte noch eine Sache nochmal zurück zu dieser Frage, so wer ist Tony Stark, wer ist Iron Man eigentlich? Ich finde das hier in dem Film auch ganz spannend, also ich finde Guy Pearce und diese ganze, wie hießen sie, AIM und diese Extremis-Geschichte finde ich schon sehr platt. So, da bricht für mich der Film auch ein bisschen auseinander, so, gegen Ende. Je mehr Laserstrahlen Guy Pearce als evil Bösewicht verschießt, desto schwächer wird für mich der Film. Aber ich finde es irgendwie interessant, dass das motivisch da auch wieder viel passiert, weil du hast ja einen Tony Stark, der sozusagen mit Intellekt, mit Kreativität und mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten und seinem Können seine Menschlichkeit, wenn man so will, oder sein Menschsein erweitert. Und das ist dann halt dieser Metallanzug um ihn herum und das ist halt diese Jarvis KI, also diese sehr technisch orientierten Möglichkeiten.

Christian:
[35:17] Den Mensch und den menschlichen Körper und das menschliche Wesen irgendwie zu erweitern. Und gegenüber hast du halt dann eben diesen Guy Pearce, der das Ganze auf so, ja, auch ähnliche Art und Weise, also wieder diese Spiegelung des Helden sozusagen haben wir hier, erinnere dich irgendwie so an diese Superman-Geschichten. So Zod und Superman können irgendwie das Gleiche, aber benutzen ihre Fähigkeiten für was anderes. So diese Spiegelung. Das haben wir hier auch so ein bisschen und Guy Pearce erweitert sich ja auch, erweitert ja sein eigenes Menschsein ja auch über die menschlichen Fähigkeiten hinweg, aber es hat halt so diesen Fantasy-Aspekt, der halt so in dieses, also er kann dann halt irgendwelche Laser schießen, so Tony braucht die Technik dazu und bei Guy Pearce ist das eher so dieses Fantasy-angehauchte, ja das ist irgendwas mit Genetik oder keine Ahnung was, aber das sieht halt.

Christian:
[36:13] Also das äußert sich optisch halt anders. Für Tony Stark ist es die Hülle, aus der er irgendwie heraustreten kann und dann ist er wieder Mensch und Guy Pearce bleibt halt dieser Mutant oder das ist auch das falsche Wort in dem Moment, aber beide sind irgendwie dabei, sich mit ihren Fähigkeiten sozusagen zu erweitern, dieses Human Enhancement, was da stattfindet. Das fand ich irgendwie interessant, dass es da auch, also das macht, also da haut der Film gar nicht so deutlich drauf, wie er es könnte, aber ich sehe da halt so eine Spiegelung und irgendwie auch wieder so ein Kommentar da drauf, dass eben der Weg von Tony halt der bessere ist und der Weg von Guy Pearce ist so eben der falsche Weg. Das macht er ja auch mit, also er injiziert das ja irgendwie auch bei Pepper und sie wird dann ja auch so übermenschlich, übernatürlich menschlich und das Erste, was Toni sagt, ist so, das holen wir aus dir wieder raus und dann bist du wieder du.

Christian:
[37:07] Das ist irgendwie, also fand ich nur interessant, dass wir da wieder mal diese Spiegelung haben und dass es eben ganz stark auch da um dieses zentrale Motiv geht, dass wer ist man eigentlich noch, wenn man diese, Ja, wenn man halt diese Iron Man auch irgendwie sein kann, wenn man diese Maschine irgendwie, wenn diese Maschine zu einem gehört. Bei Tony ist es ja auch dieses Ding, was ihm das Herz, also was ihn ja eigentlich erst überlebensfähig macht. Dieser Reaktor in seiner Brust, der diese ganzen Kleinteile aus seinem Herz raushält, daraus ist ja auch Iron Man erst entstanden. Das ist ja, da ist er ja noch körperlich mit verbunden irgendwie sozusagen. Das fand ich nur interessant, dass es da diese Spiegelung gibt zum Bösewichten, den ich sonst, wie gesagt, sehr platt finde.

Arne:
[37:55] Ja, ist er irgendwie auch. Ist mir in der Form gar nicht so aufgefallen, weil was du eben so zitiert hast aus den ganzen anderen Vertretern, sind immer so Villains, die wirklich eins zu eins die Spiegelungen sind.

Christian:
[38:09] Wie im ersten Iron Man, ne? Da war ein 1 zu 1 der größere Shoot.

Arne:
[38:13] War es der größere, genau. In Hulk ist es dann eben Abomination, was halt ein grauer Hulk ist mit noch mehr Muskeln. Und so zieht sich das ja eben weiter. Wenn man es so im übertragenen Sinne sieht, gibt es ja zumindest diese Der Willen ist Spiegelung des Helden-Thematik, die sich ja auch schon recht stark abgenutzt hat, irgendwie einen relativ interessanten Spin. Aber so dieser geslickte Typ, der zum mordenden Maskenterroristen mit Gottkomplex wird, weil er einmal in seinem Leben von Tony Stark zwei Stunden auf dem Dach versetzt wurde, von dem halt jeder Mensch weiß, dass er halt ein arroganter Penner ist, das ist schon irgendwie ziemlich cheap. Also da ist das gesamte, die Origin des Villains ist halt wirklich sehr, sehr dünne und dürftig.

Arne:
[39:09] Das ist eben, ich weiß, das sind so die Aspekte, die wir weniger hier in dem Format beleuchten wollen, aber da finde ich da krank, das Skript eben, was so diese Ausgegorenheit der Ideen betrifft, an ganz vielen Stellen, an ganz vielen Dingen. Ich habe das, du hast eben auch schon das Jahr so, Tony hat irgendwie die Mega-Technology am Start, ist auf alles abgesichert, hat irgendwie Surveillance auf der ganzen Welt, hängt irgendwie am Internet, kriegt alles mit so und Jarvis fällt dir das jetzt nicht auf, dass da gerade irgendwie die Kampfhelikopter auf meinen Loft zugeflogen kommen.

Arne:
[39:42] Da geht das los und dann hast du eben diese Origin des Villains, die total dünne ist und also man merkt an vielen Stellen, Shane Black, der schreibt irgendwie so, der hat also total heute auch noch, was in manchen Aspekten gut ist, weil es manchmal so eine naive Lockerheit hat, aber der hat so dieses 80er Jahre Be-Actioner-Writing, hat der irgendwie relativ stark so internalisiert, glaube ich. Ich meine, man muss sich angucken, was er so geschrieben hat in der Zeit. Und es waren jetzt nicht wirklich B-Movies, so Lethal Weapon oder Last Boy Scout oder sowas. Aber das sind schon so Sachen, die eben sehr stark so, auch wenn sie dann teilweise in den 90ern entstanden sind, so ein 80s-Vibe atmen und so bei Humor und One-Liner und Lockerheit oder eben auch so ein Umgang, der auch total an 80s-Action-Filme erinnert, wie zum Beispiel, sich dann Tony Stark zwischendurch in irgendwelchen Kämpfen eine UC schnappt und irgendwelche Guns da einfach wegholzt.

Arne:
[40:40] Das sind so Sachen, die fühlen sich so ein bisschen off an, finde ich. Ich habe da zig Sachen im Skript so entdeckt, die mir einfach so unausgegoren vorkommen, dass ich mir eben anfange, Fragen zu stellen. Diese ganze Nummer da mit Rebecca Halls Figur, alles auch in keinster Weise irgendwie nachvollziehbar. Also die moralische und, wie soll man sagen, irgendwie ...

Arne:
[41:13] Optimistische Wissenschaftlerin, die irgendwie zur Heilung von Krankheiten und so weiter die Welt verbessern will, so und weil sie halt kein Funding von Tony Stark kriegt, stieß sie sich halt so einem Typen, der irgendwie zum weltweiten Terrorist wird, an so, ja klar, das ist genau der Sinneswandel, den irgendwelche Leute, die ja eben für ihre Sache leben und eigentlich irgendwie was Gutes für die Menschheit bringen wollen, dann eben machen, so um ihr Projekt machen zu können. So, das ist klar. dann wird die Figur halt auch so völlig links liegen gelassen, so einfach mal schnell erschießen und das war's. Und da sind so viele Sachen drin, die einfach aus so einer, für mich schon nicht mehr Nitpicker-Perspektive unausgegoren sind, dass das auch auf die Aspekte zurückfällt, die von Tony Stark eben, also die um Tony Stark rum halt eben erzählt werden wollen und ich mich dann auch immer wieder zwischendurch frage, passt das irgendwie so.

Arne:
[42:12] Ja, es ist irgendwie insgesamt schwierig. Also die ganze Figur von Guy Pearce, da kamen wir da glaube ich gerade drauf, ist auch so ein Beispiel, das ist halt extrem dünne einfach und also so gemessen daran, was so, wenn man jetzt mal so einen kindlichen Sense of Wonder versucht in den Film mit reinzunehmen, was eben so diese ganze Tech-Gadget, Iron-Man-Suits, ferngesteuert über 850 Meilen irgendwie per Nanobot, Implantat abrufbar, dann mit Düsenantrieb zu einem geflogen kommen und so, das ist schon alles, das sind irgendwie coole Ideen und der Mandarin ist dann im Gegensatz dazu, also der wirkliche Mandarin, ist dann halt einfach super lame, so irgendwie die tickende, Feuerbombe, ich meine, es hat ganz viel ganz viel auch so dieses Motiv von, du hast die Terrorängste schon angesprochen, Suicide Bombing so irgendwie in den Superhelden und übernatürlichen Kontext überführt. Und man hat da eben irgendeine Superkraft bei den Schergen, Villains und Goons, dann eben auch die, also speziell auch um diese Bilder von Bombsides, Terroranschlag und so weiter, dann auch eben heraufbeschwören zu können in dem Film, dann dort implementiert. Aber das ist schon sehr underwhelming. Da gehe ich absolut mit.

Christian:
[43:38] Was ich dagegen richtig hart feiere, ist Ben Kingsley als Mandarin. Als, wie heißt er, Trevor Trevor Slettery.

Arne:
[43:53] Don't turn the face, I'm an actor. I'm an actor.

Christian:
[44:00] Großartig. Also ich weiß nicht, wie es dir ging. Ich weiß oder ich gehe davon aus, dass der Film Iron Man 3, der hat auch einiges abbekommen, als der damals irgendwie rauskam und irgendwie immer noch. Und es gibt, glaube ich, durchaus viele Leute, die den Film leidenschaftlich hassen und genau wegen dieses Twists in der Mitte des Filmes rund um die Figur von Ben Kingsley von The Mandarin. Ich liebe das absolut. Wie ist das bei dir?

Arne:
[44:31] Ich nicht ich würde jetzt auch nicht sagen, dass ich es hasse, aber, es lässt mich sehr kalt und also so der Moment, wo er eben das erste Mal auf Ben Kingsley hinter den Kulissen trifft, ist auch viel Humor in dem Film funktioniert für mich, der Humor wirklich überhaupt nicht, also es ist so eine unangenehme Fremdscham, die ich empfinde wenn ich dem zugucke, aber also nicht so im Sinne von, gut fremdschämisch geschrieben, sondern fuck ist das schlecht, ich empfinde da gerade echt Fremdscham für die, die das verbrochen haben. Art von Gefühl, die sich in mir breit macht. Also zwei Sachen würde ich halt bei dem Film sagen, die ich wirklich, unterirdisch schlecht finde und das ist einmal diese Van Kingsley Figur und einmal alles, was man irgendwie als Action bezeichnen könnte.

Christian:
[45:25] Jetzt kommt die steilen Thesen, jetzt geht's los. Jetzt bin ich wach.

Arne:
[45:29] Also, weiß ich nicht. Zu Ben Kingsley kann ich wirklich nicht viel sagen, außer, dass ich, um mal zu versuchen, 25 Jahre jünger zu wirken, einfach nur cringe.

Christian:
[45:45] Aber that's the point.

Arne:
[45:47] Ja, aber not in a good way. They didn't nail it. Naja, und bezüglich Action, Falls man das so nennen kann, das ist jetzt halt der absolute Anfang von vollkommen seelenloser, grau-braun-matschig aussehender Computergrütze. Und also gerade, ich finde es besonders fatal, weil wir, also ich meine, wir reden hier über den Metallmann. Metall, das hat Gewicht, das hat Härte, das hat Haptik, das muss knallen, da musst du einen Impact merken, wenn so ein Ding auf den Boden fliegt. Und also wir sind halt, ich finde so jegliche Action-Szenen, also speziell dann im Finale, als seine ganzen Suits angeflogen kommen und dann eben da so in wilden Choreografien auch wieder dazu denken, wir waren damals in der 3D-Hölle, also diese Choreografien, die mussten halt auch eben so, Kamera twistet sich 270 Grad und mit Querrotation einmal um den Pfeiler rum, Suits kommen um die Ecke geflogen, damit das alles in 3D halt geil ist.

Arne:
[46:57] So und das hat halt alles, also das wirkt für mich wirklich so, also wie so YouTube Compilations wenn so besonders schlechtes Ragdoll Kram aus irgendwelchen Games, wo so Körper das gab es so bei Skate 2 zum Beispiel, das dann wie so, ein nasser Fleischklumpen durch die Gegend fliegt, wenn der Skater da, aufs Maul geflogen ist, so erscheint mir das irgendwie, also ich, bin da auch extrem picky, weil ich einfach eine ganz, ganz große Abneigung gegen so Full-CGI-Computerspiel mäßige Action-Sequenzen habe und nicht, weil ich der Meinung mir sieht alles doof aus und so weiter. Man kann mit dem Computer viel machen, aber dieses kleine bisschen Physik, was immer nicht passt, das zerstört das für mich irgendwie komplett. Gerade bei dem Iron Man und seinen Iron Suits, da fehlt mir so völlig der Impact und deswegen lässt mich das irgendwie komplett kalt, was da passiert.

Christian:
[47:55] Ich gebe dir recht, was so das Finale angeht. Das ist alles ein bisschen überkandidelt so. Das ist auch eben so Guy Pearce, der da irgendwie seine Feuerstrahlen irgendwie aus den Händen und sonst wo her schießt. Dann die 42 Iron Man Suits, wie du sagst, die alle, sich nicht schwer und echt genug anfühlen. Da gehe ich auch noch ein bisschen mit. So, das ist okay. Ich mag an dem Film, aber diese Rettungsszene da mit der Air Force One, mit dem Flugzeug, finde ich fantastisch. Also das ist total super gemacht. Das ist für mich eigentlich auch so das Finale. Weil das halt noch viel mehr so in dem Moment und auch mit der Figur und aus der Figur heraus irgendwie alles besser funktioniert und das ist irgendwie nicht ganz so, hier geht es irgendwie wieder darum, dass der Bösewicht den Laserstrahl in den Himmel schießt und die ganze Welt untergehen soll, so ungefähr. Und also ich mag, wie der Film halt in diesen, ich sag mal, eher kleineren Momenten, charaktergetriebene Action irgendwie umsetzt.

Arne:
[49:05] Das würde ich bei der Szene auch betonen.

Christian:
[49:08] Dass Tony auch dieser, eben ohne Suit und mit seinen kleinen Gadgets da so sich in diesen, er ist ja auf der Suche nach dem Mandarin, in dieses Anwesen reinschleicht, so an den Schergen irgendwie vorbei und so ein bisschen einen auf James Bond macht, so ein Möchtegern-Agent irgendwie ist. Und dann ja auch da irgendwie geschnappt wird und dann sich aber eben da seinen reparierten Anzug, zurückholt, der aber eben so Stück für Stück kommt und dann ist es nur mal ein Handschuh und dann ist es noch mal ein Schuh und dann ist es irgendwie noch mal so das funktioniert für mich, also ich finde der Film geht sehr kreativ die meiste Zeit mit, Iron Man und auch mit dem Weglassen von Iron Man und Wegnehmen von Iron Man und dann wieder Teile hinzufügen und dann hat er ihnen wieder den Anzug, aber Prototyp und der kann noch nicht fliegen und so. Da sind ein paar nette Sachen dabei.

Arne:
[50:04] Da gehe ich so weit mit. Also die Air Force Szene, ich hatte in dem Film über weite Strecken immer wieder das Gefühl, auch so im Hinblick auf unsere Diskussionen hier, was sind eigentlich Superhelden und nicht einfach nur Helden, dass sich das ganze Setup und Tony Stark und seinen Ansatz und seinen Weg, den er hier geht, das ist eher wie so eine Charakter-Selbstfindung oder so ein Self-Reset als Story ist und sehr wenig superheldisch. Und auch in vielem, was dann kommt, wirkt es eher so, obwohl er gegen einen internationalen Terroristen dort angeht, der eben auch Leute umbringt und so weiter, als ob er eher so eine kleine persönliche Agenda verfolgt. Und in der Flugzeug-Airforce-Szene, da kommt dann viel stärker wieder so ein über den Dingen schwebender, Pun intended.

Arne:
[51:01] Iron Man und Superheld, dem es auch wirklich eben darum geht, nicht einfach hinzunehmen, dass da irgendwer abgeknallt wird und hier eben irgendjemand aus dem Flugzeug gerissen wird, weil man jetzt eben gerade den Willen schnappen und stellen will, sondern da werden dann eben auch Abstriche gemacht, da ist es eben erstmal wichtiger, die Leute, die dann ihren Tod stürzen, zu retten, als schnell genug hinter dem Mandarinen in der Suit herzukommen und sowas, also das hat mir irgendwie ganz gut gefallen und diese Ideen, die du ansprichst, die gefallen mir auch, also ich glaube, man kann da insgesamt sagen.

Arne:
[51:38] Von so einigen Fehltritten mal abgesehen, aber dass im Skript schon ein ganz guter Humor, der eben auch total gut auf diese Figur Tony Stark abgestimmt ist, dann eben drin steckt. Und sowas wie... Die Humormomente aus dem Spiel mit Technologie, ergo also Tony Starks Kreativität und seinen Einfällen raus, wie der Anflug kommt irgendwie aus Tennessee oder wo das war, oder Missouri, da nach Florida geflogen. Und da kommt er ein Stück für Stück an und dann wird eben aus dem, was man hat, was gemacht. Also die Szene hat mir auch ganz gut gefallen. Ich glaube, speziell so mit Action. ich kann immer so bei diesem ganzen Marvel oder Big Budget Hollywood Kram sagen je größer die Action Set Pieces werden, desto weniger gefallen sie mir und so zum Beispiel in dieser Basis, wo er dann da eben den Fake Mandarinen auch gestellt hat, das ist da findet auch Spiel mit Raum statt das sind eben kreative Ideen mit nur einem Handschuh und nur einem Boot, was man da eben erstmal machen kann, das geht irgendwie noch aber so dieser riesen dunkle CGI-Brei am Ende, da bin ich einfach völlig raus.

Christian:
[52:51] Jaja, da zeigt sich auch, also der Film im Guten schaffte es, finde ich, mit dieser, Formel oder mit diesen Erwartungen oder mit dem Genre, was wir hier besprechen, was sich irgendwie so durchzieht, was so das verbindende Element irgendwie aus diesen Film ist, wenn der Film damit spielt, wenn der Film damit.

Christian:
[53:21] Kreativ umgeht. Das ist ja, also, und das meine ich so mit diesen kleinen charaktergetriebenen Action-Momenten. Das finde ich dann zum Beispiel wieder im Finale auch so cool, wo er doch da irgendwie in seinem großen Kampf da mit Guy Pearce irgendwie so sein Prototyp Original da irgendwie, ranholt und man denkt so, ah, jetzt kommt irgendwie der großartige Moment, weil er kniet schon da und der Suit ist hinter ihm und jetzt fliegt irgendwie an ihn ran und er haut ihm eine rein und dann.

Christian:
[53:51] Ist der Suit, der Prototyp hier einfach nur ein bisschen zu doof, richtig die Entfernung abzuschätzen und knallt da irgendwie gegen das Gerüst und fällt einfach nur auseinander. Also diese subversive Kommentieren der eigenen dieser eigenen Tropes finde ich irgendwie ganz nett. Er fällt aber dann auseinander, wenn er diese ganzen Sachen meint, bedienen zu müssen, ernsthaft und ehrlich bedienen zu müssen, weil in einem Superheldenfilm muss am Ende irgendwie das große, die große Explosion kommen und dann muss der Böse gegen den Guten und der Gute haut den Bösen, ein bisschen doller als der Böse den Guten haut und dann ist der Film zu Ende. Das finde ich halt auch, ist so das Schwächste irgendwie da dran. Ich mag aber auch zum Beispiel total diesen Moment, wo am Anfang so, ja, es ist irgendwie im Setup Hanebüchner Quatsch, aber als dann da eben die Raketen auf sein Anwesen fliegen, und wir sind auf der Suche, wer ist Tony Stark und wo ist da irgendwie der Superheld, ohne zu zögern, schickt er ja seinen Iron Man Anzug, sein.

Christian:
[54:51] Also das, was ihn zu mehr Mensch macht, schickt er ja ohne zu zögern auf Pepper, um das, was sie als Mensch ist, zu beschützen. Also aus der.

Arne:
[55:01] Das ist ein sehr cooler Moment.

Christian:
[55:03] Aus der Erweiterung, also dieses mit dem mit der Rüstung als Angriff wird die Rüstung als Schutzmechanismus und das ist auch ein geiles Bild einfach, wie er da in Zeitlupe dann da durch die Gegend, also da sind für mich gute charaktergetriebene, clevere, kleine Action-Momente in diesen größeren Action-Set-Pieces auch irgendwie drin. Das gefällt mir total bei dem Film. Du hast es gerade eben auch so gut ausgeführt. Ein Film, der, Ich würde sagen introvertiert ist, weil wir haben ja Tony Stark, aber ein Film, der halt sehr nach innen gerichtet ist, der eben nicht, also der den Blick so nach innen wirft. Auch ein Punkt, der glaube ich in einem Genre öfter, breiter, wichtiger sein müsste, als es eigentlich ist. Das tun Filme so selten in diesem Genre. Ich denke da vor allen Dingen an Superman, weil viele Momente hier in Iron Man 3, also wenn ich jetzt nochmal irgendwie in Hollywood einen Superman-Film pitchen müsste, würde ich glaube ich ein paar Slides aus Iron Man 3 rausziehen und die präsentieren und sagen, so ähnlich müsste das bei einem Superman auch irgendwie laufen. Und das ist zum einen natürlich diese Szene da mit dem Flugzeug, wo Iron Man versucht, die Leute irgendwie alle zu retten. Das ist ein cooles Action-Set-Piece, was auch in einem Superman-Film irgendwie hätte sein können, so ungefähr. aber eben auch dieses.

Christian:
[56:31] Der Film stellt ja auch die Frage so also was kommt danach der Anzug ist erfunden der Iron Man ist irgendwie da aber reicht das schon also die Dämonen mit denen sich ja Tony am meisten irgendwie auseinandersetzt sind halt innere und nicht die äußeren, und deswegen mag ich diesen Twist halt auch so dass dieser ganze Mandarin der halt im ersten Teil, also Ben Kingsley, der im ersten Teil so.

Christian:
[57:03] Auch mit seinen, also ich bin da sehr begeistert auch von Ben Kingsley. Ich finde, er macht das richtig, richtig großartig, diese bedrohlichen, Terror-Videos, die er da ja mit seiner Stimme und wie tief er das macht und diese sehr merkwürdige Art auch zu formulieren und dieses Bedrohliche, das funktioniert für mich halt komplett und das ist total, stark und das dann aber im Film zu brechen, um damit ja eben auch die Bedrohlichkeit wieder wegzunehmen und.

Christian:
[57:33] Die These ist ja, dass die Bedrohlichkeit oder der Konflikt in diesem Film eben nicht dieser Mandarin irgendwie ist oder nicht dieser vermeintliche, also dieses Symbol, dieser Terrorist, der einfach im Verborgenen und all das ist es ja gar nicht, was das Problem ist, sondern es zeigt sich ja, dass eben die inneren Dämonen von Tony Stark die eigentliche Überwindung kostet. Und das finde ich halt irgendwie gut und stark und bemerkenswert an diesem Film, dass der das in diesem Genre macht, was sich halt davor und eigentlich auch danach viel zu stark auf exakt diese Symbolik und exakt dieses Bild ja konzentriert. Also das, was Iron Man 3 mit dem Mandarin, mit Trevor, mit den Rollen von Ben Kingsley ja so twistet, das meint das Genre ja eigentlich viel zu oft, viel zu ernst und genau so. Und das finde ich halt auch symbolisch so stark, dass der Film den Mut beweist, das zu drehen und das zu twisten. Das gefällt mir halt so gut an dieser Rolle.

Arne:
[58:34] Ja, ich grübel da so ein bisschen dran rum, welche Meta-Aussage wir da vielleicht mit rausnehmen wollen. Also vielleicht macht sich auch unser guter Shane Black da einfach nur einen riesengroßen Spaß und sieht das Ganze so als Meta-Kommentar auf Hollywood und Acting. So, guckt mal Leute, hinter den bedrohlichsten Rollen sind manchmal einfach nur die größten Dullis, aber sie können halt schon irgendwie gut schauspielen und deswegen kriegen sie das hin. Ich weiß es nicht, was ich da so über Willens, über die Wirkung, über diese.

Arne:
[59:13] Gefährlichkeit, die da im Vorfeld ausgestrahlt werden soll und dann den Typen, der eigentlich dahinter steckt, was ich da so daraus mitnehmen soll. Ich bin da etwas ratlos. Aber vielleicht nochmal zu dem, was du vorher gesagt hast, dieses nach innen gekehrte und charaktergetriebene, ist ja tatsächlich was, was zumindest aus meiner Erinnerung heraus auch vielleicht bei Captain America 2 nochmal relativ stark auftritt, aber dann irgendwie nie wieder. Zumindest mit dem, was ich im MCU noch kenne. Also zumindest in der Form, dass wir wirklich eng dran sind und dass wir so wie hier nochmal einen Film vorgesetzt bekommen, der sich darauf im Grunde fokussiert. Da bin ich mal, ich will nicht sagen, ich bin gespannt auf das, was da kommt, aber das ist zumindest ein Aspekt, den ich für zukünftige Sichtungen, die ich schon etwas fürchte im Foreshadowing, nochmal so als möglichen Ankerpunkt da vielleicht irgendwas draus mitzunehmen oder irgendwas zu haben, wo ich überhaupt drauf achten kann, dann nochmal im Hinterkopf behalte.

Christian:
[1:00:21] Ja, da gibt es noch so eine ganze Menge, auf das du dich freuen kannst. Also keine Sorge, aber ja.

Arne:
[1:00:27] Ja, also klar, wenn ich dann daran denke, dass ich irgendwann dann die Filme sehen darf, weil mehr ist ja immer besser. Und wenn dann 16 Helden und 27 Villains im gleichen Film sind, dann muss das ja 16 plus 27 mal so gut sein, wie das, was wir jetzt sehen.

Christian:
[1:00:43] Ich freue mich schon richtig, mit dir über Endgame zu sprechen. Das wird, ich dachte, die nächste Sendung ist so ein Meilenstein, also wird sie auch wahrscheinlich, aber die Meilensteine gehen uns nicht aus. Ja, vielleicht machen wir mal hier ein bisschen.

Arne:
[1:00:58] Vielleicht dazu nur noch einen Satz, also was ich am aller, aller, allermeisten fürchte, aus dem von mir bis dato ungesehenen, was wir hier irgendwann mal besprechen müssen, ist definitiv Deadpool. Also das ist so, ich kenne halt nur diese ganze Marketing-Kampagne und die Trailer von damals und, Wenn 0 von 10 die geringste Wertung ist, die man geben kann, dann müsste für das, wie ich das damals empfand, dann müsste so die minus 12.000 von 10 erfunden werden.

Christian:
[1:01:30] Ich mache mir, weißt du, das ist das Ding, ich mache mir bei Deadpool weniger Sorgen. Ich glaube, bis wir bei Deadpool angekommen sind, habe ich dich so weit, dass wir zumindest auf so einer intellektuell-theoretischen Ebene irgendwie bei diesem Film was rausholen können, wo man sagen kann, komm, der ganze Pipi-Kacka-Humor ist jetzt erstmal egal, aber guck mal, was da mit dem Genre passiert und wie der Film, ja, durch die Meterebene, vierte Wand und so. Und dass du sagst, ja, okay, ich habe eher so Sorgen, was nachher so ein Thor Ragnarok angeht oder Love and Thunder oder so diese.

Arne:
[1:02:10] Alter, wie viele Thor-Filme gibt es denn mittlerweile?

Christian:
[1:02:12] Vier, ja. Und der vierte, also ich sage ja, ich habe da noch so ein paar andere Kandidaten, glaube ich, die, also gerade nachher, wenn wir im MCU, ich kann mittlerweile schon selber gar nicht mehr mitzählen. Ich glaube, wenn wir nachher bei Filmen 36 oder so angekommen sind oder wir irgendwann das fünfte Spider-Man-Reboot ertragen müssen, da mache ich mir eher Sorgen. Also ich glaube, so Deadpool, also da, und selbst wenn wir die Klingen ausfahren, weißt du, da gibt es halt eher noch Reibungsfläche. So, ich glaube, ich mache mir eher Sorgen bei den Filmen, wo ich das Gefühl habe, da gibt es halt gar also für dich halt so gar nichts ja, so ein Film, den du scheiße finden kannst ist vielleicht noch mal interessanter als ein Film, bei dem du vielleicht dreimal einschläfst und ja, dann noch drüber reden musst so, das, da habe ich eher glaube ich die Angst vor Ja.

Arne:
[1:03:07] Da wird sicherlich einiges kommen, ich habe gerade mal aus Spaß geschaut es sind jetzt, Also inklusive der schon bestätigten, angekündigten MCU-Filme werden dann im Juli 2025 bei Film 37 angekommen.

Christian:
[1:03:25] Na siehste, na siehste.

Arne:
[1:03:29] Auweia. Und dann, to be announced ist tatsächlich auch Avengers Doomsday und Avengers Secret Wars.

Christian:
[1:03:37] Ich glaube, die sind schon so halb. die beiden sind glaube ich schon angekündigt.

Arne:
[1:03:42] Ich glaube, To Be Announced ist nur noch der wievielte dieser Filme das wird, weil dazu auch noch Spider-Man 4 kommt.

Christian:
[1:03:49] Ja, ja, der ist auch in Arbeit. Ja, ja, manchmal schieben sich da noch so Filme dazwischen, wo man dann feststellt, so, ah, okay. Ja. Lass uns aber gern noch mal kurz versuchen, den Film irgendwie mit dem Genre wieder einzuordnen und irgendwie so aus dieser Genrediskussion noch mal so ein bisschen zu packen und vielleicht abzu schließen, vielleicht auch in so ein paar Stichworten oder so. Ich habe mir jetzt auch gar nicht mehr so viele Namen rausgegriffen, fällt mir gerade auf. Das müsste man vielleicht irgendwie auch nochmal nachrecherchieren. Aber ja, was für Bedeutung für das Genre hat dieser Film? Was für genre-relevante Sachen sehen wir irgendwie hier? Ich schieße vielleicht einfach mal los, weil wir schon gesagt haben, der Start von Phase 2 im MCU findet hier statt. Ich weiß nicht, du hast ja auch auf Disney Plus geguckt. Da müsste eigentlich auch noch...

Arne:
[1:04:45] Ein Streaming Service, der Disney Plus heißt, kenne ich nicht.

Christian:
[1:04:48] Da müsste aber auf jeden Fall noch, also du müsstest auch einen Paramount-Film gesehen haben.

Arne:
[1:04:55] Also ich habe eine App, die Hölle Plus hieß, runtergeladen und mich da eingeloggt und dann habe ich da einen Paramount-Film gesehen, ja.

Christian:
[1:05:04] Genau, ich will ja auf den Punkt hinaus, dass halt dieser Disney-Marvel-MCU-Film halt noch als Paramount-Film sich deklariert, weil das eben der Abschluss aus diesem Deal war. Also wir sind jetzt, wenn der hier, also mit dem Verlassen von Iron Man 3 haben wir auch diese, ist das MCU jetzt im Disney-Konzern angekommen, weil das war ja kurz vor den Avengers so, 2009 glaube ich, oder 2010 oder so, hat ja Disney-Marvel gekauft, aber es gab ja schon die ganzen Produktionsabmachungen für die Filme, die noch unter Paramount laufen sollten. Und hier war eben Teil des Deals, dieser Übernahme, dass irgendwie der Film offiziell als Paramount-Film irgendwie noch vermarktet ist und deswegen sieht man das Logo und deswegen ist es ja so halb offiziell irgendwie auch ein Paramount-Film. Und das macht ihn auch noch besonders. Also der nächste MCU-Film, den wir besprechen, ist dann halt auch wirklich Disney durch und durch. Genau. Das ist interessant.

Arne:
[1:06:13] Vielleicht dazu noch einen Zusatz. Mir ist das auch aufgefallen. Ich hatte mich erstmals gewundert, weil ich eigentlich dachte, dass das längst vorbei wäre. Aber dass die schon komplett geschluckt gewesen sind zu der Zeit, sind sie offensichtlich nicht. Und ich, in so ein paar Momenten hatte ich noch das Gefühl, und das ging mir auch bei Avengers beispielsweise schon so, dass ich das für diesen, ich nenne es jetzt mal weich und massentauglich gewaschenen Marvel-Vibe, den ich so erinnere, irgendwie ein bisschen zu eckig, ein bisschen zu hart auch, also die Leichtigkeit, was ich vorhin schon meinte, mit der einfach so ein paar Leute irgendwie mit Usis erschossen werden und all solche Sachen angefühlt hat und da bin ich nochmal gespannt, das habe ich wie gesagt in einigen der vorherigen Filme auch noch so erlebt, also in meinen Notizen steht glaube ich immer mindestens einmal drin, oh verhältnismäßig harter Moment für so ein Marvel-Familien.

Arne:
[1:07:10] Film, aber vielleicht ist es auch einfach nur meine verquere Wahrnehmung, weil ich ja mittlerweile schon seit über einem Jahrzehnt im Grunde keine Blockbuster mehr gucke und wenn man sich mal so die Blockbuster der Vergangenheit anguckt, von James-Bond-Filmen über irgendwelche anderen Action-Blockbuster, dann war das amerikanische Kino immer ziemlich locker da mit dabei, einfach irgendwelche gesichtslosen Goons über den Haufen zu knallen und da einen feuchten Kehricht drauf zu geben. Also vielleicht ist das auch einfach Amerika und nicht Paramount oder Marvel oder Shane Black oder sonst wer. Das ist nur zumindest was, was mir aufgefallen ist. Und da werde ich mal ein bisschen drauf achten und bin ich mal gespannt, wenn Marvel wirklich jegliche Zügel in der Hand hat, ob es dann irgendwann so Gewalt wirklich nur noch gegen, keine Ahnung, irgendwelche seelenlosen Ultron-Roboter-Klons oder ähnliches gibt oder ob das so bleibt und ich mich da einfach falsch erinnert habe.

Christian:
[1:07:59] Den Punkt greife ich gerne auf, weil ich das auch wichtig fürs Genre finde. Das werde ich vielleicht auch später öfter nochmal sagen und du wirst sehr kritisch, glaube ich, nachfragen, aber hier haben wir durchaus mutiges Marvel, ich würde auch sagen relativ weirdes Marvel im MCU und dann so gefällt es mir eigentlich am besten. Und das ist natürlich dieser Twist auch zu sagen, wir haben den Mandarin, wir haben diesen durchaus in den Comics ikonischen Bösewichten für Iron Man, der war immer wichtig und den halt auch, also den Mut zu haben, auch Fans damit verprellen zu können und das hat man durchaus auch mit dem Film und da werden wir später auch nochmal wieder drauf zurückkommen auf das Thema. Aber ich finde das halt immer gut, wenn ...

Christian:
[1:08:59] Marvel in dieser Formel im MCU und ja, das baut alles aufeinander auf. Also es gibt immer so diese eine Seite, die so dieses, ich sag mal eher dieses, formelhafte Ding irgendwie und das ist zum Beispiel hier das Finale, was ich auch meinte, das ist halt irgendwie schon tausendmal gesehen und wird tausendmal wiederholt. Das ist nichts Neues, nichts Frisches, nichts anderes. Da bedient man das Genre. Ich mag es, wenn MCU-Filme mit dem Genre arbeiten. Und ich finde, dass der Film das an vielen Momenten tut. Der nimmt Tony Stark seine Spielzeuge weg, der wirft ihn da mal irgendwo ins Nirgendwo und setzt ihm da so ein Kind an die Seite. Der liefert uns einen ikonischen Bösewichten mit einem Twist. Also da passiert halt mehr als in manch anderen Filmen. Also in manch anderen Marvel-Filmen auch später nochmal wieder. Und das gefällt mir, wenn das so ein bisschen weird und unerwartet irgendwie ist.

Arne:
[1:09:56] Also ich würde auch sagen, dass er vielleicht so von den Marvel-Filmen, die ich kenne, gerade so mit dieser, du hast es vorhin ganz schön als so in sich gekehrtheit bezüglich der Hauptfigur bezeichnet, gerade damit schon was Eigenes und auch eher Seltenes und eher Ungewöhnliches macht. Und ich hatte das ja auch schon erwähnt, dass ich da drin eben auch so eine Verhandlung von Was macht eigentlich den Helden aus? Und du kannst ja, also diese Frage hier, was ist der Iron Man ohne seine Suit? Das ist Tony Stark, ist Tony Stark Iron Man? I am Iron Man? So, diese Frage findet schon in so einem gesamt miteinander verwobenen Konglomerat irgendwie ganz gut Anklang und wird in verschiedene Richtungen ergründet. Und du kannst die Frage ja weiterstellen. Also bei Iron Man ist jetzt der Suit, aber ist der Superheld die Fähigkeit oder ist der Superheld die Moral, das Brain, der Mensch hinter der Fähigkeit? Und die Konklusion hier ist ja, nur diese Verbindung macht es eben aus, dass nur der Mensch oder nur die Technik allein sind es eben nicht, sondern es muss irgendwie zusammengebracht werden und das dann abstrahiert auf die Superfähigkeit. Wobei Tony Stark man ja streiten kann, ist es seine Intelligenz oder die Suit? Irgendwie beides, das eine kommt ja aus dem anderen.

Arne:
[1:11:24] Dass man das eben zusammenbraucht und insofern also so Meta-Meta-Erzählung ist ja auch ein bisschen so ein Shane Black Ding und das macht er hier auch so auf das Genre eben einmal angewandt und ich finde es gelingt schon und also die, So als unter gewöhnlichen Non-Superhero, ich gucke einen Film aus inszenatorischen Entertainment, Acting, was auch immer Zwecken, da sind gerade so drehbuchseitig und inszenatorisch sind viele Dinge, die ich heute deutlich schwächer finde als damals, weil ich einfach seitdem viel mehr gesehen habe, einen anderen Anspruch habe, einen anderen Blick darauf habe und vieles einfach unausgegoren finde. Also es sind ganz viele Dinge, wo ich das Gefühl habe, so zwei, drei Rewrites hätte man da nochmal drüber gehen können, dann wäre das auch noch solider gewesen inhaltlich. Also nicht von irgendwem und Armada von Leuten, die da nochmal drüber gucken, sondern wahrscheinlich irgendwie Black selber. Aber der Was macht den Superhelden aus Aspekt? Den finde ich bis dato relativ eigenständig und ungewöhnlich und insofern finde ich der Aspekt ist auch für den Kanon nochmal eine Bereicherung, die man in der Form noch nicht hatte.

Christian:
[1:12:36] Auch noch ein guter Punkt. Shane Black. Also es ist, es fühlt sich an wie ein Shane Black Film. Trotz irgendwie Marvel und 200 Millionen Dollar Bitchy und irgendwie Film 7 von 36 und so. Manchmal funktioniert das und ich glaube auch, dass eben diese, Kombination von Shane Black und Iron Man und Robert Downey Jr., der wahrscheinlich auch hier jetzt schon mehr zu sagen hatte, als, ein Chris Evans in einem Captain America Film zu sagen hat, so aufgrund von Macht und Power und Geld und so. Also das kommt hier gut zusammen. Und wir sehen ja später dann auch nochmal so einen Edgar Wright, der halt eben.

Christian:
[1:13:23] Ohne ihm jetzt die Schuld zu geben, aber dessen Ant-Man ja gescheitert ist. Und hier funktioniert das, finde ich. Also der Auteur, wenn man es mal so ein bisschen so groß machen darf, der im MCU wenig zu sagen hat. Erinnert dich, letzte Diskussion, Christopher Nolans Dark Knight Trilogie ist Christopher Nolans Dark Knight Trilogie. Und so eine starke Prägung und Handschrift gibt es eigentlich nirgendwo im MCU. Es gibt immer mal wieder so Paarungen, wo man merkt, da durfte jemand und da konnte jemand. Also das Können und Dürfen kommt zusammen. Und dann gibt es manchmal so Filme, da irgendwie scheitert das Können am Dürfen. Und dann gibt es wieder andere, da durften welche, aber konnten nicht. Und ich finde, hier ist es so eine ausgewogene Kombination aus diesem Filmapparat Marvel und denjenigen, die es irgendwie schreiben und irgendwie Regie führen und sozusagen umsetzen sollen. Das geht für mich auf.

Arne:
[1:14:28] Ja, rückwirkend wird das spannend, wenn wir da drauf gucken. Und speziell aus meiner Perspektive, bei den ganzen MCU-Filmen bis jetzt haben wir ja immer noch unterschiedliche Dinge natürlich darüber gesagt. Aber so gerade die ersten, da waren wir uns ja auch relativ einig.

Arne:
[1:14:46] Dass das eher so ein Testballon dann eben war. Und wir gucken mal, was da so draus wird und selbst bei Avengers hatten wir ja noch das Gefühl, dass da so ein, naja, verhältnismäßig junger, unbedarfter Regisseur irgendwie auch so seine frische Energie noch im Rahmen dieses Studiokomplexes mit reinbringen konnte. Bei dem Film hier.

Arne:
[1:15:10] Habe ich jetzt erstmalig das Gefühl, dass sich so gewisse Standards für eben den großen Showdown schon festgesetzt haben, die halt einfach, auch wenn es zum vorherigen Teil des Films überhaupt nicht wirklich passt, bedient werden müssen. Und das ist nochmal ganz spannend, das wird mir jetzt erst klar. Du hast ja vorhin eben auch diese kleineren, kreativeren Action-Szenen, wo eben mit aus der Ferne rufen von Anzugteilen und so weiter gespielt wird. Hatte ich ja dann auch bestätigt, dass ich das eben auch ganz gut fand und da löst sich das Finale ja sehr viel von diesem auch kleineren, introvertierteren ich finde das Wort ist schon passend, so Actionansatz und muss halt so diesen Big Showdown mit riesen Explosionen und alles fliegt in die Luft liefern, was dem Film bis dato überhaupt nicht steht aber es muss eben passieren, das ist denke ich mal jetzt schon einmal so ein Punkt wo wir festhalten können, spätestens jetzt nach Avengers ist klar, im Finale muss alles wackeln und wir werden mal sehen, wie das weitergeht. Bin ich echt gespannt.

Christian:
[1:16:20] Prädikat, es hat gewackelt, ja. Ist ein guter Slogan. Ich greife da schon mal vorweg, das ist halt auch so spannend beim zweiten Doctor Strange Film, der ja von Sam Raimi gemacht ist, weil bei dem siehst du die Art und Weise, wie Marvel arbeitet, perfekt, weil du kannst in dem Film kannst du wirklich Szene für Szene, Frame für Frame im Grunde genommen auf Stop drücken und bist in der Lage, mit dem Finger drauf zu zeigen und zu sagen, das ist Sam Raimi, und dann kommt wieder das Action-Set-Piece, wo es auch wackelt und du weißt, das ist jetzt Marvel. Und du kannst wirklich sehen, wo die Second-Unit-Abteilung, wo die VFX-Abteilung quasi ins Meeting gekommen ist und gesagt hat, Sam, die Minute fünf bis sieben haben wir hier schon mal für dich, die musst du nur noch reinschneiden in deinen Film. Und Sam Raimi sagt, alles klar, ich kümmere mich um den Rest. Und genau so fühlt sich das noch nicht ganz so deutlich. Aber dieses Moment von, also Marvel hat das mal sehr legendär wohl zu, ich glaube Patty Jenkins irgendwie gesagt, die ja mal den, jetzt muss ich kurz überlegen, den zweiten Tor eigentlich machen sollte. Und damit wäre sie die erste Regisseurin im MCU gewesen. Da gab es ja irgendwie mal so das Meeting, wo Marvel zu ihr gesagt hat, so nach dem Motto, übrigens keine Sorge, die Action-Szenen, das musst du nicht machen. Das machen wir schon für dich.

Arne:
[1:17:48] So, und da sagst du, was Interessantes, das hätte ich nämlich vergessen. Ich habe mich hier schon gefragt, ob das teilweise so ist.

Christian:
[1:17:55] Gehe ich von aus.

Arne:
[1:17:56] Es gibt ja schon sehr viele Action-Szenen, wo also full-green-Screen ist, wo du siehst, Schauspieler rennen einfach nur noch durch einen Greenscreen-Raum und also gerade so aus dieser zu dem Zeitpunkt muss man ja dann schon wieder fast sagen so ein bisschen sogar Auteur-Perspektive so Shane Black, der eben selber schreibt der selber inszeniert und so weiter da würde ich eben wäre es mal interessant in die Original-Drehbücher wie sie dann eben in die Pre-Production gegangen sind, mal rein zu gucken wie viel von diesen Action-Szenen ist in der Form wie sie im Film auftauchen, tatsächlich, drehbuchseitig auch durchgeskriptet oder, wo steht da dann einfach nur Action-Szenige Einfüge. Genau, weil.

Arne:
[1:18:42] Das hatte ich ja eben auch schon gesagt, dass sich das Ende für mich wie eine sehr starke Zäsur im Vergleich zu diesen kleineren Szenen im ersten Teil des Films, also die erste halbe, dreiviertel Stunde finde ich richtig gut von dem Film muss ich sagen, so eigentlich bis zu dem Helikopterangriff, da sind viele Charaktermomente der Humor passt, macht Spaß unterhaltsam, alles gut, und gegen Ende, dann hast du halt diese riesen Action-Szene, da habe ich mich dann echt so gefragt, also wie viel davon ist eben, wir wissen während des Drehs überhaupt nicht, was wir da machen, renn mal hier rum, spring mal da, mach mal da einen coolen Spruch und den Rest, den animieren wir da halt drum rum und wie viel hat ein Shane Black auch zu dem Zeitpunkt schon überhaupt noch damit zu tun gehabt? Ich meine, die These haben wir bei Avengers auch schon gehabt, dass eben, also viel der Action jetzt vielleicht nicht unbedingt so bis ins Letzte auf den Hauptregisseurschirm, zurückgeht, aber eben noch mehr als hier. Dieser Disconnect, der war hier schon sehr ausgeprägt.

Christian:
[1:19:35] Ja, und ich finde den hier sogar noch, ich will nicht sagen subtil, aber ich erinnere mich an andere Filme, da ist das deutlich ausgeprägt. Aber das wird dann auch spannend, nochmal darüber zu sprechen. Ich habe noch ein paar kleinere Kleinigkeiten, die ich noch erwähnen wollte. Jon Favreau, der eben jetzt die Regierolle hinter sich lässt im MCU, um als Happy Hogan weiterzumachen. Auch eine Figur, die wir öfter sehen werden, die mal mehr, mal weniger wichtig ist. Wir haben eine Pepper Potts im Iron Man-Suit. Das ist auch ein kleines, eigentlich schönes Foreshadowing auf Endgame. Also später wird es auch nochmal aufgegriffen. Der Mandarin, der hier als Name, als Rolle, als Farce, als Twist irgendwie fällt, den werden wir auch nochmal in anderen Konstellationen im MCU wiedersehen. Was mir jetzt beim Schauen aufgefallen ist in Rückgriff auf Amazing Spider-Man den wir auch erst vor kurzem besprochen haben wir haben hier schon wieder das Bild einer Person mit einem fehlenden Körperteil und mit der Hoffnung dass dieses neue also dass sozusagen diese neue Technik die, dieses, dass, ein Versprechen, dass das wieder zurückkommen kann.

Arne:
[1:21:04] Dass der Lizard lässt grüßen.

Christian:
[1:21:06] Exakt, dass so dieser in Anführungszeichen, also so deutet der Film das ja, dass dem Menschen dem, was fehlt, das Fehlende zurückgegeben werden kann über die Wunder der Technik und oh Wunder, oh Wunder, das Ganze führt dann zu irgendetwas Bösem. Das Körperteil, das fehlt, das wird halt nur über Alchemie und über, also Also das hat böse Auswirkungen, das zurückholen zu wollen, was ich irgendwie auch interessant fand. Und wir haben noch mal ein Kommentar.

Arne:
[1:21:39] Ist ja auch irgendwie schade, weil da kann man ja auch in so einer Metabetrachtung richtig tief reingehen. Also so dieses Superhelden oder du hast es ja vorhin eben gesagt, so die Spiegelung des Helden als so ein Fantasy, Biology, Creature, Typen. So die Extension des Körpers, die Superpower zum vollkommen werden. So im Gegensatz dann kontrastiert mit vermeintlicher Unvollkommenheit, weil eben, weiß ich, Gliedmaßen oder ähnliches führen. Also könnte man auch sehr viel, ich nenne es jetzt mal sinieren über den Wert des menschlichen Körpers und der ihm eben beigemessen wird, wenn Fehlstellen existieren und sind Superhelden vielleicht in so einer posthumanistischen Perspektive die Extension, die das alles hinter sich lässt und so. Aber das wird ja hier völlig ausgelassen. Das ist ja einfach nur so, also der Cripple hat durch die Megaformel quasi die, Power bekommen und geht dafür über Leichen und das ist dann die Behauptung und mehr wird dann nicht draus gemacht, auch eine sehr vertane Chance, da hätte man auch relativ tief einsteigen können und ich hoffe, dass wir irgendwie zumindest auf dem Weg nochmal einige Filme so diesen, Transhumanismus wäre der richtige Begriff, vielleicht stärker aufmachen und da nochmal Fragen stellen die hier unbeantwortet bleiben Maybe.

Christian:
[1:23:05] Ja und auch und das ist halt das Genre auch, also den Körper halt kommentiert. Also auch den männlichen Körper, weil der Superheld also sehen wir in der nächsten Ausgabe, Henry Cavill als Superman, das ist halt wirklich.

Christian:
[1:23:22] Da gibt es die Szenen, das ist halt einfach ein extremer Körper und aber ein extremer, enorm schöner Körper. Und das sehen wir auch bei Chris Evans als Captain America, der ja dann eben durch das Serum die großen Muskeln und irgendwie noch ein Kopf größer wird. Und also diese Kommentierung des Körpers, also der Superheld vor allen Dingen auch, der männliche Körper, der eben ja überdurchschnittlich auch irgendwie ist und auch überdurchschnittliche Schönheitsideale erfüllt. Und wie du sagst, dagegen ist halt der Guy Pearce mit schmierigen Haaren und irgendwie dem Gehstock der unvollständige, der fehlbare Körper. Und das zieht sich auch mehr und mehr durchs Genre. Also trauen sich diese Filme nicht oder können sie vielleicht auch gar nicht so deutlich verhandeln, weil das ja auch irgendwie etwas sehr...

Christian:
[1:24:12] Unterschwellig-amerikanisches ist. Also das gehört ja mittlerweile auch auf der Meta-Ebene zu den Superhelden-Filmen. Also ein, na, wie heißt er noch hier? Kumal Nanjabi, der bei den Eternals irgendwie mitgespielt hat. Und selbst er musste ja sein Oben ohne Selfie aus dem Gym irgendwie posten, weil das gehört dazu, dass du da einmal irgendwie auch im Marketing um die Filme herum shirtless im Gym, damit du zeigst, guck mal, was ich die letzten sechs Monate oder um Chris Pratt zu zitieren, guck mal, was passiert, wenn man ein halbes Jahr kein Bier trinkt. So, ja, gehört noch ein bisschen mehr dazu, aber also Körper in diesen Filmen.

Arne:
[1:24:54] Bier durch Juice ersetzen, ne?

Christian:
[1:24:56] Ja, ja, ja, ja. Und dann hauptberuflich auch nichts anderes tun als genau das. Aber so Körper in diesem Film, ich fand es jetzt nur so bezeichnend, dass wir das in so kurzer Folge, also das gibt es ja oft, dass einfach so Bilder oder Elemente oder Motive oder einfach nur so Details sich manchmal durch so einen Jahrgang durchziehen. Das innerhalb von so ein, zwei Jahren gleich mehrere Filme, so wie hier irgendwie so 9-11 irgendwie stark referenzieren und dann verliert sich das irgendwie wieder. Also so Trends vielleicht auch irgendwie oder eben fehlende Gliedmaße durch irgendwas wieder zurückgeholt werden oder ja, aber hier habe ich diese Verbindung irgendwie gesehen.

Arne:
[1:25:41] Was interessant wird, ich meine diese Körperbilder, die sind ja auch zutiefst in Comics verankert. Da gibt es ja auch Comic, Merchandise, Spielfiguren und so weiter. Es gibt ja diese schönen Aufstellungen, wie sich die G.I. Joe Figur über die Jahre entwickelt hat und immer mehr zu so einem Hulk artigen Muskelberg geworden ist. Wenn du dir anguckst, wie Comicfiguren gezeichnet sind, vom Bronze Age ins Silver Age, ins Golden Age, ins Dark Age rein und dann bist du bei 90ern angekommen, wo einfach jede Figur nur wie so ein Ultimat, also die einfachsten Goons sind nur quasi so Mr. Olympia Level Bodybuilder und alles was drüber ist, ist halt schon so auf so einem Mutationslevel, aber normiert. Also es wird nicht zum Thema gemacht, es gehört halt einfach dazu, so übertrieben muskulös zu sein. Diese Bilder, ich meine in Hollywood-Kino ist das eh präsent, so irgendwie Frauenschlank und Sexy, Männer Muskel gepackt, so.

Arne:
[1:26:39] Das ist natürlich dann aufgrund dieser Hollywood-Mechaniken schon automatisch in die Filme übernommen, wird durch die Comics natürlich gedoppelt und spannend wird, wir müssen mal vielleicht ein bisschen drauf achten in Zukunft, welche Helden etc. Dürfen sich denn von diesen Körperbildern lösen? Also meine spontane These ist, wenn es weird wird, ist das okay, aber so die Normies, so ein Thor, ein Captain America, so die Relatable Dudes, die müssen halt so aussehen, alle Chrises, die da irgendwie in den Filmen mitspielen und so weiter. So ein Doctor Strange, der muss dann nicht muskelbepackt werden, der hat eh seinen weirden Umhang an und macht da irgendwie so seinen Kram mit Magie und bin mal gespannt, was da noch so kommt, wo es erlaubt ist, sich von diesen Stereotypen zu lösen und ob wir da ein Muster erkennen, das könnte auch nochmal eine interessante Beobachtung werden.

Christian:
[1:27:33] Auf jeden Fall, also das Thema Körper in diesem Genre ist eigentlich auch, also da kannst du im Grunde genommen den nächsten Podcast eigentlich auch machen, also das ist halt so ein Riesending, ein Riesenthema.

Arne:
[1:27:44] Dann als letzten Kommentar dazu, auch ja wieder interessant, dass Robert Downey Jr., also ich meine, der ist ja jetzt auch, der hat eine sportliche Figur so, aber dass der eben auch nicht diese extremen Muskelberge auffahren musste, weil, wie das Thema, wo ist es dann erlaubt, sich davon zu lösen, seine Figur ja ganz klar als Brain, not Muscle, sein Muscle ist Mechanic, also er baut sich sein Muscle und ist halt das Brain dahinter, da ist das dann auch wieder okay. Also ich vermute mal, man würde niemanden mit ordentlicher Wampe dafür casten, weil das natürlich auch wieder den Bildern nicht entspricht. Aber das behalte ich mal so im Hinterkopf. Und beim nächsten Mal, um jetzt endlich mal dahin zu lenken, ist ja relativ klar, was wir da finden.

Christian:
[1:28:32] Natürlich noch die Frage, ob der Film in den Kanon gehört. Wir haben ja hier unser Protokoll, da müssen wir uns dran halten.

Arne:
[1:28:37] Er hier wieder mit seinen Regeln. Ja, gehört er. Also für mich ganz klar so aufgrund dieser Verhandlungen dessen über das Heldsein.

Christian:
[1:28:48] Okay, dann lass mich noch ganz kurz, weil wir es vorher auch aufgegriffen haben, endet für dich damit die Iron Man Trilogie? Ist das ein Ende? Also stell dir vor, du weißt nicht, was danach kommt. Du bist jetzt im Jahr 2013, du gehst jetzt aus dem Kino und hast jetzt den dritten Iron Man Film gesehen und würdest jetzt nur wissen, so, das war's.

Arne:
[1:29:08] So, also ich versuche mich jetzt nach damals zu versetzen. Ich nehme dieses Ende des Films, und sehe das Ende und denke mir, ja, alles klar, dann lässt er jetzt diese ganze Sache hinter sich, hat noch einmal einen großen Willen besiegt und sucht jetzt sein, ruhiges, ihm nicht mehr Angstzustände bescherendes Leben mit Pepper. Schön für ihn. So und dann kommt der nächste Film, wo Iron Man wieder auftaucht und ich würde mir erstmal so denken, hä? Aber dann würde ich denken, naja, er hat ja immerhin seinen eigenen Roboter mitgenommen und das sollte wahrscheinlich so das Symbol dafür sein, dass seine Technikfrickelei jetzt nicht einschlafen wird, nur weil er nicht mehr seinen Küstenloft wieder aufbaut.

Arne:
[1:29:51] So, long story short, es fällt mir total schwer, das überhaupt als Trilogie zu sehen, weil eben diese Querreferenzen aus anderen Filmen da schon so zwischenschießen. Deswegen kann ich nicht sagen, ich habe das Gefühl, es hat eine Iron Man Trilogie geendet, sondern die Solo-Filme im MCU haben vielleicht erst mal geendet, aber es könnte halt jederzeit auch ein Vierter kommen, da spricht irgendwie nichts gegen. Egal wer wann wie sagt, er wird nie wieder in der Rolle sein oder wir entwickeln die Storybeats davon weg. Wenn dann doch irgendwie die Fahnen wieder aus einer anderen Richtung wehen, dann macht man das halt. Also sagt niemals nie für, ich spiele diese Rolle im Superhelden-Genre nie wieder. Deswegen würde ich, also es fühlt sich für mich so an, als ob Shane Black daran gelegen ist, so einen Abschluss zu machen, aber man glaubt das halt nicht, weil man weiß, in welches Konglomerat das eingebettet ist.

Christian:
[1:30:40] Ich finde das halt so spannend. Denk an The Dark Knight Rises. Der hat ja irgendwie auch ... Also beide Filme machen irgendwie beides, aber Dark Knight Rises kommt so als Ende dieser Verhandlung viel besser daher als Iron Man 3. Weil beide machen zu, aber lassen die Tür auf. Und das macht ja eben Dark Knight Rises durch diese Stabübergabe. Also der ...

Christian:
[1:31:06] Wie heißt es? Der Fackellauf geht sozusagen weiter. Die Fackel wird weitergereicht. Bruce Wayne ist derjenige, der sagt, das war's, ich bin raus, bevor mich das hier alles irgendwie übermäßig vereinnahmt und so Distanz. Ich bin jetzt nicht mehr Batman. Sondern da kommt jetzt dieser Robin und der rist am Ende in die Höhe und darf die Gadgets weitermachen. Und hier haben wir bei Iron Man 3 das Problem, dass Tony Stark ja irgendwie auch so gefühlt beides gleichzeitig will. So dieses, ich bin Iron Man, sagt er ja am Ende wieder, aber es soll irgendwie der Abschluss vielleicht, also das soll so eine neue Erkenntnis sein. Aber es ist ja irgendwie auch so die Fortführung dessen. Und das macht den für mich, also ich finde es irgendwie, ich finde es interessant und spannend und irgendwie auch ganz gut, weil ich auch glaube, dass er hier am Ende.

Christian:
[1:31:58] Also die Quintessenz von Iron Man 3 ist ja, Iron Man ist keine Notwendigkeit mehr. Iron Man beginnt ab jetzt eine Wahl zu sein, eine Entscheidung zu sein. Also es ist ja kein, dieser Reaktor in seinem Herzen ist nicht mehr dazu da, um ihn am Leben zu halten, sondern der ist jetzt nur noch dazu da, um sein volles Potenzial, also Tony Starks volles Potenzial zu entfalten. Und in dem Moment, wo er in diesen Anzug tritt, ist das kein Symbol dieser Nahtoderfahrung, sondern das Übersteigen des Menschen und sozusagen das transhumanistische Whatever. Aber es ist halt irgendwie so diese Bewegungsrichtung zu etwas Neuem hin. Und das ist halt klar der Abschluss von etwas, aber es ist ein sehr weicher, ein sehr schwacher Abschluss und das ist halt eher die Bekenntnis zu allem, was danach noch wieder neu kommen wird und deswegen finde ich das hier so ein bisschen alt.

Arne:
[1:32:55] Und das ist bei Nolan anders, ne?

Christian:
[1:32:58] Ja, ja.

Arne:
[1:32:59] Was auch daran liegt, im Vergleich, hast du im Grunde genommen bei Iron Man, du hast drei gute Laune-Action-Blockbuster, bei denen der dritte sich stärker mit dem Inneren der Figur und vielleicht auch so in Spitzen so mit dem Verhältnis dieses Heldens zur Allgemeinheit beschäftigt. Bei Nolan und der Dark Knight-Reihe wird das ja die ganze Zeit in gewissen Intensitäten mitverhandelt. So das Verhältnis von Batman zu Gotham, braucht Gotham Batman, braucht Batman Gotham, braucht Bruce Wayne Batman, das sind so Themen, die werden da viel, viel stärker miterzählt und ich finde dann eben, das hatten wir auch beim letzten Mal ein bisschen rausgearbeitet, auf einen Endpunkt hingetrieben und deswegen fühlt sich das auch wie ein Abschluss an und das fehlt hier halt eben total, weil eben hier auch viel, viel stärker diese Franchise-Denke schon im Ansatz mit drin steckt. Also Nolan wollte halt zwei und wurde gedrängt zu drei Batmans und dann war es das auch so. Und da hat man ja auch seitens Warner dann damals noch nicht diesen ganzen Warner EU Quark angefangen mit. Das kam dann ja auch alles erst später. Diese ganzen gescheiterten Versuche da irgendwelche Universen zu erzeugen. Auch ganz viele Filme, vor denen ich Angst habe, die da kommen.

Arne:
[1:34:23] Naja, deswegen fühlt es sich hier einfach weniger so danach an. Ich würde schon sagen.

Christian:
[1:34:32] Jetzt aber, wenn du schon von gescheiterten Filmuniversen versuchen und übers Knie gebrochene, verzweifelte Dinge sprichst.

Arne:
[1:34:44] Wie er hier gleich einen Spin reingibt.

Christian:
[1:34:47] Das sage ich ganz wertneutral. Das war eine rein technische Beschreibung.

Arne:
[1:34:52] Unser großer Second Unit, Superhero Unit, lang erwarteter erster Epic Milestone nach zehn Jahren steht vor der Tür und er fängt hier schon im Vorfeld an, die Inception bei den Zuhörern durchzuführen. Naja, also Man of Steel, ne?

Christian:
[1:35:11] Ich glaube, der Film, über den wir vor allen Dingen sprechen wollten, als wir vor fast zehn Jahren angefangen haben, vor acht Jahren oder wann das hier losging.

Arne:
[1:35:19] Ja, genau.

Christian:
[1:35:20] Lange hat es gedauert.

Arne:
[1:35:22] Ich bin sehr gespannt. Ja. Er hat mich ja damals im Kino sehr gekickt. Ich habe ihn danach auch noch mehrfach gesehen. Und ich bin beide Male, also ich verstehe die extrem negative Reputation des Films bis heute nicht in der Intensität. Also ich verstehe durchaus, dass man den schlechter finden kann, als ich den finde. Ich finde aber nach wie vor, dass der viele Dinge, na ja, dazu nächstes Mal. Wir haben schon ein paar Mal so den Film erwähnt und haben dann so einen 40-Minuten-Exkurs gehabt. Also jetzt ist es soweit.

Christian:
[1:35:57] Nächstes Mal gibt es den 40 Minuten Exkurs, wahrscheinlich in drei Stunden Länge dann.

Arne:
[1:36:01] Aber eine Sache noch dazu. Es wird ja immer so gern auf den guten Zacharias 00 Schneider draufgehauen. Ich musste sehr schmunzeln, als ich in Iron Man 3, und damit können wir die Sendung auch beenden, jetzt gesehen habe, wie Recherche über das, was wir als Zuschauende wissen müssen, darüber erfolgt, dass Videos von einem Server angeguckt werden. Also Zack Snyder didn't do it first.

Christian:
[1:36:31] But he did it worst.

Arne:
[1:36:33] Das hast du jetzt gesagt.

Christian:
[1:36:36] In diesem Sinne nächstes Mal Man of Steel. Ich freue mich schon drauf. Ich habe Angst.

Arne:
[1:36:42] Ich auch.

Christian:
[1:36:43] Ich freue mich. Ich muss den Film noch mal wieder gucken. Also viele Emotionen, die da in mir rühren. Aber ich freue mich auf die Diskussion mit dir. Ich glaube, das wird gut.

Arne:
[1:36:51] Ja. Da gehe ich von aus. So, bis dahin. Erstmal vielen Dank, liebe Zuhörerschaft. Schlaf schön. Genau. Und bastelt in der Garage schöne neue Anzüge für die Weihnachtszeit. Wer weiß, wofür man sie brauchen kann.

Christian:
[1:37:08] Ganz genau. Und bügelt schon mal die Capes und die Schlüppis, weil nächstes Mal brauchen wir das.

Arne:
[1:37:16] Merry Christmas.